Konitz, Christoph Marc (2026). Der Einfluss von akuter und chronischer sportlicher Belastung auf den Appetit und die Appetitregulation bei Personen mit Prädiabetes oder Diabetes mellitus Typ 2. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) wird zunehmend zu einer Herausforderung für das Gesundheitssystem. Lebensstilbezogene Maßnahmen, mit dem Ziel einer Normalisierung des Körpergewichts, stellen eine kostengünstige und effektive Möglichkeit zur Prävention und Therapie der Erkrankung dar. Trotz der zügig voranschreitenden Forschung auf dem Gebiet der Appetitregulation und dem längst bekannten Zusammenhang zwischen Sport und Appetit, finden appetitbezogene Aspekte bei der Gestaltung von lebensstilbezogenen Empfehlungen für Personen mit Prädiabetes oder T2DM bislang kaum Beachtung. Das Ziel dieser Arbeit ist es daher, mithilfe einer systematischen Übersichtsarbeit die akuten sowie chronischen Effekte von sportlicher Belastung auf das subjektive Appetitempfinden und appetitregulierende Mechanismen bei Personen mit Prädiabetes oder T2DM zu untersuchen. Dafür wurde zunächst eine systematische Suche in PubMed, Web of Science und dem Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL) durchgeführt. Folgende Einschlusskriterien wurden auf die Suchergebnisse angewandt. Alle Teilnehmenden mussten 18 Jahre alt oder älter sein und in mindestens einer Studiengruppe mussten alle Personen an Prädiabetes oder T2DM erkrankt sein. Außerdem musste die durchgeführte Intervention eine einzelne sportliche Belastung und/oder ein längerfristiges sportliches Trainingsprogramm enthalten. Folgende Vergleiche zwischen den Interventionsgruppen innerhalb einer Studie waren zulässig: 1. Eine Interventionsgruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die kein Training durchführte. 2. Der Vergleich zwischen Gruppen, welche verschiedene Interventionen durchführten. 3. Der Vergleich zwischen Gruppen mit und ohne Prädiabetes oder T2DM, welche identische Interventionen durchführten. Als ein Ergebnis mussten die Appetitbewertungen der Teilnehmenden erfasst worden sein. Appetithormone wurden zusätzlich als Ergebnis berücksichtigt, wenn sie zusammen mit den Appetitbewertungen innerhalb derselben Studie gemessen wurden. Die eingeschlossenen Studien wurden mithilfe der Physiotherapy Evidence Database (PEDro) Skala auf ihre Risiken für systematische Fehler untersucht. Die initiale Suche ergab 4167 Ergebnisse. Schlussendlich konnten sieben Studien eingeschlossen werden. Es wurden die Ergebnisse von 211 Teilnehmenden ausgewertet. Insgesamt wiesen die eingeschlossenen Studien ein niedriges Risiko für systematische Fehler auf. Studien, die akute Effekte untersuchten, zeigten für Ausdauertraining einen kurzfristig appetithemmenden Effekt. Für Krafttraining zeigten sich kurzfristig sowohl appetithemmende als auch appetitanregende Effekte. In der Mehrzahl der Studien spiegelten sich die kurzfristigen Veränderungen des Appetitempfindens nach einer Trainingseinheit nicht in Veränderungen der untersuchten Appetithormone Ghrelin, PP, PYY, Leptin, GLP-1 und GIP wider. Lediglich in einer Studie gingen verringerte Level an acyliertem Ghrelin mit einer Reduktion des Appetitempfindens einher. Drei der eingeschlossenen Studien untersuchten langfristige Trainingsinterventionen. Davon zeigten zwei Studien eine Verringerung des Appetitempfindens nach zwei Wochen, beziehungsweise sechs Monaten, während eine Studie keinen Effekt auf das Appetitempfinden nach zwölf Wochen zeigte. Die langfristigen Effekte auf das Appetitempfinden spiegelten sich nicht eindeutig in Veränderungen der gemessenen Appetithormone wider. Zwei der eingeschlossenen Studien untersuchten die Effekte von sportlicher Belastung auf das Appetitempfinden von Personen mit und ohne T2DM im direkten Vergleich. Dabei offenbarten sich, abhängig vom Diabetesstatus der Teilnehmenden, keine eindeutigen Unterschiede. Diese Arbeit zeigt, dass Ausdauersport bei Personen mit T2DM kurzfristig einen appetithemmenden Effekt haben kann. Langfristige sportliche Belastung kann bei Personen mit Prädiabetes oder T2DM einen neutralen bis hemmenden Effekt auf den Appetit haben. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass langfristige sportliche Belastung bei Personen mit Prädiabetes oder T2DM keine kompensatorische Appetitsteigerung zu verursachen scheint.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
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Konitz, Christoph Marc
UNSPECIFIED
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URN: urn:nbn:de:hbz:38-801250
Date: 2026
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Externe Einrichtungen
Subjects: Medical sciences Medicine
Athletic and outdoor sports and games
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Appetit, Diabetes, Sport
German
Date of oral exam: 17 February 2026
Referee:
Name
Academic Title
Predel, Hans-Georg
Universitätsprofessor Dr. med.
Baumann, Freerk
Universitätsprofessor Dr. Sportwiss.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/80125

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