Universität zu Köln

Digitale Selbstbestimmung

ceres – Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (2016) Digitale Selbstbestimmung. Project Report.

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    Abstract

    Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Gesellschaft und viele Lebensbereiche grundlegend. Beachtlichen Nutzungspotenzialen der sich stetig weiterentwickelnden Sammlung, Auswertung und Verwendung von personenbezogenen Daten steht die Gefahr gegenüber, dass die Entscheidungs- und Handlungsfreiheit der Menschen eingeschränkt wird. Für Nutzer digitaler Medien wird es zunehmend schwieriger, selbstbestimmt zu handeln. Ein Konzept der „digitalen Selbstbestimmung“ sowie verwandte Begriffe wie etwa „digitale Autonomie“ werden daher in der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion immer bedeutsamer. Es fehlt bisher jedoch ein ausgearbeitetes theoretisches Konzept, welches „digitale Selbstbestimmung“ als normativen Begriff klärt und empirische Bedingungen für die Möglichkeit digitaler Selbstbestimmung systematisiert. Ausgehend von der Leitfrage „Was ist ‚digitale Selbstbestimmung‘?“ wird in dieser Studie anhand einer explorativen Literaturrecherche und einer philosophischen Begriffsanalyse ein Konzept der digitalen Selbstbestimmung entwickelt. Dieses Konzept expliziert digitale Selbstbestimmung anhand der sieben Begriffskomponenten Kompetenz, Informiertheit, Werte, Wahlmöglichkeit, Freiwilligkeit, Willensbildung und Handlung. Darüber hinaus werden technische, soziokulturelle und personenbezogene Determinanten identifiziert, d.h. Bedingungen und Faktoren, welche empirisch mitbestimmen, inwieweit eine Person digital selbstbestimmt ist. Der empirische Teil der Studie stellt Erkenntnisse über die Einstellungen von deutschen Nutzerinnen und Nutzer hinsichtlich des Umgangs mit personenbezogenen Daten vor. Die repräsentative sozialwissenschaftliche Erhebung wurde mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens durchgeführt, der auf der Basis des theoretischen Konzeptes entwickelt wurde. Es wird deutlich, dass die Sicherheit persönlicher Daten im Internet angezweifelt wird, dass die Möglichkeiten, sich über gespeicherte persönliche Daten und ihre Weitergabe zu informieren, als unzureichend beurteilt werden, und dass Nutzer sich eine stärkere Einflussnahme auf die Speicherung und Verwendung persönlicher Daten wünschen. Ein mittel- bis langfristiges Ziel der Studie ist es, die wissenschaftliche Erforschung von digitaler Selbstbestimmung zu stimulieren und letztlich zur Förderung digitaler Selbstbestimmung beizutragen.

    Item Type: Monograph (Project Report)
    Creators:
    CreatorsEmail
    Mertz, Marcel
    Jannes, Marc
    Schlomann, Anna
    Manderscheid, Enza
    Rietz, Christian
    Woopen, Christiane
    Corporate Creators: ceres – Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health
    URN: urn:nbn:de:hbz:38-68911
    Identification Number: doi:10.18716/ceres/00001
    Subjects: Data processing Computer science
    Philosophy
    Social sciences
    Technology (Applied sciences)
    Medical sciences Medicine
    Uncontrolled Keywords:
    KeywordsLanguage
    Big DataEnglish
    DatenschutzGerman
    DigitalisierungGerman
    Digitale AutonomieGerman
    Digitale KompetenzGerman
    Digitale MedienGerman
    Digitale SelbstbestimmungGerman
    PrivatsphäreGerman
    Soziale MedienGerman
    Divisions: Fakultätsunabhängige Einrichtungen > ceres
    Language: German
    Date: August 2016
    Date Type: Publication
    Full Text Status: Public
    Related URLs:
    Date Deposited: 01 Aug 2016 14:26:32
    URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/6891

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