Universität zu Köln

Studien zu römischen Helmen: Untersuchungen zu den Funden römischer Infanterie-und Kavalleriehelme vom Ende der Republik bis zum 3. Jahrhundert n. Chr.

Bongartz, Astrid (2013) Studien zu römischen Helmen: Untersuchungen zu den Funden römischer Infanterie-und Kavalleriehelme vom Ende der Republik bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. PhD thesis, Universität zu Köln.

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    Abstract

    Nachdem unter Augustus ein Berufsheer ausgehoben worden war, bestand das Heer aus Legionen und Hilfstruppen. Diese militärischen Einheiten waren vornehmlich an den Reichsgrenzen stationiert. Aus diesem Grund werden dort die einschlägigen archäologischen Funde gemacht. Im Laufe der Zeit und mit Einbezug vieler Kriege, in denen die Römer auf fremde Völker trafen, entwickelte sich ihre Ausrüstung weiter und passte sich den Waffen des Gegners an. Eine Fülle von Werken beschäftigt sich mit dem Rückgrat des Römischen Reiches, dem Militär und auch im Besonderen mit dem Thema „Römische Helme“. Vor allem die Provinzialrömische Archäologie legt einen ihrer Forschungsschwerpunkte auf dieses Gebiet. Die erste wissenschaftliche Publikation zum Thema römische Waffen stammt von Lindenschmit. Er veröffentlichte 1882 eine kleine Zusammenstellung römischer Waffen und Grabsteine. Die nächsten Abhandlungen erstrecken sich über mehrere Bände und sind von Groller in der Reihe ‚Der römische Limes in Österreich‘, die seit 1900 erschien, publiziert. Ein umfassende Bearbeitung des bis dato zur Verfügung stehenden Materials hat Couissin 1926 in seinem Werk ‚Les Armes Romaines‘ zusammengefasst. Seine Einteilung der Helme in die Typen Monterfortino, Hagenau, Weisenau und Niederbieber hat bis heute Bestand und wird auch in dieser Arbeit so vertreten. Eine umfassende Bearbeitung, speziell der römischen Helme, legte Waurick 1976 im Zuge seiner Dissertation vor. Ein Jahr zuvor war bereits Robinsons international anerkanntes Werk ‚The Armour of Imperial Rome‘ erschienen. Dieses beschäftigte sich zwar nicht ausschließlich mit Helmen, jedoch legt er eine Typologie vor, die bis heute, vor allem im englischsprachigen Raum Anwendung findet. Zudem ist sein Werk außergewöhnlich reich bebildert. Robinson ging folgendermaßen vor. Er fasste ähnliche Exemplare zusammen, die er dann in Untergruppen aufteilte, so z. B. Montefortino Typ A¬ F. Allerdings fallen unter seine späten Typen E und F schon Helme des Typus Hagenau. Einen Teilaspekt der römischen Schutzrüstung bearbeitete Garbsch 1978 in seinem Buch zu den ‚Römischen Paraderüstungen‘. Er stellt neben der restlichen Schutzrüstung vor allem die reich verzierten Reiterhelme und Maskenhelme zusammen. Zu diesen sehr ausführlichen Werken, kommen Aufsätze, die sich z. B. mit einem speziellen Typus oder einem besonders herausragenden Fund beschäftigen. Eine Bearbeitung der Helme aus Niedergermanien legte Klumbach 1974 vor. Einen Einblick in die Privatsammlungen gewährte Junkelmann, als er die Helme der Sammlung Guttmann publizierte. Die neuesten zusammenfassenden Werke zum römischen Militär stammen von Bishop/Coulston (2006) und Fischer (2012). Basierend auf dem o. g. Forschungsstand soll auf Grundlage eines ausführlichen Kataloges das in den letzten vierzig Jahren publizierte Material zusammengefasst und bearbeitet werden. Diese Arbeit erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit. In erster Linie wurden die gut erhaltenen Exemplare aufgenommen, anhand derer eine Bearbeitung der Typologie möglich ist. Einzelne unverzierte Wangenklappen oder