Garvin, Natascha (2004). "La vara es recta, no es torcida". Der Alcalde Auxiliar als lokale Autorität in einer indigenen Gemeinde Guatemalas. Masters thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Frau Natascha Garvin Barba hat im Rahmen ihrer Feldforschung für die Magisterarbeit in Guatemala ein Thema gewählt, das in zwei zentrale Gegenstandsbereiche der Ethnologie eingebettet ist: In die Rechtsethnologie und die Politische Ethnologie, aus denen sie einige Schlüsselkonzepte in ihrem einleitenden theoretischen Kapitel kritisch darstellt, insbesondere das des Rechtspluralismus. Nach der notwendigen Beschreibung der regionalen Gegebenheiten und der Forschungssituation stellt sie die Gemeinde vor, in der sie ihre Untersuchung durchgeführt hat, diskutiert das Rechtssystem der Maya Guatemalas und führt uns durch den Wandel, den die Institutionen lokaler Autoritäten von der prä-hispanischen Epoche bis in die Gegenwart durchlaufen haben. Hierbei bleibt auch der aktuelle soziopolitische Kontext in Guatemala nicht unberücksichtigt, insbesondere die Maya-Bewegungen und ihre Bestrebungen hinsichtlich einer Revitalisierung der indigenen Kultur sowie die nationale Diskussion über Dezentralisierung und Justizreformen. Die Frage nach der Verankerung der Corporación Auxiliar Pueblo Viejos in der indigenen Kultur und ihre gleichzeitige Einbettung ins nationale Verwaltungs- und Justizsystem bildet den zentralen Gegenstand des empirischen Teils der Arbeit, der auf einer breiten Basis äußerst sorgfältig ausgewerteter qualitativer und quantitativer Daten beruht. Im einzelnen werden Organisation, interne Struktur und Funktionen der Corporación Auxiliar geschildert, wobei ein besonderes Augenmerk der Rolle gilt, die die Corporación Auxiliar bei der Lösung von Konflikten innerhalb der Dorfgemeinschaft spielt. Diese Rolle wird auf eindrucksvolle Weise mit Hilfe detaillierter Fallbeschreibungen, einer Typologie der auftretenden Konflikte und einer Analyse der Häufigkeiten der einzelnen Konflikttypen untersucht. Neben Funktionen und Organisation der Corporación Auxiliar wird dargestellt, wie der Alcalde Auxiliar und seine Mitarbeiter zu ihren Ämtern gelangen, und welche Kriterien Amtsträger erfüllen müssen. Hier findet sich ein sehr interessantes Beispiel für eine Regelung, mit deren Hilfe die Erfüllung kultureller Normen und der Umgang mit praktischen Notwendigkeiten miteinander verbunden werden. Darüber hinaus wird die Einbettung der Corporación Auxiliar in die lokale Autoritätsstruktur sowie die Stellung der Corporación innerhalb der Dorfgemeinschaft diskutiert. Als letzter Teil der Arbeit folgt schließlich die Analyse des Einflusses der staatlichen Verwaltung und des nationalen Justizsystems auf die Corporación Auxiliar in Pueblo Viejo, wodurch der Bezug zu der im theoretischen Teil diskutierten Thematik des Rechtspluralismus deutlich wird.

Item Type: Thesis (Masters thesis)
Creators:
CreatorsEmailORCID
Garvin, Natascham.boeck@uni-koeln.deUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-25263
["eprint_fieldname_local_series" not defined]: Kölner ethnologische Beiträge
Volume: 11
Subjects: Customs, etiquette, folklore
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
Magisterarbeit , Guatemala , Rechtsethnologie , Lokalpolitik , AutoritätGerman
MA theses , Guatemala , Anthropology of Law , local politics , authorityEnglish
Faculty: Faculty of Arts and Humanities
Divisions: Faculty of Arts and Humanities > Department of Social and Cultural Anthropology
Language: German
Date: 2004
Full Text Status: Public
Date Deposited: 10 Nov 2008 09:21
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/2526

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