Dietlein, Johanna (2026). Augenärztliche Befunde bei 864 Patienten mit Mittelgesichtsfrakturen. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Ziel der retrospektiven Studie soll sein, eine aktuelle Zusammenstellung über die Häufigkeiten und Frakturlokalisationen von Mittelgesichtsfrakturen sowie okulären Begleitverletzungen der MKG der Uniklinik Köln und deren Ursachen herauszuarbeiten. Dafür wurden die verschiedenen Unfallmechanismen und Frakturlokalisationen zwischen den Geschlechtern und den unterschiedlichen Altersgruppen verglichen und mit den ophthalmologischen Untersuchungsbefunden korreliert. In die vorliegende retrospektive Studie wurden alle Patienten, die zwischen dem 01.01.2016 und dem 31.12.2020 in der MKG der Uniklinik Köln aufgrund einer Mittelgesichtsfraktur operativ behandelt wurden, eingeschlossen. Ausgeschlossen wurden isolierte Unterkieferfrakturen, Plattenentfernungen nach bereits operativ behandelter Mittelgesichtsfraktur und Patienten mit fehlender Dokumentation. Für die Erhebung der Patientendaten wurden alle aus dem digitalen Dokumentationsprogramm Orbis vorhandenen Befunde der MKG und der der Radiologie, das Operationsprotokoll, sowie die ophthalmologischen Befunde, falls vorhanden, verwendet. Die Datenerhebung (u.a. Geschlecht, Alter, Frakturlokalisation, Unfallursache, Begleitverletzungen an Auge und Zähnen sowie blutverdünnende Medikation) wurde pseudonymisiert in das Statistikprogramm IBM SPSS Statistics for Windows, Version 29.0 Armonk, NY: IBM Corp. Released 2023, übertragen. In die Gesamt-Gruppe (GG) wurden 864 Patienten eingeschlossen, wovon 71,3% Männer und 28,7% Frauen waren. Davon bildeten 271 Patienten, bei denen augenärztliche Befunde vorlagen, die Gruppe AG (69,7% Männern und 30,3% Frauen). In der Studie waren Männer signifikant jünger als Frauen und spezifische Ursachen (z.B. äußere Gewalteinwirkung) waren bei Männern signifikant häufiger vertreten als bei Frauen. Die häufigsten Unfallmechanismen innerhalb der Gruppe GG waren Stürze (35,5%) und äußere Gewalteinwirkung (32,8%), gefolgt von Unfällen mit Fortbewegungsmitteln bei langsamer Geschwindigkeit (Fahrrad und E-Roller, 15,3%), Sportunfällen (4,6%), Kollision im Straßenverkehr (angefahren, 3,1%), Unfällen mit Fortbewegungsmitteln bei hoher Geschwindigkeit (Auto, Motorrad, 2,6%) und sonstigen Ursachen (6,1%). Schwere Augenverletzungen traten signifikant häufiger bei älteren Menschen und nach Mittelgesichtsfrakturen durch äußere Gewalteinwirkung und durch hohe Geschwindigkeiten auf. Zu den schweren Augenverletzungen zählten unter anderem die Amaurose (n=6), das Retrobulbärhämatom (n=31), die Bulbusruptur (n=2) sowie die Läsion des Nervus opticus (n=8). Als besonderer Risikofaktor für eine Bulbusruptur erwies sich der Nachweis einer lateralen Orbitawandfraktur. Signifikante klinische Hinweise für ein visusgefährdendes retroorbitales Kompartment-Syndrom nach Mittelgesichtsfrakturen waren ein afferenter Defekt der Pupillenreaktion, ein Exophthalmus und erhöhter Augeninnendruck. Insgesamt weist unsere Studie entsprechend unserer nationalen Demographie ein älteres Patientenkollektiv auf als viele andere Untersuchungen weltweit zuvor. Ältere Patienten weisen nach Mittelgesichtsfrakturen - vorrangig nach Stürzen - häufiger als jüngere Patienten schwere Augenkomplikationen auf. Einige Unfallursachen, die in vorherigen Studien beschrieben wurden, wie Schussverletzungen, werden bei uns trotz großer Patientenfallzahl selten beobachtet. Auch Industrieunfälle kamen selten vor. Schwere Augenkomplikationen traten relativ häufig bei Patienten mit Mittelgesichtsfraktur nach Motorradunfällen auf. Aufgrund der teilweise unzureichenden Dokumentation können einige interessante Fragen, wie z.B. zur Schutzwirkung eines Fahrradhelms, nicht klar beantwortet werden. Da schwere Augenverletzungen bei Mittelgesichtsfrakturen keine Seltenheit sind, sollte eine frühzeitige ophthalmologische Abklärung durchgeführt werden.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
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Email
ORCID
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Dietlein, Johanna
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
Corporate Creators: Universitätsklinik Köln
URN: urn:nbn:de:hbz:38-810356
Date: 2026
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde > Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und Interdisziplinäre Klinik für Orale Chirurgie und Implantologie
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Mittelgesichtsfrakturen
UNSPECIFIED
Augenverletzung
UNSPECIFIED
Orbitahämatom
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 11 June 2026
Referee:
Name
Academic Title
Kreppel, Matthias
Prof. Dr. med. Dr. med. dent.
Schlereth, Simona
Privatdozentin Dr. med.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/81035

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