Ferring, Anne (2026). Prevalence and diagnostics of sarcopenia and its prognostic feature in older, hospitalized patients. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Aufgrund des demografischen Wandels und bemerkenswerter Fortschritte in der Medizin, wächst die Bevölkerungsgruppe der über 60-Jährigen rasant und die durchschnittliche Lebenserwartung älterer Menschen wird voraussichtlich weiter steigen. Das öffentliche Gesundheitssystem sieht sich demnach mit einem dringenden Handlungsbedarf konfrontiert, um dieser älteren Bevölkerung mit erheblichem Risiko des Funktionsverlustes gerecht zu werden und den Alterungsprozess positiv beeinflussen zu können. Die größte Herausforderung besteht demnach darin, dass die zusätzlichen Lebensjahre nicht durch einen schlechten Gesundheitszustand und funktionelle Einschränkungen geprägt sind, sondern die Funktionalität, und auch die Lebensqualität in genau diesen Jahren aufrecht erhalten werden. Das vorrangige Ziel besteht demnach darin, die Anzahl an behinderungsfreien Jahren zu maximieren und den Zeitraum der Morbidität und Gebrechlichkeit in der alternden Bevölkerung zu verkürzen. Um genau diese Aspekte des Alterns besser greifen zu können und die multidimensionalen Aspekte der Gebrechlichkeit darstellen zu können, wurden umfassende geriatrischen Assessments (Comprehensive Geriatric Assessment CGA) zum Goldstandard für den diagnostischen Prozess in der Geriatrie. Der daraus abgeleitete Multidimensionale Prognostischer Index (MPI) bietet eine weitere Grundlage, um den älteren Menschen in seiner vielfältigen, komplexen und multidimensionalen Art wahrzunehmen und sowohl physische, psychische, funktionelle und soziale Aspekte zu erheben, sowie die multidimensionale Frailty und Prognose zu quantifizieren. Als wichtiger, die Prognose beeinflussender Baustein, bleibt der zunehmende Funktionsverlust zu nennen. Aufgrund des demografischen Wandels nimmt demnach auch die Prävalenz von Krankheiten wie der Sarkopenie, definiert als ein allgemeiner und fortschreitender, altersbedingter Rückgang von Muskelmasse, Kraft und Funktion stetig zu. Wie genau sich die Sarkopenie jedoch auf die Prognose älterer Patienten, mit dem hochgradig prädiktiven Wert des MPI gemessen, auswirkt, ist noch nicht ausreichend erforscht und soll in dieser Dissertation weiter beleuchtet werden. Basis dieser vorliegenden Dissertation ist die Studie mit dem Titel " 'Vun nix kütt nix' - Patient, Geriater und Hausarzt als multiprofessionelles Team für ein intersektorales Entlassungsmanagement". Diese Interventionsstudie befasste sich mit dem Thema des Entlassungsmanagements für ältere, multimorbide Patienten in der Akutversorgung. Primäres Ziel der Studie war es, die Effektivität eines Tailored Intersectoral Discharge Program (TIDP) bei der Optimierung des Übergangs von der stationären in die ambulante Versorgung und bei der Verbesserung der Behandlung multimorbider Personen durch gemeinsame klinische Entscheidungsfindung zu untersuchen. In einer Subanalyse, die die Hauptgrundlage dieser Dissertation bildet, wurde sich auf die Sarkopenie konzentriert, die Probleme, die mit ihrer Diagnose einhergehen, und ihren Einfluss auf den Gesundheitszustand, die Frailty und die Prognose von älteren Patienten. Die ''Vun nix kütt nix'' - Studie konnte zeigen, dass die intersektorale Triade aus Hausarzt, Patient und Geriater in der Lage ist, die Gebrechlichkeit bei akut hospitalisierten Patienten zu reduzieren und die Stimmung, wie auch das Selbstwertgefühl zu verbessern. Obwohl kein signifikanter Effekt der Intervention auf die Rehospitalisierungsraten nachgewiesen werden konnte, lieferte die Studie neue Erkenntnisse bezüglich Verringerung der Gebrechlichkeit und Verbesserung der Patientenbezogenen Ergebnissen (Patient Reported Outcome Measures, PROMs) in Form von höherem Selbstwertgefühl und weniger depressiven Symptomen. Darüber hinaus konnte in der Sekundäranalyse gezeigt werden, welch multifaktoriellen Einfluss die Sarkopenie auf die Prognose, die Gebrechlichkeit und die kurzfristigen Ergebnisse älterer, multimorbider Patienten haben kann. Signifikante Unterschiede zwischen Patienten mit Sarkopenie und denen ohne Anzeichen für Sarkopenie konnten nicht nur in Bezug auf körperliche Parameter und Komorbiditäten, sondern auch in hinsichtlich der selbst wahrgenommenen Lebensqualität, des Wohlbefindens und des Selbstwertgefühles aufgezeigt werden. Die vorliegenden Analysen an stark phänotypisierten Patienten konnten demnach die klinische Relevanz von Sarkopenie durch ihre Quantifizierung mittels PROMs und einer gut etablierten CGA-basierten Messung von Prognose und multidimensionaler Frailty aufdecken. Perspektivisch sollten die Ergebnisse dafür genutzt werden, weitere Forschung unter Verwendung der etablierten diagnostischen Kriterien für Sarkopenie zu betreiben, und zu untersuchen, ob zusätzliche krankenhausinterne Bewegungs- oder/und Ernährungsinterventionen oder Rehabilitationsprogramme, die speziell auf den individuellen, mit Sarkopenie verbundenen Status ausgerichtet sind, eine präventive Wirkung auf den weiteren klinischen und ambulanten Verlauf haben könnten.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
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Email
ORCID
ORCID Put Code
Ferring, Anne
anneferring@hotmail.de
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-813696
Date: 2026
Language: English
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Innere Medizin > Klinik II für Innere Medizin - Nephrologie, Rheumatologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Multidimensional Prognostic Index
UNSPECIFIED
Sarcopenia
UNSPECIFIED
Comprehensive Geriatric Assessment
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 28 June 2026
Referee:
Name
Academic Title
Polidori, Maria Cristina
Universitätsprofessorin Dr. Med. Dr.
Sauerland, Stefan
Prof. Dr.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/81369

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