Günther, Aldisa (2025). Hämangiosis carcinomatosa und Lymphangiosis carcinomatosa als prognostische Faktoren für das Survival bei Patienten mit NSCLC – Eine multizentrische Analyse. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Lungenkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen aller Krebsarten. Die meisten Erkrankungsfälle sind auf das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC, non-smallcell lung cancer) zurückzuführen. Trotz verschiedener Behandlungsmöglichkeiten weisen Patienten mit NSCLC insbesondere in fortgeschrittenen Stadien eine ungünstige Prognose auf. Die Therapiewahl richtet sich nach dem Krankheitsstadium und die Komorbiditäten der Betroffenen. Die TNM-Klassifikation (Tumor, Nodes/Lymphknoten, (Fern-)Metastase) sowie die Stadieneinteilung nach der 8. Auflage der Union Internationale Contre le Cancer (UICC) bieten eine standardisierte und einheitliche Beschreibung des Tumors, die essenziell für die therapeutische Entscheidung ist. Lymphangiosis carcinomatosa (L) und Hämangiosis Carcinomatosa (V) sind wichtige histopathologische Prognosefaktoren die auch Bestandteil der TNM-Klassifikation sind. In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass sich diese Parameter negativ auf die Prognose eines Patienten auswirken. Die Anwesenheit einer Lymphangiosis und Hämangiosis carcinomatosa ist mit einem höheren Rezidivrisiko und schlechterem Überleben bei den betroffenen Patienten verbunden. In dieser Arbeit wurden Patienten, die sich im Zeitraum von 2010 - 2020 in der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Köln sowie in der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Charité - Universitätsmedizin Berlin operiert wurden, untersucht. Es ergab sich somit eine Anzahl von insgesamt 1164 Patienten, deren Daten retrospektiv erhoben und analysiert wurden. Das mittlere Erkrankungsalter lag bei diesem Patientenkollektiv bei 66,1 Jahren. Männer waren mit einem Prozentsatz von 64,3% häufiger betroffen als Frauen. Hinsichtlich des histologischen Subtyps wurden Adenokarzinome weitaus häufiger diagnostiziert als Plattenepithelkarzinome. Untersucht wurde der Einfluss von Lymphangiosis carcinomatosa und Hämangiosis carcinomatosa auf das Überleben der NSCLC Patienten. Eine positive Lymphangiosis (L1) wurde bei etwa 22% der Patienten diagnostiziert und eine positive Hämangiosis (V1) bei ca. 10% der Betroffenen nachgewiesen. Die meisten Patienten mit L1 und V1 befanden sich im UICC-Stadium III. Außerdem wurde in der L1-Kohorte, mit einem Anteil von 45,5%, am häufigsten ein Lymphknotenbefall im Stadium N2 diagnostiziert. In der V1-Kohorte wurde bei den meisten Patienten das Stadium N0 nachgewiesen. Der Einfluss einer Lymphangiosis carcinomatosa oder Hämangiosis carcinomatosa wurde mittels Überlebensanalysen ermittelt. Die Gesamtkohorte wurde hinsichtlich der Anwesenheit einer Lymphangiosis oder Hämangiosis carcinomatosa in zwei Gruppen eingeteilt und das 11 Gesamtüberleben sowie das krankheitsfreie Intervall vor und nach Propensity-Score-Matching (PSM) ermittelt. Die PSM-Analyse wurde durchgeführt, um eine Vergleichbarkeit der Gruppen herzustellen. Patienten, bei denen keine Lymphangiosis (L0) und Hämangiosis carcinomatosa (V0) diagnostiziert wurde, zeigten bessere Überlebensraten als Patienten mit L1 und V1. Die 5-Jahres-Überlebensrate in der L0-Gruppe betrug 46,5% vor PSM und 45,1% nach PSM, während sie in der L1-Gruppe bei 25,4% vor PSM und 27,5% nach PSM lag. Sowohl vor PSM (p<0,001), als auch nach PSM (p=0,001) handelt es sich um einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil in der L0-Kohorte. In den V-Kohorten lebten nach 5 Jahren noch 43,7% der Patienten mit nachgewiesenem V0, bei V1 hingegen nur noch 25%. Diese Ergebnisse vor PSM zeigten einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den V-Gruppen (p=0,001). Auch nach PSM wies die V0- Gruppe ein höheres Überleben im Vergleich zu den Patienten mit V1 auf. Allerdings handelt es sich hier um statistisch nicht signifikante Ergebnisse (p=0,34). Im Vergleich zu anderen Studien könnte die unterschiedliche statistische Signifikanz vor und nach PSM daran liegen, dass in unserer Arbeit der Anteil der Patienten mit diagnostizierter Hämangiosis carcinomatosa geringer war. Durch die zunehmende Bedeutung der Parameter Lymphangiosis carcinomatosa und Hämangiosis carcinomatosa wird empfohlen, dass diese bei jedem Patienten mit NSCLC erhoben und dokumentiert werden. Bei anderen Tumorentitäten, wie beim kolorektalen Karzinom oder beim Cervixkarzinom, sind diese beiden Prognosefaktoren laut Leitlinie Teil des pathologischen Befundberichts. Zudem ist Lymphangiosis carcinomatosa, beispielsweise beim Cervixkarzinom, Teil neuer Therapieempfehlungen. Diese beiden histopathologischen Parameter könnten herangezogen werden, um die Prognose der Patienten mit einer positiven Lymphangiosis carcinomatosa oder Hämangiosis carcinomatosa zu verbessern. Somit könnten Patienten herausgefiltert werden, die ein höheres Risiko dafür aufweisen, nach der chirurgischen Resektion Rezidive oder Metastasen zu entwickeln. Durch eine Therapieanpassung, wie eine adjuvante Chemotherapie, könnte das Überleben der Betroffenen verbessert werden.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
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Email
ORCID
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Günther, Aldisa
aldisaguenther@web.de
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-794761
Date: 2025
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Chirurgie > Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Lungenkrebs, Bronchialkarzinom, NSCLC, Lymphangiosis carcinomatosa, Hämangiosis carcinomatosa, prognose, Überleben, Histopathologsich, Therapie, Resektion, UICC, TNM, V, L
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 31 October 2025
Referee:
Name
Academic Title
Schlachtenberger, Georg
PD Dr. med.
Biehl, Lena
PD Dr. med.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/79476

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