Universität zu Köln

Alkoholabhängigkeit - Wirkfaktoren stationärer Therapie und ambulanter Nachsorge. Eine katamnestische Studie

Haller, Volkmar (2012) Alkoholabhängigkeit - Wirkfaktoren stationärer Therapie und ambulanter Nachsorge. Eine katamnestische Studie. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Auf der Basis grundlegender Ergebnisse der Psychotherapieforschung wurde im Rahmen dieser explorativen Studie ein eigenes theoretisches Modell zu Wirkfaktoren in der Alkoholentwöhnungsbehandlung entwickelt. Danach kommen als potenzielle Wirkfaktoren Klienten-, Umfeld-, Therapie- und Therapeutenvariablen sowie Variablen der Sozialen Unterstützung in Betracht. Zur Erhebung ausgewählter Erfolgskriterien (Abstinenzziel, Abstinenzverhalten, Abstinenzzuversicht, Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen, Selbstbild, Vertrauen in Andere, Lebenszufriedenheit) wurde ein Fragebogen konstruiert, mit dem in einer Befragung von 500 alkoholabhängigen Patienten an zwölf deutschen Fachkliniken die Grundannahmen des Modells in der Praxis überprüft wurden. Korrelationsberechnungen zeigten, dass der Wirkfaktor „Therapie“ die relativ größte Bedeutung für die Abstinenz-zuversicht und das Selbstbild hatte, während der Wirkfaktor „Soziale Unterstützung“ für das Vertrauen in Andere und die Lebenszufriedenheit der alkoholabhängigen Patienten am bedeutsamsten war. Des Weiteren wurde durch eine Katamnese (N=175) untersucht, inwieweit die betrachteten Wirkfaktoren auch im Anschluss an den stationären Klinik-aufenthalt von Bedeutung sind und wie sich die zwischenzeitliche Inanspruchnahme ambulanter Nachsorgemaßnahmen (ambulante Nachsorgebehandlung, ambulante Psycho-therapie und/oder Selbsthilfegruppenbesuch) auf die nach sechs Monaten erneut erhobenen Erfolgskriterien ausgewirkt hat. Die Ergebnisse zeigen, dass auch nach sechs Monaten der Wirkfaktor „Therapie“ für die Abstinenzzuversicht und das Selbstbild von größter Bedeutung ist, ebenso wie für das Abstinenzverhalten sowie für die Kompetenz- und Kontroll-überzeugungen der ehemaligen Klinikpatienten. Für den Wirkfaktor „Soziale Unterstützung“ ließ sich nach wie vor ein signifikanter Zusammenhang mit dem Vertrauen in Andere und der Lebenszufriedenheit der Probanden nachweisen. Weiterhin belegen die Ergebnisse dieser katamnestischen Studie, dass Alkoholabhängige, die Nachsorgemaßnahmen ergreifen, sich eher abstinent verhalten, eine höhere Abstinenzzuversicht zeigen, über ein positiveres Selbstbild sowie über stärker ausgeprägte Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen verfügen. Was die Form der Nachsorgebehandlung angeht, empfiehlt sich aufgrund der Daten-auswertung, besonders im Hinblick auf das Erfolgskriterium des Abstinenzverhaltens, für Betroffene der Anschluss einer sogenannten ambulanten Nachsorgebehandlung, am besten ergänzt durch den regelmäßigen Besuch einer Selbsthilfegruppe. Insofern geben die in dieser Studie vorgelegten Befunde bedeutsame Hinweise für die Anwendungspraxis.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Translated abstract:
    AbstractLanguage
    In the present study a new model of effective factors in treatment of alcoholism has been created by taking fundamental results of psychotherapy research into consideration. Variables of clients, environment, therapy, therapists and social support were considered as effective factors. A questionnaire was constructed to measure selected outcome criterions such as goal, behavior and confidence of abstinence, convictions of competence and control, self-image, confidence in others, and quality of life. In order to examine the basic assumptions of the model, 500 patients addicted to alcohol were investigated at twelve german addiction clinics. The results showed that the effective factor „Therapy“ had highest importance for patients‘ confidence of abstinence and their self-image while the effective factor „Social Support“ was most important for their confidence in others and quality of life. Six months later a follow up study (N=175) was conducted, aimed at examining in how far the effecting factors were also important six months after clinical stay and whether patients‘ meanwhile untertaken ambulant aftercare treatments would affect the outcome criterions. The results showed that even after six months the effective factor „Therapy“ had highest importance for confidence of abstinence and patients‘ self-image, and also for their abstinence behavior as well as for their convictions of competence and control. Again significant correlations between effective factor „Social support“ and patients‘ confidence in others and their quality of life were found. In addition, the results of the follow up study demonstrated that addicts who undertook treatments of aftercare, stayed more likely abstinent, showed higher confidence of abstinence, more positive self-images and also stronger convictions of competence and control. Thus, the results recommend for all addicts of alcohol to attend after clinical stay a special ambulant aftercare treatment, ideally combined with regular visits of a self-help group. In this respect the presented findings provide significant indications for practice.English
    Creators:
    CreatorsEmail
    Haller, Volkmarvolkmar.haller@profilcologne.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-45157
    Subjects: Psychology
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    AlkoholabhängigkeitUNSPECIFIED
    WirkfaktorenUNSPECIFIED
    stationäre EntwöhnungsbehandlungUNSPECIFIED
    ambulante NachsorgeUNSPECIFIED
    Faculty: Humanwissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Heilpädagogische Fakultät
    Language: German
    Date: 23 January 2012
    Date Type: Publication
    Date of oral exam: 29 November 2011
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 24 Jan 2012 16:02:31
    Referee
    NameAcademic Title
    Fengler, JörgProf. Dr.
    Funke, WilmaProf. Dr.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/4515

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