Meerpohl, Meike (2009). Kamele und Zucker . Transsahara-Handel zwischen Tschad und Libyen. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Karawanenwege durchzogen und durchziehen seit Jahrhunderten die Sahara. Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den gegenwärtigen, überregionalen Transsahara-Handel in der Region der heutigen Länder Tschad, Sudan und Libyen zu beschreiben und darzustellen. Ausgehend von der historischen Wadai-Benghazi-Route, ihren Entwicklungen und den Veränderungen in den letzten einhundert Jahren besteht das Ziel der Arbeit in der Ergründung der sozioökonomischen Situation Anfang des 21. Jahrhunderts. In der Untersuchung dieser Frage wurde deutlich, dass die heutige Form der Handelsverbindung primär das Resultat von soziopolitischen Netzwerken ist und damit Ähnlichkeit zu historischen Handelsverbindungen aufzeigt. In der vorliegenden Arbeit werden historische, ökologische, politische und wirtschaftliche Hintergründe für die Etablierung der neuen Händlerelite der Zaghawa aufgezeigt, die es verstand, neue Handelsnetzwerke zu knüpfen, bestehende Verbindungen neu zu beleben und weiter zu entwickeln, so dass sich dadurch neue Formen von wirtschaftlichen Beziehungen und zuletzt auch neue Wegstrecken ergeben konnten. Die Untersuchungen im unmittelbaren Umfeld von dem Darfur-Konflikt zeigten deutlich auf, wie stark überregionale Handelsgeschäfte an politische Faktoren geknüpft sind und wie wichtig es ist, Handelsverbindungen den aktuellen Veränderungen unmittelbar und flexibel anzupassen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf einer detaillierten, ethnographischen Beschreibung der notwendigen Vorbereitungen, der Organisation, der Durchführung und der Abläufe innerhalb des gegenwärtigen, überregionalen Kamelhandels sowie den Kommunikationssträngen, den Schwierigkeiten und den Chancen innerhalb des Handelsgeschäftes. Das Kamel, das in den letzten Jahren eine Transformation von einem Transportmittel zur gehandelten Ware durchlaufen hat, ist in dem überregionalen Handel zwischen Tschad und Libyen weiterhin ein wichtiger Bestandteil. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Bedeutung des Zuckers als Handelsgut (als zweite wichtige Ware neben dem Handelsgut Kamel) für die einzelnen Haushalte, die Gesellschaft und den Markt untersucht. Anhand einer ausführlichen Marktanalyse des tschadischen Marktes Tiné zeigt sich die Bedeutsamkeit dieses Handelsgutes sogar anhand der Marktstruktur, so dass abschließend der Frage nachgegangen wird, wie die Handelswaren Kamele und Zucker, die hier vornehmlich gegen einander getauscht werden, im Verhältnis zueinander stehen und welche Wichtigkeit sie für diese Region besitzen. Die Arbeit beruht auf einer insgesamt 20-monatigen ethnologischen Feldforschung im Tschad, im Sudan und in Libyen, die zwischen 2003 und 2007 durchgeführt wurde. In sechs Feldaufenthalten sowie bei der Begleitung von zwei überregionalen Karawanen wurden quantitative sowie qualitative Daten erhoben.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Translated title:
TitleLanguage
Camels and Sugar. Transsaharan-Trade between Chad and LibyaEnglish
Creators:
CreatorsEmailORCID
Meerpohl, Meikem.meerpohl@yahoo.deUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-32637
Subjects: Customs, etiquette, folklore
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
Ethnologie , Transsahara-Handel , Kamel , Zucker , Zaghawa , Karawanenwege , Tschad , Libyen , Sudan , Kufra , Darfur-Konflikt , Sanusiyya , WadaiGerman
Faculty: Faculty of Arts and Humanities
Divisions: Faculty of Arts and Humanities > Department of Social and Cultural Anthropology
Language: German
Date: 2009
Date of oral exam: 1 December 2009
Referee:
NameAcademic Title
Rössler, MartinProf. Dr.
Full Text Status: Public
Date Deposited: 29 Dec 2010 15:09
Refereed: Yes
Status: Published
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/3263

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