Universität zu Köln

Einfluss von Stereotypen und nonverbalem Verhalten auf die Eindrucksbildung: Besonderheiten bei hochfunktionalem Autismus

Schwartz, Caroline (2008) Einfluss von Stereotypen und nonverbalem Verhalten auf die Eindrucksbildung: Besonderheiten bei hochfunktionalem Autismus. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Hintergrund: Hochfunktionaler Autismus (HFA) ist durch normale kognitive Entwicklung bei gleichzeitigen sozial-kognitiven Besonderheiten gekennzeichnet. Bislang liegen kaum Erkenntnisse über die Verwendung verschiedener Informationsquellen für die Eindrucksbildung bei HFA vor. Vor dem Hintergrund bestehender Theorien (insbesondere Theorie der mangelnden zentralen Kohärenz) und der aktuellen Studienlage ist zu vermuten, dass Probleme bei Datensteuerung auftreten, konzeptgesteuert zu verarbeitende Informationen von Personen mit HFA jedoch gut angewendet werden können. Diese Arbeit untersucht, wie sich Stereotype und nonverbales Verhalten auf die Eindrucksbildung bei Personen mit HFA im Vergleich zu Kontrollpersonen auswirken. Methode: In zwei Studien wurde der Einfluss von Berufsstereotypen und nonverbalem Bewegungsverhalten auf die Eindrucksbildung bei einer Stichprobe von Personen mit HFA und einer nach Alter, Geschlecht und IQ parallelisierten Kontrollgruppe untersucht. In Studie 1 wurde zunächst eine kategoriale Vorinformation über den Beruf der Zielperson gegeben. Danach sahen die Versuchspersonen Filme mit Ausschnitten aus Bewerbungsgesprächen. In diesen Filmen waren Aussehen und Geschlecht der Zielpersonen durch Computeranimationen neutralisiert und somit nur die nonverbale Bewegungsinformation als Informationsquelle vorhanden. In Studie 2 wurde bei ansonsten ähnlichem Ablauf das Berufsstereotyp nicht kategorial, sondern in Form eines Lebenslaufes aktiviert. Die abhängige Variable (Eindruck) wurde in beiden Studien mit einem semantischen Differential erhoben. Ergebnisse: Bei HFA zeigte sich in Studie 1 eine bevorzugte Nutzung der kategorialen stereotypen Vorinformation. In der Kombination mit der kategorialen Vorinformation erwies sich auch das nonverbale Verhalten bei Personen mit HFA als einflussreich, wobei die Wirkung des nonverbalen Verhaltens weniger umfassend war als bei Kontrollpersonen. In Studie 2 hatte die Lebenslauf-Vorinformation bei Personen mit HFA deutlich weniger Einfluss auf den Eindruck als in der Kontrollgruppe. Auch das nonverbale Verhalten wurde in Studie 2 von Personen mit HFA kaum genutzt. Fazit: Personen mit HFA nutzen Stereotype für die Eindrucksbildung, jedoch vor allem dann, wenn wie bei kategorialer Stereotypaktivierung (Studie 1) reine Konzeptsteuerung erfolgen kann. In diesem Fall gelingt auch die nachfolgende Verarbeitung des nonverbalen Verhaltens, allerdings in einer reduzierteren Form als bei Kontrollpersonen. Bei sowohl daten- als auch konzeptgesteuert zu verarbeitender Information (Lebenslauf-Vorinformation, Studie 2) haben Personen mit HFA hingegen Defizite. Dies wirkt sich auch auf nachfolgend präsentiertes nonverbales Verhalten aus, das dann deutlich weniger als von Kontrollpersonen genutzt werden kann. Hieraus können sozial-kognitive Trainingsmaßnahmen abgeleitet werden, die auf der Vermittlung von sozial relevanten Kategorien und deren flexiblem Einsatz basieren.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Schwartz, Carolinecaroline.schwartz@uni-koeln.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-26545
    Subjects: Psychology
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Hochfunktionaler Autismus, EindrucksbildungGerman
    Faculty: Humanwissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Humanwissenschaftliche Fakultät > Department Psychologie
    Language: German
    Date: 2008
    Date Type: Completion
    Date of oral exam: 20 January 2009
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 29 Apr 2009 08:42:54
    Referee
    NameAcademic Title
    Bente, GaryProf. Dr.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/2654

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