Universität zu Köln

Auswirkungen von Traumata auf Entstehung und Verlauf von somatoformen Beschwerden sowie die Wirksamkeit von psychodynamischer Psychotherapie bei dieser Patientengruppe

Blokker-Schulz, Anna-Katharina (2015) Auswirkungen von Traumata auf Entstehung und Verlauf von somatoformen Beschwerden sowie die Wirksamkeit von psychodynamischer Psychotherapie bei dieser Patientengruppe. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Zusammenhänge zwischen Trauma und Somatisierung wurden empirisch vielfach belegt. Zur Erklärung des Zusammenhangs bestehen verschiedene Theorien, u.a. die der unterbrochenen Handlung (Fischer, 2000, 2007), der unterbrochenen Informationsverarbeitung (Bering, 2011), der Dissoziation (Nijenhuis, 2004) und der Alexithymie (Krystal, 1979). Unklar ist, welche Art der Therapie traumatisierten, somatisierenden Patienten hilft, da die Psychosomatik als Outcome in der Traumatherapieforschung bislang häufig vernachlässigt wurde. In der vorliegenden Promotion wurde der Zusammenhang von Trauma und somatoformen Beschwerden sowie die Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie bei dieser Patientengruppe untersucht. Hierzu wurde eine klinische, naturalistische Längsschnittstudie mit Prätest-Posttest-Design an einer Stichprobe ambulanter Psychotherapiepatienten durchgeführt. Die Ergebnisse (N = 248) zeigen, dass zwei Drittel der Somatisierungsvarianz mittels Traumata (insbesondere vor dem 6. Lj.), posttraumatischer und dissoziativer Symptomatik aufgeklärt werden können. Physische und sexuelle Gewalt sind die Subformen, die die stärksten Zusammenhänge mit Somatisierung aufweisen. Der Zusammenhang zwischen traumatischen Ereignissen und Somatisierung wird insbesondere durch PTBS-Symptomatik moderiert und durch Dissoziation partiell mediiert. Die längsschnittlichen Ergebnisse (n = 83) zeigen, dass nach psychodynamischer Psychotherapie (durchschnittlich 79 Std.) moderate bis große Effekte bezüglich der Verbesserung des Funktionsniveaus, der Reduktion der posttraumatischen, alexithymen, allgemeinpsychopathologischen, somatoformen und dissoziativen Symptome vorliegen. Entgegen der Hypothese liegt keine signifikante Veränderung der Inanspruchnahme des Gesundheitssystems vor. Negative Prädiktoren des Therapieverlaufs im Hinblick auf die Somatisierung sind Traumata (insbesondere vor dem 6. Lj.) sowie tendenziell starke Dissoziation und Alexithymie zu Therapiebeginn. Die Therapiedosis erweist sich als positiver, jedoch nicht signifikanter Prädiktor des Therapieerfolgs. Die Ergebnisse zeigen, dass somatoforme Symptome als Folge von Traumatisierung eher die Regel als die Ausnahme darstellen und durch Traumatherapie beeinflusst werden können. Sie verweisen zudem auf die Relevanz der Psychosomatik als Outcome in der Traumatherapieforschung. Zu diskutierende Limitationen der Untersuchung sind die reduzierte interne Validität des Feldstudiendesigns, das Fehlen einer Kontrollgruppe, die Auswahl der Outcome-Variablen inklusive des weitgehenden Fehlens multimodaler Bewertungen.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Blokker-Schulz, Anna-Katharinaakblokker@googlemail.com
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-67313
    Subjects: Psychology
    Medical sciences Medicine
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Psychotherapieforschung; Trauma; posttraumatische Belastungsstörung; Psychosomatik; somatoforme Beschwerden; Dissoziation; AlexithymieGerman
    Faculty: Humanwissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Humanwissenschaftliche Fakultät > Department Psychologie
    Language: German
    Date: 07 December 2015
    Date Type: Publication
    Date of oral exam: 13 April 2016
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 10 Jun 2016 12:48:11
    Referee
    NameAcademic Title
    Bering, RobertProf. Dr. med. Dipl.-Psych.
    Barwinski, RosmariePD Dr. phil. Dipl.-Psych.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/6731

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