Universität zu Köln

Die Entwicklung der jugendlichen Identität in Abhängigkeit von der elterlichen Identität unter Berücksichtigung der elterlichen Erziehung als Einflussvariable

Schöngen, Dorothée (2005) Die Entwicklung der jugendlichen Identität in Abhängigkeit von der elterlichen Identität unter Berücksichtigung der elterlichen Erziehung als Einflussvariable. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Die Arbeit ist eine Integration der Forschungsgebiete zur Identität, zum Selbst und zu Selbstkonzepten, zu den individuellen Werthaltungen und der Selbstaufmerksamkeit sowie zu der Erziehung und der sozialen Identität zu einem Strukturmodell der personalen und sozialen Identität. Die Untersuchungsergebnisse basieren auf den Daten von 364 Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren sowie eines ihrer Elternteile. Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen des Projektes �Personale und soziale Identität im Kontext von Globalisierung und nationaler Abgrenzung� der Lehrstuhls für Entwicklungs- und Erziehungspsychologie des Psychologischen Instituts an der Universität zu Köln. Es handelt sich um ein international durchgeführtes Projekt, welches zum Zeitpunkt der Fertigstellung der vorliegenden Arbeit noch nicht abgeschlossen ist. Inhaltlich werden Hypothesen zu fünf Bereichen aufgestellt und geprüft. Die Bereiche beziehen sich auf a) die Beziehungen zwischen den untersuchten Konstrukten der personalen Identität, b) die Beziehungen zwischen dem Selbstwert und den untersuchten Konstrukten der sozialen Identität, c) die Auswirkungen von Erziehung, d) die Bedingungsfaktoren von Erziehung auf Seiten des Erziehenden und e) die Transmission von personaler und sozialer Identität von Eltern auf ihre Kinder. Die Hypothesen wurden mit Ausnahme des letzten Bereiches für Eltern und Jugendliche getrennt untersucht. Im Bereich der untersuchten Beziehungen zwischen den Komponenten der personalen Identität konnte nur ein Teil der aufgestellten Hypothesen belegt werden. So konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Selbstaufmerksamkeit und dem informationsorientierten Identitätsstil nachgewiesen werden. Demgegenüber konnte nicht stringent belegt werde, dass der Differenzierungsgrad von Selbstkonzepten und Kontrollüberzeugungen mit dem Ausmaß der Selbstaufmerksamkeit in Beziehung steht. Auch die postulierte Uförmige Beziehung zwischen Selbstwert und Selbstaufmerksamkeit wurde nicht belegt. Es konnte jedoch nachgewiesen werden, dass die Selbstbewertung durch die untersuchten Selbstkonzepte und Kontrollüberzeugungen vorhergesagt werden kann. Durchgehend wurde das Alter und das Geschlecht als Einflussvariable identifiziert. Die Ergebnisse der Hypothesenprüfung unterscheiden sich für die beiden Personengruppen geringfügig. Die Untersuchung der Beziehungen zwischen der Selbstbewertung und der sozialen Identität zeigte überraschender Weise für die Gruppe der Jugendlichen, dass eine geringe Selbstzufriedenheit mit hoher Xenophilie einhergeht. Für die Gruppe der Eltern wurde die Annahme bestätigt, dass eine positive Selbstbewertung die Akzeptanz von Fremden und von der eigenen Person Verschiedenem günstig beeinflusst. Die wahrgenommene Erziehung ist besonders in Form der erfahrenen Toleranz ein wichtiger Prädiktor für die jugendliche Selbstbewertung, Selbstreflexion und untersuchten Kontrollüberzeugungen. Die Selbstkonzepte Jugendlicher hingegen konnten nicht vorhergesagt werden. Aufgrund der geringen Datenlage war der vierte Bereich, welcher die Bedingungsfaktoren in der personalen Identität für die elterliche Erziehung untersuchte, von explorativem Charakter. Hier zeigten sich der diffus/vermeidende Identitätsstil, die Selbstzufriedenheit sowie das eigene Rollenübernahmeinteresse als die besten Prädiktoren für die selbstperzipierte Erziehung. Die Transmission zwischen Eltern und ihren Kindern zeigte sich in der vorliegenden Arbeit erwartungskonform in der ähnlichen Bewertung von Werten. Daneben konnten aber auch Gemeinsamkeiten für die Verarbeitung von identitätsrelevanten Informationen, der Selbstbewertung sowie dem Leistungsehrgeiz zwischen den Generationen nachgewiesen werden. Eine Beschreibung der Identitätstypen konnte für die untersuchten Personengruppen der Eltern und Jugendlichen mittels Clusteranalyse vorgenommen werden. Hier zeigten sich zwischen den Gruppen deutliche Unterschiede. Während die Jugendlichen größtenteils im Stadium der Identitätssuche beschrieben wurden, zeigten die Eltern fast durchgehend eine abgeschlossene Identitätsfindung. Eine Verunsicherung aufgrund eines schnellen sozialen Wandels und der Vielfalt der Selbstverwirklichungsmöglichkeiten kann somit bei den Eltern nicht festgestellt werden. Die Modellprüfung mittels Faktorenanalyse belegte nur für die soziale Identität den postulierten Aufbau. Das Strukturmodell der personalen und sozialen Identität konnte mittels Pfadanalysen nur in Teilen bestätigt werden. Während die postulierten latenten Variablen der personalen Identität (Selbstreflexion, Selbstbewertung, Selbstkonzepte und Kontrollüberzeugungen) als Strukturmodell angenommen werden konnten, gilt dies im Bereich der sozialen Identität nur für die Einstellungen zu Fremdgruppen. Auch die Zusammenführung der personalen Identität zu einem Strukturmodell erwies sich als sinnvoll. Das Gesamtstrukturmodell der personalen und sozialen Identität konnte jedoch nicht bestätigt werden.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Schöngen, Dorothéed.schoengen@uni-koeln.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-17733
    Subjects: Psychology
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Erziehung, Identität, JugendGerman
    identity, education, youthEnglish
    Faculty: Philosophische Fakultät
    Divisions: Philosophische Fakultät > Psychologisches Institut
    Language: German
    Date: 2005
    Date Type: Completion
    Date of oral exam: 08 February 2006
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 28 Jun 2006 10:44:00
    Referee
    NameAcademic Title
    Schmidt-Denter, U.Prof. Dr. phil.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/1773

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