Lin, Yueh-Kuan (2019). Die Selbsterkenntnis der Seele und ihr Verhältnis zu Gott: Eine Untersuchung im Ausgang von der dreifachen Gottebenbildlichkeitslehre bei Thomas von Aquin. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Thomas’ Selbsterkenntnistheorie der Seele und ihr Verhältnis zu Gott. Die Grundthese der Untersuchung ist, dass das augustinische Erbe von der Selbstpräsenz und Selbstbezüglichkeit des Geistes im Zusammenhang mit der trinitarischen Gottebenbildlichkeitslehre für richtige Auffassung der thomanischen Selbsterkenntnistheorie von Bedeutung ist. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung soll sein, das Thema der Selbsterkenntnis der Seele, anhand der doppelten Aspekte, aufzufassen. Zum einen wird von Thomas’ Auseinandersetzung mit der augustinischen mens-Lehre und der trinitarischen Psychologie ausgegangen. Die augustinische Betrachtungsweise der Selbsterkenntnis wird von Thomas als per essentiam und als per praesentiam mentis bezeichnet. Zum anderen wird mit dem aristotelischen Standpunkt begonnen. Thomas war mit dem Schema „essentia – potentia – actus – obiectus“ von Anfang an vertraut und übernimmt die aristotelische Erkenntnistheorie und Psychologie. Weiterhin bezeichnet Thomas den aristotelischen Ansatz als eine Selbsterkenntnis per speciem. Methodisch wird das Thema in vier Werken des Thomas systematisch eingehend behandelt: Super I Sent., d. 3; Q.D. De Ver., q. 10; ScG III, c. 46; STh I, q. 87. Anhand des metaphysischen Wirklichkeitsprinzips kann Thomas die heterogenen Elemente von augustinischem Subjekt und aristotelischer Seele und die Betrachtungsweisen von zwei Denkern vereinen sowie synthetisieren. Dabei wird dargestellt, dass das augustinische Erbe in Summa theologiae nicht aufgehoben, sondern vervollkommnt ist. Weiterhin wird deutlich, dass dieses metaphysische Wirklichkeitsprinzip mit der Transzendentalienlehre und mit der Selbsterkenntnis zusammenhängt. Insbesondere wird gezeigt, dass die anfängliche Erfassung des Begriffs des Seienden nicht nur von Thomas als Abstraktionstätigkeit des Verstandes betrachtet wird, sondern die Selbsterkenntnis des Geistes erregt. In dieser Erfassung werden Sach- und Selbstbezug verbunden. Am Schluss wird ebenfalls aufgezeigt, dass die Selbsterkenntnis und die Selbstliebe im menschlichen Geist als Wesenszüge der Abbildlichkeit Gottes im Menschen betrachtet werden können. Dabei wird auch die dreifache Gottebenbildlichkeit, die dreifache Lichttheorie und ein dreifaches Theologieverständnis dargestellt. Die dieser Arbeit zugrunde liegenden Fragestellungen können im Folgendn konkretisiert werden: (1) Gibt es ein sogenanntes „augustinisches Erbe“ in Thomas’ Selbsterkenntnistheorie? Wie begreift Thomas das augustinische Erbe? Wie bringt Thomas die zwei heterogenen Elemente von augustinischem und aristotelischem Ansatz in Einklang? (2) Hat Thomas auf die augustinische These der aktuellen Selbstbezüglichkeit des Geistes in der Summa theologiae verzichtet? Wie löst Thomas die scheinbare Problematik? (3) Ist die augustinische These wichtig und notwendig für die wahre Selbsterkenntnistheorie? Wie verhält sie sich zu der menschlichen Subjektivität und der Prinzipienerkenntnis? (4) Wie hängt das Thema der Selbsterkenntnis der Seele mit der Gotteserkenntnis und mit der Gottebenbildlichkeitslehre zusammen? (5) Wie verhält es sich mit Thomas’ Theologieverständnis und seiner theologischen Anthropologie?

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Translated title:
TitleLanguage
Self-Knowledge of the Soul and its Relationship to God: A Study Based on the Threefold Doctrine of the Image of God in Thomas AquinasEnglish
靈魂的自我認識與神的關係:從多瑪斯阿奎那的三層形像學說析論Chinese
Creators:
CreatorsEmailORCIDORCID Put Code
Lin, Yueh-Kuanyuehkuan.lin@gmail.comUNSPECIFIEDUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-105141
Date: 2019
Language: German
Faculty: Faculty of Arts and Humanities
Divisions: Faculty of Arts and Humanities > Fächergruppe 8: Philosophie > Philosophisches Seminar > Thomas-Institut
Subjects: Philosophy
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
Augustinisches ErbeUNSPECIFIED
Selbstpräsenz und Selbstbezüglichkeit des GeistesUNSPECIFIED
praesentia mentisUNSPECIFIED
metaphysisches WirklichkeitsprinzipUNSPECIFIED
TranszendentalienlehreUNSPECIFIED
SubjektivitätUNSPECIFIED
vierfache SelbsterkenntnistheorieUNSPECIFIED
dreifache GottebenbildlichkeitslehreUNSPECIFIED
Date of oral exam: 12 July 2019
Referee:
NameAcademic Title
Speer, AndreasProf. Dr. Dr. h.c.
Wirmer, DavidProf. Dr.
Retucci, FiorellaJun.-Prof. Dr.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/10514

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