Universität zu Köln

Menschenbild und Bildungsideal in der italienischen Renaissance. Untersuchungen zu Ficino, Pico della Mirandola und Castiglione

Wolf, Gabriela (2009) Menschenbild und Bildungsideal in der italienischen Renaissance. Untersuchungen zu Ficino, Pico della Mirandola und Castiglione. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Ziel dieser Arbeit ist es, das Leben und Wirken dreier bedeutender Denker der italienischen Renaissance zu erhellen. Ficino, Pico und Castiglione sind mit ihren Konzepten vom Menschen zu den bedeutendsten Protagonisten der Renaissance-Kultur geworden. Sie haben für die europaeische Bildung und Kultur - auf für die deutsche - entscheidende Grundlagen gelegt und zur Entwicklung eines Bildungs- und Kulturverstaendnisses auf hohem geistigen Niveau in geradezu herausragendem Maße beigetragen. Ficinos Verdienst ist es, durch seine umfangreichen Uebersetzungsleistungen der westlichen Welt einen Grossteil antiken Wissens, insbesondere das Gedankengut Platons und Plotins erschlossen zu haben. Darauf aufbauend (insbesondere im Rueckgriff auf die Philosophie Plotins, der Platons Dualismus ueberwunden hatte) schuf Ficino auf der Hoehe des 15. Jahrhunderts, vorbereitet von Petrarca und Manetti, ein Menschenbild, das den Menschen zwar ganz metaphysisch verankerte, ihm jedoch zugleich ermoeglichte, von seinem angestammten gottgegebenen Recht auf individuelle Entfaltung, Freiheit der Entscheidung und Weltzugewandtheit Gebrauch zu machen. Pico hat Ficinos anthropologisches Konzept in seinen wesentlichen Facetten aufgegriffen und weiter ausformuliert. Bei Pico gewinnt der Mensch seine Wesenswuerde durch uneingeschraenkte Freiheit. Diese Freiheit ist notwendige Bedingung, dass die geistige Anfangsidee, einen Gott in individueller, materieller Gestalt hervorzubringen, realisiert werden kann. Castiglione schliesslich hat zu Beginn des 16. Jahrhunderts das humanistische Bildungsideal in Verbindung mit Ficinos Anthropologie in die Praxis uebertragen und in ein Rollenkonzept von einem universal gebildeten Weltmenschen umgesetzt. Castiglione entwickelte ein Bild von einem vollkommenen Menschen, der sich im Bewusstsein seiner geistigen Herkunft und Groesse als gewollte Manifestation eines goettlichen Willens in einer materiellen, sinnlich erfahrbaren Welt erkennt und hieraus sein Wertgefuehl bezieht. Ausgestattet mit einem unerschoepflichen Potential an Moeglichkeiten wird Bildung für den Menschen zu einem nahezu unbegrenzten Gestaltungsspiel.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Wolf, GabrielaGabriela.Wolf1@web.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-28100
    Subjects: Philosophy
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Menschenbild , Renaissance-Platonismus , Ficino , Pico , CastiglioneGerman
    Renaissance Philosophy , Ficino , Pico , Castiglione , PlatonismEnglish
    Faculty: Humanwissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Humanwissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Erziehungs- und Sozialwissenschaften - Institut I Bildungsphilosophie, Anthropologie und Pädagogik der Lebensspanne
    Language: German
    Date: 2009
    Date Type: Completion
    Date of oral exam: 13 July 2009
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 07 Sep 2009 11:38:43
    Referee
    NameAcademic Title
    Frost, UrsulaProf. Dr.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/2810

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