Universität zu Köln

Die Vertikalisierung der Textilwirtschaft durch Handelsmarken-Produktdesignteams, Shop-in-Shop- und Consession-Konzepte - Überlegungen zur Variation der Arbeitsteilung zwischen Bekleidungsindustrie und Handel

Grüger, Matthias (2007) Die Vertikalisierung der Textilwirtschaft durch Handelsmarken-Produktdesignteams, Shop-in-Shop- und Consession-Konzepte - Überlegungen zur Variation der Arbeitsteilung zwischen Bekleidungsindustrie und Handel. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Die deutsche Textilwirtschaft wird aufgrund hoher Entscheidungsinterdependenzen der verschiedenen Wirtschaftsstufen oftmals als �Schicksalsgemeinschaft� bezeichnet. Steht traditionell die Optimierung einzelner Unternehmen im Mittelpunkt der ökonomischen Untersuchungen, erfordert die Optimierung interdependenter mehrstufiger Systeme die Betrachtung von ganzen Wertschöpfungsketten. Die vielfältigen Aufgaben der textilen Wertschöpfungskette werden von unterschiedlichen Unternehmen der Textilwirtschaft übernommen. In den vergangenen Jahren wurde die traditionell angestammte vertikale Aufgabenverteilung im Zuge der Effizienzsteigerung verstärkt diskutiert und zur Disposition gestellt. Diese Diskussion über eine abweichende Arbeitsteilung innerhalb der Textilwirtschaft wird in der Regel unter dem Stichwort �Vertikalisierung� geführt, womit die Ausdehnung von Aktivitäten eines Unternehmens auf vor- und/oder nachgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette gemeint ist. Den Stellenwert, den die Vertikalisierungsdiskussion in der Textilwirtschaft einnimmt, verdeutlicht eine Veröffentlichung der gleichnamigen Zeitschrift �Textilwirtschaft� aus dem Jahre 2003. Danach wurden im Jahre 2002 13.500 Flächen vertikal bewirtschaftet und für das Jahr 2010 werden 58.000 vertikal bewirtschaftete Flächen prognostiziert. Die Vertikalisierung ist deshalb in den vergangenen Jahren zu einem neuen Forschungsschwerpunkt der Betriebswirtschaft geworden. Zu den von der traditionellen Arbeitsteilung abweichenden Formen haben sich vielfältige Vertikalisierungsstrategien entwickelt, die jeweils unterschiedliche Aufgabenverteilungen innerhalb der textilen Wertschöpfungskette repräsentieren. Aktuell werden in der Textilwirtschaft neben anderen Strategien, wie der Franchising-Strategie, die Shop-in-Shop-Strategie und die Concession-Strategie als Vorwärtsvertikalisierungsstrategien der Bekleidungsindustrie besonders intensiv diskutiert. Während unter dem Begriff Shop-in-Shop-Strategie die gebündelte Präsentation einer Herstellermarke innerhalb eines Einzelhandelsgeschäftes verstanden wird, ist mit dem Stichwort Concession-Strategie die Vermietung und wirtschaftlich eigenverantwortliche Nutzung von Flächen des Handels, in der Regel durch die Bekleidungsindustrie, gemeint. Als dritte Strategie werden hier die Handelsmarken-Produktdesignteams angeführt, welche die Kollektionsentwicklung und Steuerung der Handelsmarken-Wertschöpfungs-ketten übernehmen. Der Handel versucht dabei, sich durch die Implementierung solcher Produktdesignteams in seinen Einkauf verstärkt rückwärts zu vertikalisieren. Durch diese drei Vertikalisierungsstrategien entstehen für die Unternehmen entweder neue Aufgaben oder sie werden von Aufgaben entbunden bzw. überhaupt nicht mehr in der Wertschöpfungskette benötigt. Diese Variation der Aufgabenverteilung führt auf der einen Seite zu einer Veränderung der Ressourcenbeanspruchung in der Wertschöpfungskette und hat auf der anderen Seite Auswirkungen auf Kosten, Leistungen, Reaktionsgeschwindigkeiten und Risikoverteilung der gesamten Wertschöpfungskette. Obwohl diese Strategien aktuell in der Textilwirtschaft intensiv diskutiert werden, ist, abgesehen von vereinzelten Veröffentlichungen zur Shop-in-Shop-Strategie, eine wissenschaftliche Untersuchung der Concession- und Handelsmarken-Produktdesingteam-Strategie bislang nicht erfolgt. Die Franchising-Strategie wurde dagegen ausführlich in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert und wird daher in der vorliegenden Untersuchung nicht eingehend betrachtet. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, ausgehend von einer grundlegenden Beschreibung dieser drei Strategien, deren Wettbewerbsvorteile durch den effizienten Ressourceneinsatz in der Wertschöpfungskette zu erklären, der mit der Variation der Arbeitsteilung verbunden ist. Hierzu werden ökonomische Argumentationen entwickelt, welche die mit der Vertikalisierung verbundenen Auswirkungen auf die bereits oben genannten Aspekte analysieren. Darüber hinaus wird auf Bedingungen und Bestimmungsfaktoren hingewiesen, die mit den Argumentationen verbunden sind, woraus sich konkrete Empfehlungen für das Management ableiten lassen.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Grüger, Matthiasmatthias.grueger@bonprix.net
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-21413
    Subjects: Management and auxiliary services
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Vertikalisierung , Textilwirtschaft , Handelsmarken-Produktdesignteams , Shop-in-Shop , ConsessionGerman
    Faculty: Wirtschafts- u. Sozialwissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Wirtschafts- u. Sozialwissenschaftliche Fakultät > Seminar für Allg. BWL, Handel und Distribution
    Language: German
    Date: 2007
    Date Type: Completion
    Date of oral exam: 05 June 2007
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 19 Sep 2007 14:46:32
    Referee
    NameAcademic Title
    Müller-Hagedorn, LotharProf. Dr.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/2141

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