Lang, Fanni (2026). Abhängigkeit der Humanen Immundefizienz-Viruslast von soziodemografischen Faktoren und der Influenza-Saisonalität. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

In Deutschland leben 90.800 Menschen mit einer bekannten HIV-Infektion, damit ist HIV immer noch weit verbreitet und aktueller Forschungsgegenstand1. Die HIV-Infektion betrifft primär das Immunsystem und schwächt dieses. Da es durch die jährliche Influenzasaison häufig zu einer Koinfektion von HIV und Influenzaviren kommt, stellt sich die Frage nach deren Einfluss auf die HI-Viruslast (HI-VL), die als Surrogatmarker für die virale Aktivität gilt. Diese Arbeit untersucht den Einfluss saisonaler respiratorischer Virusinfektionen, insbesondere der In-fluenza, auf die HI-VL bei HIV-positiven Patient:innen in medizinischer Behandlung im Raum Köln. Grundlage der Analyse sind retrospektive Daten des Instituts für Virologie der Uniklinik-Köln von insgesamt 55.396 Einzelmessungen der HI-VL aus den Jahren 2012 bis 2018 und des RespVir Dashboards im Rahmen des Clinical Virology Networks (CVN) zu saisonalen re-spiratorischen Virussaisons. Die zentrale Hypothese lautet, dass es während einer Influenzasaison zu einem Anstieg der HI-VL kommt. Dafür wurde die Studienkohorte hinsichtlich Alter, Geschlecht und Viruslast un-tersucht sowie die saisonale Aktivität respiratorischer Viren im genannten Zeitraum analysiert. Die Analysen wurden mit dem Programm R mit dem Chi-Quadrat-Test und Wilcoxon-Tests patient:innenabhhängig und -unabhängig durchgeführt. Für die Auswertung der HI-VL in Sai-sonzeiten wurde eine komplexe longitudinale Verlaufsanalyse von 2.785 HIV-Patient:innen über den gesamten Untersuchungszeitraum sowie eine Verteilungsanalyse von HI-VL-Unter-gruppen pro Jahr realisiert. Die Kohortenanalyse zeigt im Verlauf der Jahre 2012–2018 einen zunehmenden Anteil an Patient:innen mit einer Viruslast unter 50 Kopien/ml, eine Abnahme des Frauenanteils sowie eine Altersverschiebung hin zu älteren Kohorten. Die longitudinale Verlaufsanalyse zeigt, dass der Median der HI-VL während einer Influen-zasaison signifikant erhöht ist. In der Analyse der HI-VL-Gruppenverteilung ist eine signifikante Verschiebung der HI-VL in höhere Kategorien in den Jahren 2015 und 2017 erkennbar, in denen v.a. Influenza A aktiv war. Diese Befunde lassen die Schlussfolgerung zu, dass eine Koinfektion mit Influenza einen Einfluss auf die HI-VL hat. Die Aussagekraft dieses Ergebnisses ist durch die fehlende direkte patientengebundene Kor-relation einer Influenzainfektion und HI-VL-Erhöhung limitiert. Sie legt die Grundlage für wei-terführende Studien, die eine direkte, zeitlich engmaschige Korrelation zwischen Influenzain-fektionen und Veränderungen der HI-VL erfassen.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
Creators
Email
ORCID
ORCID Put Code
Lang, Fanni
Fanni_lang@gmx.de
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-795433
Date: 2026
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Virologie > Institut für Virologie
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
HIV
German
Influenza
UNSPECIFIED
Viruslast
UNSPECIFIED
Alter
UNSPECIFIED
Geschlecht
UNSPECIFIED
Sozidemografische Faktoren
UNSPECIFIED
Influenzasaison
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 6 October 2025
Referee:
Name
Academic Title
Di Christanziano, Veronica
Privatdozentin Dr. med.
Reiser, Marcel
Privatdozent Dr. med.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/79543

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