Freiin von Hodenberg, Clara Charlotte Christiane
(2026).
Retrospektive Auswertung von Infektionen der Wirbelsäule im Hinblick auf Outcome und Auftreten eines Empyems als Risikofaktor.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Einleitung: Die Spondylodiszitis ist ein entzündlich-destruktive Erkrankung, die zwar selten auftritt, aber mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden ist. Neben allgemeinen Infektionszeichen können auch sensomotorische Defizite vorliegen, angefangen von einer geringen Einschränkung der Muskelkraft bis hin zu Para- oder Tetraparese. Neben Veränderungen in den Bandscheiben und angrenzenden Wirbelkörpern, können zusätzlich intraspinale bzw. epidurale Abszesse und Empyeme vorliegen. Diese erhöhen die Wahrscheinlichkeit für sensomotorische Ausfälle. Eine zeitnahe Dekompression ist entscheidend, um irreversible Druckschädigungen des Rückenmarks und der Spinalwurzeln zu verhindern. Rückblickend sollte daher der Operationszeitpunkt bei Patienten mit und ohne spinales Empyem analysiert werden. Methode: Es erfolgte eine retrospektive Auswertung der Patienten mit Spondylodiszitis die zwischen 01.2015 und 10.2020 operativ behandelt wurden. Anhand der MRT-Bilder konnte die Größe der epiduralen Empyeme ausgemessen werden, die maximale Längsausdehnung im axialen, sowie im sagittalen Bild der T2 Sequenz. Ergebnisse: Eingeschlossen wurden 255 Fälle, mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren (173 Männer, 82 Frauen). Bei 48 dieser Patienten (18,8%) konnte im MRT ein spinales Empyem nachgewiesen werden. Eine neurologische Symptomatik wurde bei 60 Patienten (23,5%) beobachtet, von diesen hatten 14 Patienten ein Empyem. Dementsprechend hatten Patienten mit Empyem (29,2%) häufiger neurologische Symptome als Patienten ohne begleitendes Empyem (22,2%). Patienten mit neurologischer Symptomatik wurden im Schnitt gut 1,5 Tage früher als Patienten ohne Neurologie operativ behandelt. Ein zusätzliches Empyem verkürzte die Zeitspanne erneut um knapp einen halben Tag.. Allerdings zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Vergleich zwischen Patienten mit bzw. ohne Empyem. Die Mortalitätsrate bei Patienten mit neurologischer Symptomatik und diagnostiziertem Empyem ist mit knapp 36% deutlich höher als Patienten ohne Empyem (20%). Weitere Divergenzen sind in der Länge des Gesamtaufenthalts, sowie im Aufenthalt auf der Intensivstation zu sehen. Patienten mit Empyem sind ca. 10 Tage länger im Krankenhaus (⌀43 Tage), und werden gut 16 Tage länger auf der Intensivstation behandelt (⌀20 Tage). Diskussion: Das Vorliegen eines spinalen Empyems in Verbindung mit neurologischen Symptomen, sollte zu einer zeitnahen Operation führen, da die Mortalitätsrate erhöht ist, je später die Operation durchgeführt wurde. Im Hinblick auf den Gesamtaufenthalt im Krankenhaus ist dieser ebenfalls deutlich kürzer bei Patienten, die innerhalb der ersten 2 Tage nach Aufnahme operiert wurden. Patienten mit Empyem bleiben 36 Tage gegenüber Patienten ohne Empyem mit 32 Tagen.
| Item Type: | Thesis (PhD thesis) |
| Creators: | Creators Email ORCID ORCID Put Code Freiin von Hodenberg, Clara Charlotte Christiane claravonhodenberg@gmail.com UNSPECIFIED UNSPECIFIED |
| URN: | urn:nbn:de:hbz:38-801294 |
| Date: | 2026 |
| Language: | German |
| Faculty: | Faculty of Medicine |
| Divisions: | Faculty of Medicine > Orthopädie > Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie |
| Subjects: | Medical sciences Medicine |
| Uncontrolled Keywords: | Keywords Language Spondylodiszitis German spinales Empyem German |
| Date of oral exam: | 5 February 2026 |
| Referee: | Name Academic Title Oikonomidis, Stavros Privatdozent Dr. med. Skouras, Emmanouil Privatdozent Dr. med. |
| Refereed: | Yes |
| URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/80129 |
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