Heymans, Anke (2009) Regulationsstörungen der frühen Kindheit: Ein- und Durchschlafstörungen aus bindungstheoretischer Perspektive. Masters thesis, Universität zu Köln.
Abstract
Ein- und Durchschlafstörungen zählen mit einer Prävalenzrate von etwa 15 bis 20 % mit zu den häufigsten Störungsbildern im Säuglings- und Kleinkindalter. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Genese und Verlauf dieser oft lang anhaltenden Schwierigkeiten. Aus bindungstheoretischer Perspektive wird betrachtet, welchen Einfluss Nähe-, Schutz- und Zuwendungsbedürfnisse auf die Eltern-Kind-Interaktionen im Schlafkontext nehmen und welche Rolle dabei die Qualität der Mutter-Kind-Bindung spielt. Dazu werden neun empirische Studien gegenübergestellt, die Zusammenhänge zwischen kindlichen bzw. mütterlichen Arbeitsmodellen von Bindung und Merkmalen der Schlaf-Wach-Regulation untersucht haben. Unter anderem konnten signifikant erhöhte Raten einer unsicher-ambivalenten Bindung (ermittelt über den Fremde-Situations-Test) unter Kindern mit Ein- und Durchschlafstörungen in zwei unabhängigen Studien nachgewiesen werden. Eine Zuordnung elterlicher wie kindlicher Arbeitsmodelle von Bindung zu anderen nachweislichen Einflussfaktoren bezüglich Genese und Verlauf von Ein- und Durchschlafstörungen ist nach aktuellem Forschungsstand vertretbar. Die empirischen Zusammenhänge sind insgesamt jedoch geringer als es theoretische Bezüge zunächst erwarten lassen.
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