Sauter, Annika Elisa ORCID: 0009-0007-8262-9775 (2026). Neural Underpinnings of Adaptive Control in Fronto-Subthalamic Networks. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

In an environment as complex and unpredictable as our human society, we cannot merely rely on hard-wired reflexes and short-term incentives for successful behavior. Instead, our brain uses cognitive control to derive expectations from current and prior information and adapts strategically to changing demands. Cognitive control involves interconnected processes that resist clear categorization, suggesting a shared core of control functions. Understanding this control architecture is crucial to understanding psychological and neuropsychiatric disorders that are linked to pathological control functions, as for example Parkinson’s disease. The aim of this thesis was to uncover the shared foundation that drives theoretically distinct aspects of control. Our focus was on the control required when a goal changes (response reprogramming) and the control employed when distractions occur (conflict resolution). Additionally, we assessed how these two aspects are modulated by expectations by varying their frequency of occurrence in a novel task. The integration of all these factors in one task allowed to test for interactions. Furthermore, the task processes were examined from different angles, which included neuroimaging data from healthy participants and electrophysiological data of people with Parkinson’s disease that received deep brain stimulation of the subthalamic nucleus (STN DBS; neuromodulation). In Chapter 2, we found behavioral evidence for a shared process behind reprogramming and conflict resolution in healthy participants. We predicted disproportionate performance decreases when these control demands coincided, reflecting limited resources for inhibition, flexibility or coordination, especially when they were unexpected. Indeed, we observed disproportionate error increases under these circumstances, suggesting a processing “bottleneck” that can be attenuated by anticipatory control (i.e., expectations). The same task was employed in another sample of healthy participants while recording control-related brain activity with functional magnetic resonance imaging (fMRI; Chapter 3). We focused on shared cortical network activations, particularly in relation to cingulo-opercular and fronto-parietal control networks, which are both implicated in reprogramming and conflict resolution. Behaviorally, we replicated the main pattern of an expectation-dependent bottleneck for error rates, which we observed in Chapter 2. On a neural level, fronto-parietal and cingulo-opercular activity was present in reprogramming as well as conflict resolution, while the shared engagement during both processes localized to the pre-supplementary motor area (pre-SMA), another key region in response control. Additionally, the right inferior frontal gyrus (IFG) was selectively activated when control demands coincided and were unexpected, which was linked to the error-related bottleneck. In Chapter 4, we explored the role of the STN in these control processes in people with Parkinson’s disease that received DBS of the STN. We recorded cortical electroencephalogram (EEG) and STN local field potentials (LFPs) to capture beta-band oscillatory signatures of inhibition and flexibility, which have been related to domain-general control. Behaviorally, active stimulation of the STN impaired control function during conflict, leading to increased errors. Moreover, reprogramming effects were generally attenuated as compared to a healthy population, indicating impaired motor preparation. Neurally, we observed both reprogramming and conflict-related beta signatures. Notably, elevated STN beta power increased error probability exclusively when reprogramming and conflict coincided, reflecting a putative bottleneck for flexible adaptations. Taken together, these findings are in line with a core involvement of beta dynamics and the STN in these control processes. In sum, our findings support the notion that control arises from core regions within fronto-subthalamic networks, and is governed by general mechanisms that employ inhibition and flexibility across modalities. In case control demands are particularly elevated or complex, adaptive capacities may be limited and require additional coordination, which could explain the observed “bottleneck” effect.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
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Abstract
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Um sich unserer komplexen und schnelllebigen Umwelt erfolgreich anzupassen, genügt es nicht, unser Verhalten ausschließlich nach Reflexen und kurzfristigen Bedürfnissen auszurichten. Dafür besitzen wir die Fähigkeit zur kognitiven Kontrolle, welche es uns erlaubt, aus kontextuellen und vergangenen Informationen heraus Erwartungen zu formen und somit strategische Entscheidungen zu treffen. Die damit verbundenen Kontrollmechanismen sind eng miteinander verflochten und lassen sich nicht eindeutig abgrenzen, was auf ein zugrundeliegendes Kernsystem hindeutet. Das Verständnis dieser Kontrollhierarchie ist zentral für das Verständnis zahlreicher Krankheitsbilder, die durch dysfunktionale Kontrollmechanismen geprägt sind, wie z.B. die Parkinson-Erkrankung. Um diese zugrundeliegenden Zusammenhänge zu verstehen, haben wir uns auf das Verhältnis zweier theoretisch unterschiedlicher Kontrollaspekte fokussiert: bei ersterem wird Kontrolle verlangt, um sich einem