Hrnjicevic, Emina (2026). Risikobewertung der chirurgisch unterstützten Gaumennahterweiterung- mit Fokus auf Zahnfehlstellungen und Position der Oberkieferfrontzähne in Relation zum Gesichtsschädel. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Die chirurgisch unterstützte Gaumennahterweiterung kann als standardisiertes operatives Verfahren zur Erweiterung der Maxilla im Erwachsenenalter angesehen werden, welches ein geringes Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen aufweist. In diese Studie (2006-2020) wurden 121 Patienten aufgenommen, die eine chirurgisch unterstützte Gaumennahterweiterung in Kombination mit einer kieferorthopädischen Therapie erhalten haben. Zielsetzung der retrospektiven Analyse war es herauszufinden, ob und inwieweit Risikofaktoren bestehen, die zu langfristigen Schäden an den zentralen Oberkiefer-Inzisiven führen. Dahingehend soll diese Studie zeigen, ob bestimmte Risikofaktoren vermieden werden können, um langfristige postoperative Komplikationen zu vermeiden. Die vorliegenden statistischen Daten zeigen, dass, bezogen auf die Inzisiven, mit einem erhöhten Risiko einer Frontzahnwurzelresorption zu rechnen ist und einem geringeren Risiko einer Frontzahnlockerung. Das Anfertigen eines DVT vor und nach dem operativen Verfahren kann daher empfehlenswert sein, um Wurzelresorptionen zu vermeiden, sollte jedoch nach strenger Indikation erfolgen. Dabei ist besonders auf die Distanz zwischen den Oberkiefer-Inzisiven 11 und 21, sowie auf die Länge der Wurzeln beider Zähne zu achten. Das Ausmessen der Distanz im präoperativen DVT erscheint empfehlenswert. Bei einem verringerten interdentalen Abstand könnte ein alternativer operativer Zugangsweg gewählt werden, um Komplikationen an den zentralen maxillären Inzisiven zu vermeiden. Die Weite und Struktur der Gaumennaht können ebenfalls das Auftreten von Wurzelresorptionen beeinflussen. Eine spongiöse Struktur der Gaumennaht weist häufiger das Auftreten von Wurzelresorptionen auf als eine kortikale Struktur. Dies sollte gegebenenfalls bei der Wahl des operativen Zugangs berücksichtigt werden, oder aber auch bei der Entscheidungsfindung zwischen einer rein kieferorthopädischen Behandlung oder chirurgisch unterstützten. Patienten mit vertikaler Diskrepanz und einer Angle-Klasse 2 scheinen häufiger Wurzelresorptionen zu zeigen, als Patienten ohne vertikale oder sagittale Diskrepanz. Letzteres stellt keine Kontraindikation für eine chirurgisch unterstützte Gaumennahterweiterung dar, kann jedoch ebenfalls auf den operativen Verlauf und die präoperative Planung Einfluss nehmen. Patienten mit einem verlängerten Krankenhausaufenthalt (länger als fünf Tage) zeigten weniger Komplikationen. Die Länge des Krankenhausaufenthaltes sollte von individuellen präoperativen Risiken abhängig gemacht werden. Die vorliegende Studie ermöglicht eine verbesserte Risikoaufklärung des Patienten, eine optimierte präoperative Planung und ein verbessertes postoperatives Komplikationsmanagement.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
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Email
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Hrnjicevic, Emina
Hrnjicevicemina@gmail.com
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-803767
Date: 2026
Publisher: Keine
Place of Publication: Köln
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde > Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und Interdisziplinäre Klinik für Orale Chirurgie und Implantologie
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Chirurgische Gaumennahterweiterung
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 13 March 2026
Referee:
Name
Academic Title
Zirk, M.L.A.
Priv.-Doz. Dr.med. Dr. med. dent.
Ristow, O.
Professor Dr.med. Dr.med.dent.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/80376

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