Helmbuschhalter wurden nur aufgenommen, wenn von dem entsprechenden Fundplatz keine weiteren Helmfunde bekannt sind. Eine komplette Aufnahme der einzelnen unverzierten Wangenklappen und der Helmbuschhalter hätten in ihrer Fülle den Rahmen dieser Arbeit gesprengt. Auf Basis des im Katalog aufgeführten Materials soll eine Untersuchung der Infanterie- und Kavalleriefunde von der späten Republik bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. stattfinden. Dabei soll sich an der Typologie von Waurick und Fischer orientiert werden. Waurick benennt sieben Typen, die eher eine grobe Einteilung darstellen, eine Art Obergruppenbenennung, in welche er alle bis dato gefundenen Stücke einordnet, ohne Untergruppen zu formulieren. Seine ersten beiden Typen, der Kappenhelm und der Typ Buggenum werden hier zwar kurz erwähnt, werden anschließend allerdings nicht weiter Thema dieser Arbeit sein . Aufgrund dieser sehr offenen Typenformulierung ist es möglich Varianten und Ergänzungen hinzuzufügen. Jüngst hat Fischer eine neue Typologie vorgeschlagen, welche im folgenden ebenfalls zu untersuchen ist, und zu der, wenn möglich Ergänzungsvorschläge gemacht werden. Es soll nicht Aufgabe dieser Arbeit sein die bestehenden Begrifflichkeiten zu ändern, sondern die hier erfassten Funde erneut zu prüfen und zuzuordnen. Zudem ist eine Überarbeitung der Reiterhelme notwendig, die eine klare Trennung zwischen Reiter- und sog. Paradehelmen macht. Da beide Varianten mitunter reich verziert waren führte dies in der Literatur oft zu Missverständnissen. In diesem Zusammenhang muss auch geklärt werden, ob es sich bei den sog. Paraderüstungen ausschließlich um solche handelte oder ob sie auch in der Schlacht getragen wurden. Ein Kapitel wird sich den zumeist reich verzierten Reiterhelmen widmen. Eine umfassende Bearbeitung der Ikonographie stellt ein Desiderat der Forschung dar. Eine gewissenhafte Bearbeitung dieses Themas schließt auch die antiken Quellen und bildlichen Darstellungen mit ein. Die bildlichen Darstellungen sollen mit den Funden und den Schilderungen der antiken Autoren verglichen werden, um festzustellen inwiefern sie sich unterscheiden oder gleichen, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Ein Exkurs, soll sich dem Problem der sog. Paraderüstungen nähern und über Vergleiche mit mittelalterlichen und modernen Helmen neue Denkanstöße vermitteln. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Katalog, welcher eine Zusammenstellung der bisher publizierten Funde darstellen soll. Ziel dieser Arbeit soll es sein, eine einheitliche Typologie zu erstellen, die sich auch länderübergreifend durchsetzt, z. B. auch in Großbritannien. Dort werden die Helmtypen immer noch nach Robinson eingeordnet.

    Item Type: Thesis (PhD thesis)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Bongartz, Astridastrid.bongartz@gmx.de
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-64779
    Subjects: History of ancient world
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    HelmeGerman
    MilitärGerman
    RömerGerman
    Faculty: Philosophische Fakultät
    Divisions: Philosophische Fakultät > Archäologisches Institut
    Language: German
    Date: 04 November 2013
    Date Type: Publication
    Date of oral exam: 22 January 2014
    Full Text Status: Public
    Date Deposited: 16 Dec 2015 11:49:13
    Referee
    NameAcademic Title
    Fischer, ThomasProf. Dr.
    Schallmayer, EgonProf. Dr.
    Oenbrink, WernerPriv-Doz. Dr.
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/6477

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