Universität zu Köln

"We don't have a Culture" - Being coloured in Namibia als Konstruktion und Praxis

Bedorf, Franziska (2007) "We don't have a Culture" - Being coloured in Namibia als Konstruktion und Praxis. Masters thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Frau Bedorfs Magisterarbeit, betreut von Professor Michael Bollig, wurde im Kontext des Sonderforschungsbereichs 389 "Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika" und hier insbesondere innerhalb des Teilprojektes C11, in dem es um urbane Identitäten im postkolonialen Namibia ging, erarbeitet. Die im Fokus der Arbeit stehende Gruppe der sogenannten Coloureds ist ein Produkt der Segregations- und Apartheidspolitik des 20. Jahrhunderts. Bereits in der deutschen Kolonialzeit marginalisierte und diskriminierte die kolonisierende weiße Bevölkerung Nachkommen, die aus Verbindungen weißer Siedler, Verwalter und Soldaten mit einheimischen Frauen hervorgingen. Sie verweigerte ihnen, wie auch der übrigen einheimischen Bevölkerung, Grundrechte und schloss sie von der politischen Partizipation weitestgehend aus. Gleichzeitig räumten die weißen Kolonialherren den Coloureds aber mehr Rechte als der schwarzen Bevölkerung ein und in der Apartheidszeit (1948-1989) wurden für sie getrennte Stadtteile angelegt. In dem zu Windhoek, der Hauptstadt Namibias, gehörenden, Anfang der 1960er Jahre eingerichteten coloured Stadtteil Khomasdal hat Franziska Bedorf eine zweimonatige Feldarbeit zu der Thematik �Identitätskonstruktionen und soziale Praxis� durchgeführt. Im Fokus der Arbeit steht die Frage, wie die Kategorie des being coloured seit Ende des 19. Jahrhunderts in Namibia entstanden ist, welchen Einfluss sie auf das Leben, insbesondere die sozialen Beziehungen, der so kategorisierten Menschen hat und inwieweit sich Inhalt und Bedeutung des Attributs seit der Unabhängigkeit des Namibias 1990 gewandelt haben. Frau Bedorfs Arbeit zu den Coloureds Namibias ist eine der ersten sozial und kulturwissenschaftlichen Arbeiten zu dieser sozialen Gruppe. Mittels einer auf Befragungen, teilnehmender Beobachtung, Archivarbeit und Netzwerkanalyse beruhenden Herangehensweise gelingt es Franziska Bedorf, die historisch gewachsenen Ambiguitäten aber auch die zentralen Markierungen einer coloured Identität kenntnisreich zu beschreiben und zu analysieren.

    Item Type: Thesis (Masters thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Bedorf, Franziskam.boeck@uni-koeln.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-23378
    Series Name: Kölner ethnologische Beiträge
    Volume: 25
    Subjects: Customs, etiquette, folklore
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Namibia , Identität , Kolonialismus , Apartheid , EthnohistorieGerman
    Namibia , Identity , Colonialism , Apartheid , EthnohistoryEnglish
    Faculty: Philosophische Fakultät
    Divisions: Philosophische Fakultät > Institut für Völkerkunde
    Language: German
    Date: 2007
    Date Type: Completion
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 03 Jul 2008 10:14:48
    Referee
    NameAcademic Title
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/2337

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