Förster, Laura Jill
(2026).
Betrachtung des Okklusionsfadenzugs bei Glaukom-Drainage-Implantaten an der Augenklinik der Universitätsklinik Köln im Zeitraum vom 26.10.2020 bis 17.02.2023.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Das Glaukom hat unter den ophthalmologischen Erkrankungen einen großen Stellenwert und seine Therapie stellt eine sowohl konservative als auch operative Herausforderung für Augenärzt*innen, sowie Patient*innen dar. Die Glaukom-Drainage-Implantate (GDI), die in der vorliegenden Arbeit besondere Betrachtung finden sollen, werden nach wie vor selten, und in der Regel nicht als First-Line-Therapie, zur chirurgischen Behandlung therapierefraktärer Glaukome gewählt. Dieser Umstand bedingt die limitierte Zahl an Studien und Fallberichten, welche sich systematisch mit den Unterschieden der verschiedenen GDIs beschäftigen. Die vorliegende Studie zeigt den Effekt der Glaukom-Drainage-Implantate bei 71 Patient*innen, welche im Zeitraum vom 26.10.2022 – 17.02.2023 in der Augenklinik der Universitätsklinik zu Köln ein Paul®-Implantat oder eine Ahmed®-Valve erhalten haben. Betrachtet man alle Patient*innen nach Implantation eines Glaukom-Drainage-Implantats, kann in unseren Ergebnissen eine relevante postoperative Senkung des Augeninnendrucks, sowie eine effektive Reduktion der drucksenkenden Lokaltherapie gezeigt werden. Die Glaukom-Drainage-Implantate stellen also, wie auch weiteren Studien zu diesem Thema entnommen werden kann, eine sichere und effiziente Alternative zu etablierteren glaukomchirurgischen Verfahren dar. Bezogen auf den postoperativen Verlauf des Augeninnendrucks, die Sehleistung und die Lokaltherapie, wurden in der vorliegenden Arbeit keine signifikanten Unterschiede zwischen dem Paul®-Implantat und der Ahmed®-Valve identifiziert. Eine der häufigsten Komplikationen nach GDI-Implantation stellt die postoperative Hypotonie durch Überdrainage dar. Zur Verhinderung einer entsprechenden Überkorrektur kann ein GDI mit Ventilmechanismus gewählt werden (Ahmed®-Valve). Ein okkludierender Faden im Lumen des Drainageschlauchs von Glaukom-Drainage-Implantaten ohne Ventilmechanismus, wie zum Beispiel beim Paul®-Implantat, hat ebenfalls einen dokumentierten positiven Effekt bei der kurz- sowie langfristigen Stabilisierung des postoperativen Augeninnendrucks, und wird von Fachgesellschaften empfohlen. Der spätere Zug dieses Okklusionsfadens an der Spaltlampe zur Wieder-Freigabe des gesamten Abflusslumens kann ein sinnvoller Bestandteil der glaukomchirurgischen Therapie sein. In der vorliegenden Arbeit kann der positive Effekt des Okklusionsfadens, sowie des Okklusionsfadenzugs, auf den Augeninnendruck demonstriert werden. Des Weiteren wird der Effekt des Okklusionsfadenzugs in Abhängigkeit vom postoperativen Zeitpunkt dieser Intervention analysiert. Eine zu starke oder zu schnelle Senkung des Augeninnendrucks nach Fadenzug stellt ein relevantes Risiko dar, insbesondere durch Hypotonie assoziierte Komplikationen wie die Ablösung der Aderhaut, Hypotonie assoziierte Makulopathien oder suprachoroidale Blutungen. Unsere Ergebnisse können zeigen, dass das Risiko für entsprechende postinterventionelle Hypotonien mit voranschreitendem zeitlichen postoperativen Verlauf abnimmt. So zeigt der Zug des Okklusionsfadens etwa 8-12 Wochen nach Operation bereits eine deutlich niedrigere unmittelbare Augeninnendrucksenkung, als der Fadenzug entsprechend schon 6 Wochen nach GDI-Implantation. Die Langzeitergebnisse bezogen auf den Augeninnendruck über den gesamten Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 18 Monaten postoperativ oder mehr weisen in den beiden Gruppen wiederum keine signifikanten Unterschiede auf. Eine zentrale Schwierigkeit dieser Studie stellt die Zusammenfassung eines heterogenen Patient*innenkollektivs bei gleichzeitig geringen Fallzahlen dar. Dennoch zeigt sich im Vergleich mit anderen Arbeiten zu diesem Thema eine solide Studiengröße. Anhand der Aufarbeitung unserer Daten kann, im Hinblick auf den postoperativen Tensioverlauf, die Sehleistung und den Medikationsscore, kein signifikanter Unterschied zwischen der Fadenzug-Gruppe im Vergleich zur Nicht-Fadenzug-Gruppe identifiziert werden. Der Fadenzug scheint also, wenn er aufgrund des individuellen postoperativen Verlaufs indiziert wird, keinen negativen Effekt auf das Outcome zu haben. Im Gegenteil können komplizierte, refraktäre Patient*innen mit sehr hohem IOD durch die Intervention an der Spaltlampe den übrigen Patient*innen, bezogen auf das postoperative Outcome, wieder angeglichen werden, sodass keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen vorherrschen. Zusammenfassend lässt sich aus unseren Ergebnissen und der aktuellen Datenlage also ableiten, den Faden vorzugsweise später zu ziehen, um eine postinterventionelle Hypotonie mit begleitenden Komplikationen zu vermeiden. Wenn keine Kontraindikationen vorliegen und die individuelle Situation des/der Patient*in es zulässt, kann mit der Indikation des Okklusionsfadenzugs in den ersten Wochen nach Glaukom-Drainage-Implantation also sparsam umgegangen werden, ohne dass daraus in der Folge negative Auswirkungen auf den Tensioverlauf zu erwarten sind. Allerdings sind für eine klare Handlungsempfehlung weitere Untersuchungen mit größeren Fallzahlen erforderlich. Die Evidenz für langfristige Erfolgs- und Vergleichsdaten ist insgesamt begrenzt. Die Entscheidung für oder gegen die Einlage eines okkludierenden Fadens bei der Implantation eines Glaukom-Drainage-Implantats oder dessen späteren Zug an der Spaltlampe sollte daher individuell getroffen werden. Es ist wünschenswert in Zukunft vergleichbare, untersucherunabhängige Kriterien zu identifizieren, anhand derer, ähnlich einem Score, die Indikation vereinfacht werden kann.
| Item Type: | Thesis (PhD thesis) |
| Creators: | Creators Email ORCID ORCID Put Code Förster, Laura Jill laura-jill@hotmail.de UNSPECIFIED UNSPECIFIED |
| URN: | urn:nbn:de:hbz:38-810767 |
| Date: | 2026 |
| Language: | German |
| Faculty: | Faculty of Human Sciences |
| Divisions: | Faculty of Medicine > Augenheilkunde |
| Subjects: | Medical sciences Medicine |
| Uncontrolled Keywords: | Keywords Language Glaukom German Glaukomdrainageimplantate German Paul-Implantat German |
| Date of oral exam: | 27 May 2026 |
| Referee: | Name Academic Title Prokosch, Verena Prof. Dr. med. Schick, Tina PD Dr. med. |
| Refereed: | Yes |
| URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/81076 |
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