Horbach, Maximilian (2025). Der Einfluss der Nierenfunktion auf das klinische Ergebnis der Spondylodiszitis. PhD thesis, Universität zu Köln.

[thumbnail of diss_mhorbac.pdf] PDF
diss_mhorbac.pdf

Download (1MB)

Abstract

Die Spondylodiszitis ist eine seltene Wirbelsäulenerkrankung, deren Inzidenz in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Oft besteht die Notwendigkeit, operativ tätig zu werden. Trotz suffizienter Infektsanierung ist der klinische Verlauf mit einer hohen Komplikations- und Mortalitätsrate verbunden. Interindividuell unterscheiden sich die Verläufe jedoch immens, weshalb eine Eingliederung in Risikogruppen sinnvoll ist. Eine eingeschränkte Nierenfunktion ist hierfür ein geeignetes Merkmal. Ziel dieser Arbeit ist es, Wirbelsäuleninfektionen hinsichtlich ihres klinischen Verlaufes zu untersuchen und die Nierenfunktion als möglichen Risikoparameter zu identifizieren. Mittels retrospektiver Datenanalyse wurden 369 Patienten, die zwischen Januar 2015 und Januar 2020 wegen ihrer Spondylodiszitis in der Uniklinik Köln operativ behandelt wurden, hinsichtlich ihres Krankheitsverlaufes analysiert. Es erfolgte eine Einteilung der Beobachtungsgruppe anhand der zu Beginn des Krankenhausaufenthaltes gemessenen GFR in Anlehnung an die durch die KDIGO definierten GFR-Kategorien zur Stadieneinteilung der Chronischen Nierenerkrankung. Parameter, die den klinischen Verlauf beschreiben, wurden definiert und analysiert. Die zuvor festgelegten Gruppen wurden bezüglich dieser Parameter miteinander verglichen. Insgesamt umfasste diese Studie 255 Patienten (m: 173, w: 82). Das Durchschnittsalter betrug 66,3  13,3 Jahre. Eine bekannte chronische Nierenerkrankung bestand bei 36 Patienten (14,1 %). Zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme ließ sich bei 74 Patienten (29 %) eine GFR < 60 mL/min messen. Komplikationen traten bei 145 Patienten (56,9 %) auf. Signifikant erhöht war die Komplikationsrate bei einer GFR 30 - 60 mL/min (51,0 %) und ab einer GFR < 30 mL/min (73,9 %) (p = 0,002). Die Rate an Revisionsoperationen war bei einer GFR < 30 mL/min deutlich erhöht, wenn auch nicht signifikant (p = 0,087). Auch die Mortalität stieg signifikant mit Abnahme der GFR. So betrug diese bei einer GFR > 60 mL/min 7,3% und stieg kontinuierlich an (GFR < 60 mL/min: 17,6 %; GFR < 30 mL/min: 30,4 %) (p = 0,003). Die hohe Komplikationsrate hinsichtlich der Spondylodiszitis wurde in der vorliegenden Arbeit bestätigt. Es wurde gezeigt, dass die GFR als geeigneter prognostischer Faktor den klinischen Verlauf der Spondylodiszitis vorhersagen kann. Die Eingliederung der Patientengruppe anhand der GFR ergibt signifikante Unterschiede der jeweiligen Gruppen in der Krankenhausaufenthaltsdauer, der Rate an Intensivbehandlungen und in der Komplikations- und Mortalitätsrate.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
Creators
Email
ORCID
ORCID Put Code
Horbach, Maximilian
mhorbac1@smail.uni-koeln.de
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-797443
Date: 2025
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Orthopädie > Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Spondylodiszitis
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 15 September 2025
Referee:
Name
Academic Title
Scheyerer, Max Joseph
Professor Dr. med.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/79744

Downloads

Downloads per month over past year

Export

Actions (login required)

View Item View Item