Meiß, Inken
(2025).
Korrekturfaktor zur intraoperativen Messung der Pfanneninklination bei primärer Hüft-Totalendoprothese (TEP) - eine retrospektive Analyse.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Bei der primären Implantation von Hüftprothesen spielt die Pfannenneigung eine entscheidende Rolle, da diese als zentrales Element zur Reduktion der Komplikationsrate gilt. Trotz unterschiedlicher Zugänge zum Hüftgelenk zeigen radiologische Durchleuchtungen variierende Ergebnisse hinsichtlich der Pfanneninklination. Diese Unterschiede basieren auf veränderten Winkelmessungen, die durch stereometrische Effekte (Parallaxe) in zweidimensionalen Projektionsaufnahmen entstehen. Eine frühere wissenschaftliche Arbeit von Rueckl et al. beschreibt einen Korrekturfaktor für die intraoperative Messung der Exkavationsneigung (RI) im Vergleich zu postoperativen Röntgenbildern im Stand. In der Studie wurde ein Korrekturfaktor von 5° für den direkten anterioren Zugang (DAA) unter Verwendung eines 12Zoll-C-Bogens vom Typ GE 9900 Elite (GE Healthcare, Chicago, IL) bei intraoperativer Röntgendurchleuchtung ermittelt. Die im Rahmen der Dissertation durchgeführten Tests und Untersuchungen legen wesentliche Parameter dar, die bei der primären Implantation einer Hüft-Totalendoprothese (TEP) berücksichtigt werden sollten, um die Effizienz der Totalendoprothese und das Behandlungsergebnis zu maximieren. Die Analyse der Pfanneninklination durch postoperative Bilddiagnostik zeigt durchschnittlich einen Korrekturfaktor von plus 3,95° (≈ 4°). Mithilfe eines t-Tests konnte die Relevanz dieses Korrekturfaktors statistisch bestätigt werden, sodass eine Grundlage für die optimale Inklination bei der primären Hüft-TEP geschaffen wurde. Der etablierte signifikante Korrekturfaktor von 3,95° verdeutlicht die Relevanz und Zielsetzung der wissenschaftlichen Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit, die intraoperative Pfannenmessung entsprechend anzupassen. Durch die radiologische Messung der Pfanneninklination bei primären Hüft-TEP-Implantationen, den korrelierenden Vergleich der Messergebnisse und deren Zusammenführung konnte ein aussagekräftiger Korrekturfaktor abgeleitet werden. Zudem kann die Inklination der Winkel weiter optimiert werden, indem eine Anpassung des Korrekturfaktors in Korrelation zum bestehenden Winkel vorgenommen wird. Bei einer steilen Winkelinklination (≥ 43°) sollte die intra- operative Pfannenmessung um etwa 2° reduziert werden. Bei niedrigen oder flachen Winkeln (≤ 31°) ist eine Addition von circa 2° auf den signifikanten Korrekturfaktor von 3,95° sinnvoll. Das Studiendesign, das auf 369 anonymisierten Patientendaten basiert, unterstützt durch den ausreichend großen Stichprobenumfang die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Die Anwendung des ermittelten Korrekturfaktors trägt dazu bei, Implantat-Impingement, Prothesenverschleiß und verstärkten Abrieb zu reduzieren. Dies würde ein positives Behandlungsergebnis zur Folge haben, wodurch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten gesteigert werden könnte. Dennoch bleibt ein gewisses Maß an Ungenauigkeit und Verzerrung bei der Messung prothesenspezifischer Winkelinklination bestehen. Diese kann durch be-obachterspezifische Messvariabilität erklärt werden, die jedoch durch den Einsatz digitaler Messmethoden weitgehend minimiert wurde. Die vorliegende Arbeit lässt den Schluss zu, dass der direkte Vergleich der intraoperativen und postoperativen Pfanneninklination mithilfe des Korrekturfaktors eine Optimierung des operativen Managements der Pfannenorientierung ermöglicht. Dadurch können die Ergebnisse nach einer Hüft-TEP-Implantation gezielt verbessert werden. Die Anwendung des Korrekturfaktors während der Totalendoprothesen-Implantation trägt unmittelbar zu Vorteilen für die Patientinnen und Patienten bei, wie dem Erhalt des Bewegungsumfangs (Range of Motion, ROM), einer Schmerzreduktion und einem verringerten Luxationsrisiko. Ein Korrekturfaktor, wie dieser in der Vorstudie von Rueckl et al. beschrieben wurde, konnte erfolgreich reproduziert werden, wodurch die Bedeutung eines intraoperativen Korrekturfaktors für die optimale Positionierung der Pfanne nachgewiesen wurde. Im Vergleich zu der genannten Vorstudie, in der der Korrekturfaktor für den direkten anterioren Zugang ermittelt wurde, zeigte sich in den eigenen Untersuchungen, dass dieser Korrekturfaktor ebenfalls für den lateralen Zugang zur Hüfte und unabhängig vom verwendeten C-Bogen-Modell Gültigkeit besitzt.
| Item Type: | Thesis (PhD thesis) |
| Creators: | Creators Email ORCID ORCID Put Code Meiß, Inken UNSPECIFIED UNSPECIFIED UNSPECIFIED |
| URN: | urn:nbn:de:hbz:38-796690 |
| Date: | 2025 |
| Place of Publication: | Köln |
| Language: | German |
| Faculty: | Faculty of Medicine |
| Divisions: | Faculty of Medicine > Chirurgie > Abteilung Unfallchirurgie (Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie) |
| Subjects: | Medical sciences Medicine |
| Uncontrolled Keywords: | Keywords Language Hüft Totalendoprothese German Intraoperative Durchleuchtung German Pfanneninklination German Pfannenpositionierung German Korrekturfaktor German zweidimensionalen Projektionsaufnahmen German Parallaxeeffekte German |
| Date of oral exam: | 21 October 2025 |
| Referee: | Name Academic Title Oppermann, Johannes Professor Dr. med. Dargel, Jens Professor Dr. med. |
| Refereed: | Yes |
| URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/79669 |
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