Bellosta von Colbe, Valeriano (2001). Optimale Wortstellung. Direktes und indirektes Objekt im Spanischen. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Kapitel I stellt den Versuch dar, einen allgemeinen Rahmen fuer das Problem der «Wortstellung» zu entwerfen. Kapitel II ergaenzt den systematischen Rahmen, indem es einen historischen Rahmen fuer das Problem der «Wortstellung» im Spanischen entwirft, der sich auf das 20. Jahrhundert beschraenkt. Kapitel III fuehrt die empirische Datenbasis dieser Arbeit ein: das Corpus Archivo de Textos Hispánicos de la Universidade de Santiago de Compostela (kurz ARTHUS) und die Datenbank Base de Datos Sintácticos del Español Actual (kurz BDS). Kapitel IV beschreibt die theoretische Grundlage im Bereich der Syntax: die «Role and Reference Grammar» (kurz RRG). Abschnitt 1 geht auf das Problem der Kategorien ein, deren Stellung untersucht wird. Der Vorschlag von RRG zielt darauf, nur eine einzige syntaktische Relation anzuerkennen, die aus der «eingeschraenkten Neutralisierung semantischer und pragmatischer Relationen fuer syntaktische Zwecke» hervorgeht: das privilegierte syntaktische Argument. Anschliessend wird eine Uebersicht ueber die Modelle der syntaktischen Struktur der Sprache geboten. Nach RRG wird ein universaler Strukturteil durch die Abhaengigkeitsbeziehungen zwischen Nukleus und Kernargumente semantisch begruendet, waehrend ein sprachspezifischer Strukturteil durch die Stellungseigenschaften von versetzten Stellen und Aussenstellen pragmatisch begruendet wird. Kapitel V versucht, die Relevanz der semantischen Theorie von RRG fuer die Stellung der «Objekte» im Corpus nachzuweisen. Ergebnis der Diskussion ist eine Ausdifferenzierung der von RRG postulierten Makrorollen sowie eine Klassifikation der Kernargumente ohne Makrorollen, so dass die Konzepte von «direktem» und «indirektem Objekt» in der Semantik angesiedelt werden. Im Anschluss wird versucht, den Einfluss der Semantik der Praedikate auf die Stellung der «Objekte» zu bestimmen. Eine erste Untersuchung der Praedikate von sog. «verba sentiendi» zeigte z.B., wie sich eine Symbiose von semantisch freiem «indirekten Objekt» und pragmatischer Besetzung der linken Aussenstelle ergab, um das «Objekt» als Topik vorzustellen. Schliesslich wird versucht, den Einfluss der Semantik der «Objekte» auf ihre Stellung zu bestimmen. Hier geht es um die semantische Inkorporation des «Objekts», die eine verstaerkte positionelle Bindung dieses Kernarguments an den Nukleus bewirkt; trotzdem bleibt es frei, um auch die linke Aussenstelle bzw. die links versetzte Stelle in der Form des «partitiven Topiks» zu besetzen. Kapitel VI ist den syntaktischen «Prinzipien» der Stellung der «Objekte» gewidmet. Die performanzbasierte Theorie der «Wortstellung» von John A. Hawkins wird hier nachgezeichnet. Es geht darum, dass der Hoerer den Prozess der Hierarchisierung von Satzgliedern schnell und effektiv durchfuehrt, d.h. an die syntaktischen Kategorien gelangt, die eine Konstituente als ganzes zu erkennen ermoeglichen. Anschliessend wird die Theorie in den Rahmen von RRG eingegliedert. Dabei wird der Unterschied zwischen den semantisch begruendeten und den pragmatisch begruendeten Strukturteilen der nicht-relationalen Struktur ausgenutzt. Es wird gezeigt, dass der erste Strukturteil einen eigenen syntaktischen Bereich fuer die Erkennung der internen Struktur des Satzkerns darstellt und dass dieser auch auf diese Art und Weise von «direktem» und «indirektem Objekt» genutzt wird. Es wird auch gezeigt, dass der zweite Strukturteil genauso einen eigenen syntaktischen Bereich fuer die Erkennung der dort zum Zwecke von Fokussierung bzw. Topikalisierung positionierten Konstruktionen darstellt. Kapitel VII beschaeftigt sich mit den pragmatischen «Prinzipien» der Stellung von «direktem» und «indirektem Objekt» vor dem Hintergrund der Faelle, die ungeloest blieben. RRG entfaltet die Theorie der Informationsstruktur von Lambrecht 1994, die um die Begrifflichkeiten des «pragmatischem Zustands» mentaler Repraesentationen in der Kognition und der «pragmatischen Relationen» der Repraesentationen und Propositionen in der Kommunikation kreist. Waehrend sich die Theorie mit den Erkenntnissen deckt, die aus der Untersuchung des pragmatisch basierten Strukturteils der Syntax folgen, vermag sie keine befriedigende Antwort auf die Probleme zu geben, welche im semantisch basierten Strukturteil der Syntax aufgeworfen wurden. Abschliessend wird versucht, einen Ausweg aus der Problematik zu finden, indem phonologische Korrelate von pragmatischen Kategorien in der Intonation gesucht werden. Dabei erweisen sich die Versuche, mit Hilfe des Satzakzents zu einer besseren Bestimmung des Fokus im semantisch begruendeten Strukturteil der Syntax zu kommen, als korrekturbeduerfig.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
CreatorsEmailORCID
Bellosta von Colbe, Valerianovaleriano.bellosta@uni-koeln.deUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-14927
Subjects: Romance languages French
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
direktes Objekt , indirektes Objekt , Wortstellung , Spanisch , Role and Reference GrammarGerman
direct object , indirect object , word order , Spanish , Role and Reference GrammarEnglish
Faculty: Faculty of Arts and Humanities
Divisions: Faculty of Arts and Humanities > Romanisches Seminar
Language: German
Date: 2001
Date of oral exam: 3 July 2001
Referee:
NameAcademic Title
Greive, ArturProf. Dr.
Full Text Status: Public
Date Deposited: 02 Aug 2005 07:15
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/1492

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