Strauch, Dieter Prof. Dr. (2014) Des Kölner Stapels Aufstieg und Abgesang. In: Buch - Bibliothek - Region. Wolfgang Schmitz zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Christine Haug/Rolf Thiele. Wiesbaden: Harrassowitz, 483 -510.

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Bereits seit dem 12. Jahrhundert konnte die Stadt Köln den freien Warenverkehr auf dem Rhein begrenzen. Ihr Stapelrecht in seiner vollen Gestalt des 15. Jahrhunderts schrieb vor, dass alle Schiffe, die von Norden und Süden Köln auf dem Rhein passierten, ihre Ladung hier anlanden (Niederlage Zwangsumschlag) und die Waren drei Tage lag in Kölner Kaufhäusern anbieten mussten; auch durften sie nicht von Gast zu Gast verkauft werden (Feilbietungszwang). Schließlich waren auswärtige Kaufleute gehalten, ihre Waren mit Kölner Schiffen weiterzubefördern (Schiffahrtsmonopol). Das Reichsstadtprivileg von 1475 legte zudem den machtpolitischen Einfluss der Stadt durch die Bannmeile fest, die links- und rechtsrheinische Gebiete umfasste. Eine solche Häufung städtischer Rechte schädigte vor allem den Herzog von Berg in der Förderung seines Rheinortes Mülheim, zumal Köln die evangelischen Einwohner verdrängte, die sich daraufhin im konfessionell freien Mülheim ansiedeln wollten. Alle Versuche des Herzogtums Berg, den kölnischen Stapel zu brechen oder zu umgehen, hatten jedoch nur geringen Erfolg, denn die Stadt hat sie politisch und gerichtlich abzuwehren gewusst. So hat sich das Kölner Stapelrecht bis ins 19. Jahrhundert gehalten. Erst der Wiener Kongress 1814 beschloss Handelsfreiheit auf dem Rhein, doch dauerte es noch bis 1831, bis das Stapelrecht endgültig verschwand.

Item Type: Book Section
Creators:
CreatorsEmailORCID
Strauch, Dieter Prof. Dr.dieter.strauch@uni-koeln.deUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-75640
Publisher: Wiesbaden: Harrassowitz
ISSN: ISBN: 978-3-447-10195-0
Subjects: Geography and history
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
Stapelregal; Zwangsumschlag; Feilbietungszwang; Umladezwang; verbotener Vorkauf; Schiffahrtsmonopol, Bannmeile; Stapelwaren; Ventgut; Kupfer; Wein; Salz; Stückgüter; Eisenstapel; Marktschiffe; Beysassen; Mülheimer Kran; Beurtschiffahrt; Stromregal, Salzamt;; Hafengelder; Handelsfreiheit.UNSPECIFIED
Faculty: Faculty of Law
Divisions: Faculty of Law > Institut für neuere Privatrechtsgeschichte, Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte
Language: German
Date: 2014
Full Text Status: Public
Date Deposited: 16 May 2017 15:02
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/7591

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