Universität zu Köln

Gut gelaunt = gut gelernt? Stimmung als Einflussfaktor der expliziten Gewahrwerdung einer implizit erworbenen Sequenz

Behrens, Tobias (2011) Gut gelaunt = gut gelernt? Stimmung als Einflussfaktor der expliziten Gewahrwerdung einer implizit erworbenen Sequenz. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Affektive Zustände wie Emotionen und Stimmungen bilden eine wesentliche Grundlage unseres alltäglichen Erlebens und beeinflussen unser Denken maßgeblich. Wie jedoch das Erleben unterschiedlicher affektiver Zustände den Erwerb impliziten Wissens beeinflusst, ist bislang ebenso ungeklärt wie die Frage nach deren Einfluss auf die explizite Gewahrwerdung implizit erworbenen Wissens. Die vorliegende Arbeit adressiert diese Frage, indem in vier Experimenten den mit unterschiedlichen affektiven Zuständen verbundenen kognitiven Veränderungen und deren Einfluss auf das implizite Lernen und der expliziten Gewahrwerdung des Gelernten nachgegangen wird. Diesbezüglich wurde angenommen, dass beide Arten des Lernens durch stimmungsbedingte Veränderung der Kognitiven Kontrolle im Sinne einer Anpassung der Inhibitionsfunktion sowie der kognitiven Flexibilität beeinflusst werden können (Dreisbach & Goschke, 2004; Miller & Cohen, 2001). Hierbei zeigte sich jedoch in einem ersten Experiment, dass das Induzieren positiver oder trauriger Stimmung weder den impliziten noch den expliziten Wissenserwerb beeinflusst. Darauf aufbauend legte die Überprüfung der stimmungsgebundenen Veränderung der Inhibitionsfunktion in zwei weiteren Experimenten den Schluss nahe, dass eine unterschiedliche Aufmerksamkeitsausrichtung (Experiment 2) sowie Informationsaufnahme (Experiment 4) ebenfalls keine Rolle für den Erwerb expliziten Wissens spielt. Jedoch ergaben sich aus Experiment 2 Hinweise für einen differentiellen Einfluss der Wechselfunktion im Sinne einer Veränderung der kognitiven Flexibilität. Diese bestätigten sich in Experiment 3, in welchem durch das Einspielen unerwarteter Ereignisse im Sinne der Unexpected-Event-Hypothese (siehe Haider & Frensch, 2005) ein signifikanter Anstieg des verbalisierbaren Wissens bei ausschließlich den positiv gestimmten Probanden zu verzeichnen war. Dies legt nahe, dass unterschiedliche affektive Zustände einen Einfluss auf die explizite Gewahrwerdung impliziten Wissens haben können, abhängig von externen Faktoren und den durch sie ausgelösten höheren kognitiven Prozessen.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Translated abstract:
    AbstractLanguage
    Affective states like emotions and moods are fundamental to our daily experience and influence our thinking in a profound matter. It is unknown however how the experience of different affective states influences the acquisition of implicit knowledge and the explicit awareness of implicit learned material. The present work addresses these questions with four experiments examining the assumed cognitive changes associated with different affective states and their impact on implicit and explicit learning. It is supposed that both types of learning could be influenced by different moods via the adjustment of two functions of cognitive control, the functions of inhibition and cognitive flexibility (Dreisbach & Goschke, 2004; Miller & Cohen, 2001). In a first experiment it could be demonstrated that the induction of a positive or sad affective state had no influence on either implicit or explicit learning. Based on this result two of the following experiments were concerned with the question of a differential influence of mood on the inhibition (Experiment 2) or uptake (Experiment 4) of information but again no significant results could be obtained. However the results from Experiment 2 hinted at an influence from a differentially changed cognitive flexibility. These were confirmed in Experiment 3, in which the usage of unexpected events (e.g. Haider & Frensch, 2005) leads to a significant increase in explicit, verbalizable knowledge for subjects in a positive mood only. This implies that different affective states can have an impact on the explicit awareness of implicit learned material depending on external factors triggering higher cognitive processes.UNSPECIFIED
    Creators:
    CreatorsEmail
    Behrens, TobiasTobi-Bo@gmx.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-47090
    Subjects: Psychology
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    implizites Lernen, explizites Lernen, Stimmungen, Emotionen, Bewusstsein, kognitive KontrolleUNSPECIFIED
    Faculty: Humanwissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Humanwissenschaftliche Fakultät > Department Psychologie
    Language: German
    Date: 18 December 2011
    Date Type: Publication
    Date of oral exam: 09 May 2012
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 20 Sep 2012 09:49:04
    Referee
    NameAcademic Title
    Haider, HildeProf. Dr.
    Bente, GaryProf. Dr.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/4709

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