Universität zu Köln

Wirksamkeit des "Kompetenztrainings für Eltern sozial auffälliger Kinder" (KES) aus Sicht von Erziehungspersonen und deren Kindern

Walg, Marco (2012) Wirksamkeit des "Kompetenztrainings für Eltern sozial auffälliger Kinder" (KES) aus Sicht von Erziehungspersonen und deren Kindern. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Eine Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität sind die Kernsymptome einer hyperkinetischen Störung. Diese Symptome führen häufig zu einer erhöhten familiären Stressbelastung und einer negativen Eltern-Kind-Beziehung, was wiederum eine Persistenz der hyperkinetischen Symptomatik begünstigt. Im Rahmen einer multimodalen Behandlung gelten Elterntrainings als leitliniengerechte Intervention. Frühere Untersuchungen zeigen, dass die Teilnahme an einem Elterntraining zu einer Reduzierung der familiären Stressbelastung, einer Verringerung der kindlichen Verhaltensauffälligkeiten sowie zu einer Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion führt. Kritisch diskutiert wird der Einfluss von Erwartungseffekten auf die Studienergebnisse, da in der Mehrzahl früherer Studien die Effektivitätsschätzungen ausschließlich auf Beurteilungen der Trainingsteilnehmer zurückgehen. In vorliegender Arbeit wurden daher aus jeder Familie die am Training teilnehmende Erziehungsperson, eine weitere Erziehungsperson und das hyperkinetische Kind zur Wirksamkeit des „Kompetenztraining für Eltern sozial auffälliger Kinder“ befragt. Die Untersuchung erfolgte im Zeitraum vom 17.09.2007 bis 26.02.2010 in der Abteilung für Kinder-, Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des LVR-Klinikums Düsseldorf, Klinik der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf. Es wurden 64 Familien in die Studie aufgenommen, welche per Randomisationsverfahren einem Einzeltraining, einem Gruppentraining oder einer Wartekontrollgruppe zugewiesen wurden. Die hyperkinetischen Kinder waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 6 und 11 Jahren alt. Zu drei Zeitpunkten (Prä-, Post- und Follow-up-Messung) beurteilten die Erziehungspersonen anhand standardisierter Fragebögen die hyperkinetische Symptomatik des Kindes, kindliche Verhaltensauffälligkeiten und ihr individuelles Stresserleben. Die Kinder wurden zu Verhaltensauffälligkeiten, dem familiären Stressniveau und ihren individuellen Stresssymptomen befragt. Aus Sicht beider Erziehungspersonen aller drei Untersuchungsbedingungen reduzierte sich die hyperkinetische Kernsymptomatik des Kindes im Verlauf bedeutsam. Bei den Trainingsteilnehmern spricht eine marginal signifikante Wechselwirkung für eine relativ stärkere Abnahme der Symptomatik in der Interventionsgruppe Einzeltraining im Vergleich zur Wartekontrollgruppe. Hinsichtlich des Ausmaßes der kindlichen Verhaltensauffälligkeiten in sogenannten Standardsituationen ergaben die Einschätzungen der weiteren Erziehungspersonen, welche nicht am Training teilnahmen, einen signifikanten Unterschied zwischen Einzeltraining und Kontrollgruppe: Während die wahrgenommenen Verhaltensauffälligkeiten des Kindes in der Bedingung Einzeltraining im Verlauf zurückgingen, nahmen nach Einschätzung der Erziehungspersonen der Wartekontrollgruppe die kindlichen Auffälligkeiten im Verlauf zu. Das Gruppentraining unterschied sich nicht statistisch bedeutsam von den anderen beiden Gruppen. Die Angaben der weiteren Erziehungspersonen zeigten zudem eine signifikante Reduzierung der empfundenen Belastung in sogenannten Standardsituationen bei den Probanden der Interventionsgruppen auf. Bezüglich der generellen elterlichen Stressbelastung ergaben die Einschätzungen der weiteren Erziehungspersonen keine Effekte. Die Einschätzungen der hyperkinetischen Kinder wiesen im zeitlichen Verlauf keine bedeutsamen Veränderungen der Symptomatik, der empfundenen familiären Stressbelastung oder der individuellen Stresssymptomatik auf. Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit des „Kompetenztraining für Eltern sozial auffälliger Kinder“ bezüglich kindlicher Verhaltensauffälligkeiten und empfundener elterlicher Belastung in Standardsituationen aus Sicht der Erziehungspersonen. Das Einzeltraining ist dem Gruppensetting überlegen. Zur weiteren Effektivitätssteigerung des Elterntrainings wird eine stärkere Einbeziehung beider Erziehungspersonen diskutiert.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Walg, Marcomarco.walg2@lvr.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-45879
    Subjects: Psychology
    Education
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Elterntraining, ADHSGerman
    Faculty: Humanwissenschaftliche Fakultät
    Divisions: Humanwissenschaftliche Fakultät > Department für Heilpädagogik und Rehabilitation
    Language: German
    Date: 08 February 2012
    Date Type: Publication
    Date of oral exam: 08 February 2012
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 04 Apr 2012 10:45:48
    Referee
    NameAcademic Title
    Lauth, G.W.Prof. Dr.
    Nußbeck, S.Prof. Dr.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/4587

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