Hoyer, Clara Franziska (2026). Evaluation unterschiedlicher Therapieregime auf klinische Parameter und Outcome von Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie an einem spezialisierten Zentrum. PhD thesis, Universität zu Köln.

[thumbnail of F.Hoyer_Diss_Univ._Koeln_2026.pdf] PDF
F.Hoyer_Diss_Univ._Koeln_2026.pdf - Submitted Version
Bereitstellung unter der CC-Lizenz: Creative Commons Attribution Non-commercial No Derivatives.

Download (1MB)

Abstract

Die pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) ist eine schwerwiegende Erkrankung der pulmonalen Widerstandsgefäße, welche mit konsekutiver Rechtsherzinsuffizienz und deutlich eingeschränkter Lebenserwartung einhergeht. Medikamentöse Therapieoptionen beeinflussen drei unterschiedliche Signalwege und umfassen Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ERA), Phosphodiesterase 5-Inhibitoren (PDE5i) bzw. Stimulatoren der löslichen Guanylatzyklase (sGC-S), und Prostazyklin-Analoga (PCA) bzw. Prostazyklin-Rezeptor-Agonisten (PRA). Diese können als Monotherapien oder in Kombination eingesetzt werden. Ziel der vorliegenden Dissertation war es, den Einfluss verschiedener Therapiestrategien (Monotherapie, initiale Kombinationstherapie, „goal-oriented Therapy“) auf bedeutsame klinische Verlaufsparameter sowie das Outcome der Patienten zu untersuchen. Hierbei wurde unter Berücksichtigung von pulmonalen oder kardialen Komorbiditäten auch zwischen verschiedenen Phänotypen differenziert. Es erfolgte eine retrospektive Analyse der klinischen Daten von PAH-Patienten, die während des Zeitraums 01.01.2016 bis 31.12.2016 im Zentrum für pulmonale Hypertonie des Universitätsklinikums Köln behandelt wurden. Die Patienten wurden nach dem gewählten Therapieregime kategorisiert. Berücksichtigt wurden invasiv per Rechtsherzkatheter gemessene Parameter der kardiopulmonalen Hämodynamik, sowie nicht-invasive Verlaufsparameter inklusive WHO-funktionelle Klasse (FC), 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD) und NT-proBNP Serumspiegel. Insgesamt wurden 212 Patienten mit PAH in die Analyse eingeschlossen. Die Diagnose PAH wurde zwischen 1994 und 2017 gestellt. 69 Patienten (32,5 %) wurden mit einer initialen Kombinationstherapie (≥ 2 Medikamente innerhalb von 3 Monaten nach Diagnosestellung) behandelt, 143 Patienten (67,5 %) wurden einer sequenziellen Kombinationstherapie zugeführt bzw. verblieben auf einer Monotherapie („goal-oriented Therapy“). Es zeigte sich, dass Patienten mit initialer Kombinationstherapie eine ausgeprägtere Krankheitsschwere (höherer PAP mean und PVR, höhere WHO-FC-, höhere NT-proBNP-Werte) und ein besseres Therapieansprechen (WHO-FC, 6-Minuten-Gehstrecke, NT-proBNP) aufwiesen als solche mit „goal-oriented Therapy“. In einer zweiten Analyse wurde das klinische Ansprechen von Patienten auf Kombinationstherapie (148/212; 69,8 %) versus Monotherapie (64/212; 30,2 %) während des Follow-up ausgewertet. Auch hierbei ließ sich ein Vorteil der Kombinationstherapie im Sinne einer ausgeprägteren Verbesserung prognoserelevanter klinischer Parameter (6-Minuten-Gehstrecke, NT-proBNP) zeigen. Schließlich wurde in einer dritten Analyse der Einfluss der Ergebnisse der AMBITION-Studie, welche einen Vorteil der initialen Kombinationstherapie versus Monotherapie gezeigt und daher zu einer Änderung der empfohlenen Therapiestrategie geführt hat, auf das Kölner Patientenkollektiv untersucht. Hierbei zeigte sich, dass kurz nach Bekanntwerden der AMBITION-Ergebnisse ein bedeutender Anteil der auf Monotherapie befindlichen Patienten (36,5 %) auf eine Kombinationstherapie eskaliert wurde. Patienten, die auf Monotherapie verblieben, wiesen einen gesonderten Phänotyp mit multiplen Komorbiditäten auf und wurden daher möglicherweise als nicht geeignet für eine Kombinationstherapie eingestuft. Eine Korrelation der jeweiligen Therapiestrategie mit dem Überleben konnte an dem begrenzten Patientenkollektiv nicht gezeigt werden. Aus den vorliegenden Daten kann gefolgert werden, dass eine initiale Kombinationstherapie bei PAH gegenüber einer „Goal-oriented Therapy“ auch im klinischen Alltag mit einem verbesserten klinischen Ansprechen verbunden ist, dass Patienten mit Kombinationstherapie gegenüber Monotherapie während des Follow-up ein besseres klinisches Ansprechen zeigen, und dass die Ergebnisse der AMBITION-Studie im Rahmen der klinischen Routineversorgung rasch umgesetzt wurden.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
Creators
Email
ORCID
ORCID Put Code
Hoyer, Clara Franziska
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-810000
Date: 26 July 2026
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Innere Medizin > Klinik III für Innere Medizin - Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
pulmonal arterielle Hypertonie
German
initiale Kombinationstherapie
German
AMBITION-Studie
German
Date of oral exam: 16 December 2025
Referee:
Name
Academic Title
Rosenkranz, Stephan
Univ.-Prof. Dr.
Huntgeburth, Michael
Priv.-Doz. Dr.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/81000

Downloads

Downloads per month over past year

Export

Actions (login required)

View Item View Item