veränderten Ziel anzupassen (Antwort-Reprogrammierung), und bei zweiterem wird Kontrolle benötigt, um eine Ablenkung zu unterdrücken (Konfliktauflösung). Darüber hinaus haben wir untersucht, wie diese beiden Aspekte durch Erwartungen moduliert werden, indem wir die Häufigkeit ihres Vorkommens in einer neuartigen Aufgabe systematisch variierten. Die Integration der verschiedenen Kontrollaspekte in dieser Aufgabe erlaubte es, Interaktionen und Zusammenhänge zu prüfen, welche eine gemeinsame Grundlage nahelegen würden. Wir betrachteten dies aus verschiedenen Blickwinkeln, unter anderem mithilfe von Bildgebungs-Verfahren in einer gesunden Studienpopulation sowie durch elektrophysiologische Daten von Personen mit Parkinson-Erkrankung und Tiefer Hirnstimulation des Nucleus Subthalamicus (THS des STN; Neuromodulation). In Kapitel 2 haben wir Verhaltensparameter untersucht, welche in einer gesunden Studienpopulation auf einen gemeinsamen Kontrollprozess hinter Reprogrammierung und Konfliktauflösung hinweisen würden. In diesem Sinne erwarteten wir, dass die Leistung disproportional stark abnehmen würde, sobald diese Kontrollanforderungen zusammenfielen, was auf Verarbeitungsgrenzen hinsichtlich Inhibition, Flexibilität oder Koordination hinweisen würde. Zusätzlich erwarteten wir eine Verstärkung dieses Effekts, sollten die Anforderungen unerwartet auftreten. Tatsächlich stellten wir disproportionale Fehlerzunahmen fest, sobald Reprogrammierung und Konfliktlösung gleichzeitig und unerwartet auftraten. Dies deutet auf einen Verarbeitungs-„Flaschenhals“ hin, der durch antizipatorische Kontrolle (d. h. Erwartungen) abgeschwächt wird. Dieselbe Aufgabe wurde in einer weiteren gesunden Stichprobe durchgeführt, während die Gehirnaktivität in einem fMRT aufgezeichnet wurde (Kapitel 3). Unser Fokus lag auf gemeinsamen kortikalen Aktivierungen, insbesondere in cingulo-opercularen und fronto- parietalen Kontrollnetzwerken. Auf Verhaltensebene konnten wir die allgemeinen Muster des erwartungsabhängigen “Flaschenhals”-Effektes (Kapitel 2) in der Fehlerrate replizieren, wenn Reprogrammierung und Konfliktlösung gleichzeitig auftraten. Darüber hinaus beobachteten wir cingulo-operculare und fronto-parietale Netzwerkaktivität in beiden Prozessen, die gemeinsame Aktivierung manifestierte sich jedoch in der präsupplementär-motorischen Region (pre-SMA), welche als eine weitere Kernstruktur in der Verhaltenskontrolle dient. Zudem konnten wir eine selektive Aktivierung des rechten inferioren Frontallappens (IFG) nachweisen, wenn Kontrollanforderungen zusammenfielen und zusätzlich unerwartet waren, was mit dem Flaschenhalseffekt bezüglich der Fehlerrate korrelierte. In Kapitel 4 lag der Schwerpunkt auf fronto-subthalamischen Netzwerken und der Rolle des Nucleus Subthalamicus (STN) in diesen Kontrollprozessen, was wir bei Personen mit Parkinson-Erkrankung und THS des STN untersucht haben. Wir zeichneten ein kortikales Elektroenzephalogramm (EEG) und lokale Feldpotenziale (LFPs) des STN auf, um oszillatorische Charakteristika von Inhibition und Flexibilität im Beta-Band zu erfassen, welches diese Kontrollprozesse möglicherweise domänenübergreifend moduliert. Zudem erwarteten wir eine Beeinträchtigung STN-bedingter Kontrollprozesse bei aktiver Stimulation. Auf Verhaltensebene konnten wir tatsächlich eine stimulationsabhängige Zunahme der Fehler in Konfliktsituationen beobachten. Darüber hinaus war die Reprogrammierungs-Anforderung im Vergleich zu einer gesunden Population insgesamt abgeschwächt, was auf eine unzureichende motorische Vorbereitung hindeutete. Auf neuronaler Ebene fanden wir Beta- Charakteristika für Reprogrammierung und Konfliktauflösung, die auf Inhibition und Anpassungsmechanismen in kortikalen Arealen und im STN hinweisen. Des Weiteren erhöhte eine verstärkte Beta-Aktivität im STN die Fehlerwahrscheinlichkeit, und zwar ausschließlich wenn Reprogrammierung und Konflikt zusammenfielen, was auf einen “Flaschenhals”-Effekt für flexible Anpassungen hinweist. Zusammengefasst passen diese Resultate zu einem zugrundliegenden Kontrollmechanismus, welcher von Beta-Dynamiken und dem STN koordiniert wird. Gesamthaft fügen sich unsere empirischen Resultate also in ein Rahmenmodell ein, demzufolge Kontrollprozesse aus Kernregionen in fronto-subthalamischen Netzwerken entstehen und universellen Mechanismen folgen, welche Inhibition und Flexibilität modalitätsübergreifend bestimmen. Abhängig von Art und Ausmaß der Kontrollanforderungen kann dies dazu führen, dass Anpassungskapazitäten limitiert sind, zusätzliche Koordination erfordern und einen „Flaschenhals“-Effekt hervorrufen, so wie er in unseren Studien beobachtet wurde.
German
Creators:
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ORCID
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Sauter, Annika Elisa
annikaelisasauter@gmail.com
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-796348
Date: 2026
Language: English
Faculty: Faculty of Human Sciences
Divisions: Faculty of Human Sciences > Department Psychologie
Subjects: Generalities, Science
Psychology
General statistics
Natural sciences and mathematics
Life sciences
Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
response control
English
response reprogramming
English
conflict resolution
English
deep brain stimulation
English
Parkinson's disease
English
subthalamic nucleus
English
Date of oral exam: 17 December 2025
Referee:
Name
Academic Title
Vossel, Simone
Prof. Dr.
Baldermann, Juan Carlos
PD Dr.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/79634

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