Plaikner, Andrea ORCID: 0000-0003-4563-3357
(2025).
Neoadjuvante Chemotherapie gefolgt von radikaler
vaginaler Trachelektomie als experimentelles
fertilitätserhaltendes Konzept bei jungen Frauen
mit einem invasiven Zervixkarzinom >2 cm und
dringendem Kinderwunsch.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Zielsetzung: Eine Konisation/Re-Konisation, einfache oder radikale Trachelektomie sind international etablierte operative Konzepte zum Fertilitätserhalt für junge Patientinnen mit einem frühinvasiven Zervixkarzinom unter 2cm Größe und bestehendem Kinderwunsch. Eine Fertilitätserhaltung bei Patientinnen mit größeren Tumoren ≥2cm wird aufgrund der geringen Datenlage und der erhöhten Rezidivrate als experimentell eingestuft. International werden in dieser klinischen Situation bei ausgeprägtem Kinderwunsch 2 Konzepte vertreten: eine upfront radikale abdominale Trachelektomie oder eine neoadjuvante Chemotherapie gefolgt von einer einfachen/radikalen Trachelektomie. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das onkologische Outcome sowie die geburtshilflichen Ergebnisse von Patientinnen mit einem Zervixkarzinomen über 2cm Größe nach laparoskopischer Lymphadenektomie gefolgt von einer neoadjuvanten Chemotherapie und anschließender radikaler vaginaler Trachlelektomie zu evaluieren, die von einer gynäkologisch onkologischen Arbeitsgruppe in zwei Zentren (Charité Berlin und Asklepios Kliniken Hamburg) behandelt wurden. Methoden: Demografische, histologische, fertilitäts- und follow-up Daten aller Patientinnen, die zwischen 02/2006 und 06/2020 bei einem Zervixkarzinom der Stadien (FIGO 2018) IB2, IB3 oder IIA1 eine laparoskopische Lymphadenektomie, gefolgt von einer neoadjuvanten Chemotherapie und radikalen vaginalen Trachelektomie an der Charité Berlin und den Asklepios Kliniken Hamburg erhalten haben, sollen analysiert werden. Ergebnisse: 31 Patienten mit einem mittleren Lebensalter von 29.5 Jahren (26-40 Jahre) unterzogen sich nach ausführlicher Aufklärung einer neoadjuvanten Chemotherapie (NACT) gefolgt von einer radikalen vaginalen Trachelektomie (RVT), sofern nachgewiesen wurde, dass die lokoregionären Lymphknoten tumorfrei waren. Von diesen Patienten waren 26 (84 %) kinderlos. Die initialen Tumorstadien waren IB2 (n=27), IB3 (n=3) und IIA1 (n=1). Bei der am Anfang stehenden obligatorischen pelvinen Lymphadenektomie wurden durchschnittlich 33 (11-47) Beckenlymphknoten entfernt wurden. Bei einer Patientin wurde nur eine Sentinel-Lymphonodektomie durchgeführt. Das sich anschließender NACT-Regime bestand aus 2xTIP (Paclitaxel, Ifosfamid und Cisplatin) bei 17 Patienten, 3xTIP bei 8 Patienten, 2xTP (Paclitaxel und Cisplatin) bei 4 Patienten, 2x Cisplatin-Monotherapie bei einer Patientin und 2xTP gefolgt von 2xTIP bei einer weiteren Patientin. Bei der radikalen vaginalen Trachelektomie wurde in 17 OP- Präparaten 8 (55 %) noch Resttumorgewebe nachgewiesen. Die mediane Größe des verbliebenen Tumorrestes nach der neoadjuvanter Chemotherapie betrug 12 mm (1-60 mm). Ein Fertilitätserhalt war bei 27 Patienten möglich; zwei Patientinnen wurde nach RVT eine adjuvanten Radiochemotherapie aufgrund von high-risk histologischen Merkmalen angeraten, während zwei andere Patientinnen sich nach der neoadjuvanten Chemotherapie bei fehlendem Tumoransprechen einer radikalen Hysterektomie mit adjuvanter Radiochemotherapie unterzogen. Von den 18 (67 %) Frauen, die eine Mutterschaft anstrebten, wurden 13 schwanger (72 %). Es kam zu 12 Lebendgeburten bei 10 Frauen mit einem medianen fetalen Gewicht von 2490 (1640-3560) Gramm und 5 Fehlgeburten. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 94,5 (6-183) Monaten traten 3 Rezidive (11,1 %) auf, eine Patientin (3,7%) verstarb an der Krankheit. Schlussfolgerung: Eine neoadjuvante Chemotherapie, gefolgt von der radikalen vaginalen Trachelektomie, kann Patientinnen, die einen Fertilitätserhalt bei einem Zervixkarzinom über 2 cm Größe anstreben und bei denen histopathologisch keine Tumorzellen in den Lymphknoten nachgewiesen wurden, angeboten werden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine nachfolgende Schwangerschaft. Dieses experimentelle fertilitätserhaltende Konzept weist, verglichen mit den Ergebnissen der primären radikalen Trachelektomie bei einer Tumorgröße unter 2cm, in dieser Fallserie wie auch in der Literatur eine höhere Rate an Rezidiven und Todesfällen auf.
Item Type: | Thesis (PhD thesis) | ||||||||
Creators: |
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URN: | urn:nbn:de:hbz:38-753459 | ||||||||
Date: | 2025 | ||||||||
Language: | German | ||||||||
Faculty: | Faculty of Medicine | ||||||||
Divisions: | Faculty of Medicine > Frauenheilkunde > Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe | ||||||||
Subjects: | Medical sciences Medicine | ||||||||
Uncontrolled Keywords: |
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Date of oral exam: | 29 November 2024 | ||||||||
Referee: |
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Refereed: | Yes | ||||||||
URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/75345 |
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