Ziess, Bettina (2004). Weide, Wasser, Wild: Ressourcennutzung und Konfliktmanagment in einer Conservancy im Norden Namibias. Masters thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Die von Prof. Dr. Michael Bollig betreute Magisterschrift von Bettina Ziess konzentriert sich auf der Grundlage empirischer Feldarbeit auf die Themenbereiche Ressourcennutzung und Bodenrecht und geht der Frage nach, inwiefern beide Bereiche durch nationale und internationale Programme der Entwicklungszusammenarbeit beeinflusst werden. Sie greift damit ein für das südliche Afrika gesellschaftlich außerordentlich relevantes Thema auf: Spätestens seit den Landbesetzungen in Zimbabwe sind auch internationale Medien auf die Landproblematik in den postkolonialen Gesellschaften des südlichen Afrika aufmerksam geworden. Im Zuge der kolonialen Siedlungpolitik wurde kommerzielles von kommunalem Farmland besitzrechtlich unterschieden sowie tribal definierte Siedlungsgebiete auf kommunalem Land eingerichtet. Dort bestimmten so genannte Traditionelle Autoritäten die Modalitäten von Nutzungs- und Zugangsrechten bezüglich der zentralen natürlichen Ressourcen. Gleichzeitig verloren indigene Gemeinschaften Zugangsrechte für Gebiete, die einem Naturpark zugeschlagen wurden. Die Nutzung der Ressource Wild war bereits in der frühen Kolonialzeit für ländliche Gemeinschaften stark eingeschränkt worden und wurde später schließlich ganz verboten. Durch die Verfassung von 1989 wurden in Namibia neue politische Rahmenbedingungen geschaffen, die unter anderem die Freiheit der Wohnortswahl im Grundgesetz festschrieben. Eine grundlegende Reform des kommunalen Landrechts konnte allerdings erst 2003 durchgesetzt werden. In diesem rechtlichen Zusammenhang wird ländlichen Gemeinden auf kommunalem Land auch die eigenständige Nutzung der Ressourcen Wild, Forst und Wasser ermöglicht. Die in der vorliegenden Magisterschrift behandelten Themen hängen eng mit den Modifikationen des Landrechts und der Dezentralisierung der Wild-, Forst- und Wasserwirtschaft in den ausgehenden 1990-er Jahren zusammen. Frau Ziess studiert diese Thematik auf der Mikroebene am Beispiel eines kleinen Ortes im Nordwesten Namibias - Omuramba. Die etwa 500 Einwohner des Dorfes leben von mobiler Viehhaltung: Während der Großteil des Haushaltes in der Ortschaft verbleibt, werden die Herden in der Regenzeit im unmittelbaren Umkreis der Ortschaft konzentriert, in der Trockenzeit aber von Teilen des Haushalts auf entlegene Weiden des montanen Umlands geführt. Es werden desweiteren Siedlungsgeschichte, Demographie und lokale Ökonomie Omurambas dargestellt und die Modalitäten der Nutzung der Schlüsselressourcen Weide, Wasser und Wild erörtert. Die für den raschen Wandel der Landrechtsordnung typischen Konflikte werden in einem abschließenden Kapitel dargestellt.

Item Type: Thesis (Masters thesis)
Creators:
CreatorsEmailORCID
Ziess, Bettinam.boeck@uni-koeln.deUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-22584
["eprint_fieldname_local_series" not defined]: Kölner ethnologische Beiträge
Volume: 15
Subjects: Customs, etiquette, folklore
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
Namibia , Ressourcennutzung , Bodenrecht , Konfliktmanagment , EntwicklungszusammenarbeitGerman
Namibia , Resource management , Land property , Economic anthropology , ConservanciesEnglish
Faculty: Faculty of Arts and Humanities
Divisions: Faculty of Arts and Humanities > Department of Social and Cultural Anthropology
Language: German
Date: 2004
Full Text Status: Public
Date Deposited: 19 Feb 2008 08:02
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/2258

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