Universität zu Köln

Die Entwicklung des Rheinschiffahrtsrechts zwischen 1815 und 1868

Strauch, Dieter Prof. Dr. (2007) Die Entwicklung des Rheinschiffahrtsrechts zwischen 1815 und 1868. In: Der Rhein als Verkehrsweg. Politik, Recht und Wirtschaft seit dem 18. Jahrhundert, hrsg. v. Clemens v. Looz-Corswarem/Georg Mölich. Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie, 7. Verlag Peter Pomp, Bottrop/Essen, pp. 61-92. ISBN 978-3-89355-256-6

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    Abstract

    Im Frieden von Lunéville 1801 kam das linke deutsche Rheinufer an Frankreich, der Talweg des Rheins bildete die Grenze beider Staaten und die Freiheit der Rheinschiffahrt wurde angeregt. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 hob die bisherigen Rheinzölle auf, und ersetzte sie durch die Octroiabgabe (Schiffssteuer) und eine französische Kommission legte den Talweg des Rheines fest. Der Octroivertrag von 1805 machte den Rhein zum gemeinsamen Grenzfluss Deutschlands und Frankreichs, errichtete für den Rhein eine Zentralverwaltung und eine Rheinschiffahrtsgerichtsbarkeit. Jedoch wurden die Stapelrechte in Mainz und Köln nicht aufgehoben. Nach den Freiheitskriegen wurden die Rheinverhandlungen fortgesetzt. Die an Frankreich abgetetenen linksrheinischen Gebiete wurden wieder deutsch und der Artikel 5 des ersten Pariser Friedensvertrags von 1814 machte die Rheinschiffahrt grundsätzlich frei. Streitig blieb das Stapelrecht, da die Staaten die Einzelheiten freiheitlicher Rheinschiffahrt in gegenseitigen Verhandlungen festlegen sollten. 1815 wurde zwar die Flussschiffahrt endgültig geregelt doch dauerten die Verhandlungen über die Schiffahrtsordnung noch weitere 15 Jahre, wobei vor allem im Verhältnis zu den Niederlanden streitig war, wie weit die Freiheit der Rheinschiffahrt gelten sollte. Erst 1831 kam es in der Mainzer Rheinschiffahrtsakte zu einer Einigung. Die Stapelrechte verschwanden, es gab acht Freihäfen, die verbindliche Rangfahrt wurde abgeschafft und Rheinzollgerichte errichtet. Die weiterbestehende freiwillige Rangfahrt und die holländischen Zölle fielen dem technischen Fortschritt zum Opfer, da die neue Eisenbahnlinie vom Rheinland nach Antwerpen (der "eiserne Rhein") sie unrentabel machte.1868 wurde schließlich die Mainzer Akte renoviert und die Freiheit der Rheinschiffahrt vollendet.

    Item Type: Book Section
    Creators:
    CreatorsEmail
    Strauch, Dieter Prof. Dr.dieter.strauch@uni-koeln.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-75817
    Series Name: Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie
    Publisher: Verlag Peter Pomp
    ISBN: 978-3-89355-256-6
    Volume: 7
    Subjects: Geography and history
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Rastatter Kongress 1797/99; Reichsdeputationshauptschluss 1803; Talweg des Rheins als Staatsgrenze; Treidelpfad, Octroivertrag 1805; Zentralverwaltungskommission; Rheinschiffahrtsgerichte; Rheinzollgerichte, Octroiabgabe; Schiffahrtsordnung; Heckenfahrten; Stationshafen; Krangebühren; Schifferzünfte; Rangfahrt; erster Pariser Frieden 1814; Umschlagsrecht; Kleinschiffer; Wiener Kongress 1814; Mainzer Rheinschiffahrtsakte 1831.UNSPECIFIED
    Faculty: Rechtswissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Rechtswissenschaftliche Fakultät > Institut für neuere Privatrechtsgeschichte, Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte
    Language: German
    Date: 2007
    Date Type: Publication
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 09 May 2017 08:29:14
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/7581

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