Zander, Isabel ORCID: 0009-0009-8689-5135 (2025). Risikofaktoren für Schwierigkeiten in sozialer Kognition bei Personen mit subjektiver kognitiver Beeinträchtigung. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Alzheimer ist die häufigste Demenz-Form weltweit, alleine in Deutschland geht man von mehr als 1,2 Millionen Betroffenen aus. Weiterhin kommen jährlich bis zu 200.000 neue an Alzheimer erkrankte Personen dazu, wovon über 95 % älter als 65 Jahre sind (vgl. Alzheimer Forschung Initiative e.V.). Die Alzheimer-Krankheit (AK) ist eine fortschreitende Erkrankung, die sich über mehrere Jahrzehnte entwickelt und in verschiedene Phasen unterteilt wird. Sie beginnt mit einer präklinischen Phase, in der keine objektiven Defizite feststellbar sind. Darauf folgt eine Phase mit milden kognitiven Beeinträchtigungen (Mild Cognitive Impairment, MCI), die sich allmählich so stark verschlimmern, dass schließlich eine Demenz diagnostiziert wird. Charakteristisch für diese Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) ist der Verlust der Fähigkeiten, den Alltag eigenständig zu bewältigen (McKhann et al., 2011). Zu der präklinischen Phase gehört wiederum das Stadium der subjektiven kognitiven Beeinträchtigungen (Subjective Cognitive Decline, SCD). In diesem nehmen die Betroffenen bereits leichte Einschränkungen ihrer Kognition subjektiv wahr, diese Defizite lassen sich jedoch in Gedächtnistests nicht nachweisen (Jessen et al., 2014). Aus verschiedenen Gründen ist dieses Stadium besonders interessant für die Wissenschaft. So haben die betroffenen Personen z.B. ein nachweislich erhöhtes Risiko, an einer Demenz zu erkranken (Mitchell et al., 2014; Pike et al., 2022). Gleichzeitig ist die Datenerhebung mittels Anamnese und neuropsychologischer Testung (NPT) einfach, kostengünstig und nicht-invasiv; zudem können sich die Gabe von Medikamenten oder Lebensstilveränderungen möglicherweise bereits zu diesem Zeitpunkt positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken (Jessen et al., 2014). Da es verschiedene Gründe für diese subjektiv erlebten Gedächtniseinschränkungen gibt und nicht alle Personen mit SCD im Verlauf eine Demenz entwickeln, ist es besonders wichtig, die Personen mit einem erhöhten Risiko diesbezüglich zu identifizieren. Zu diesem Zweck wurden die SCDplus-Kriterien entwickelt. Diese umfassen spezifische Faktoren, die auf ein gesteigertes Risiko für eine zukünftige Demenzentwicklung hindeuten. Zu den SCDplus-Kriterien zählen z.B. ein Beschwerdebeginn ab dem 60. Lebensjahr oder eine Besorgnis über den erlebten kognitiven Zustand (Jessen et al., 2014). Im Rahmen dieser Arbeit wurden mittels Literaturrecherchen weitere Risikofaktoren identifiziert, die den Fortschritt der Erkrankung vom Stadium des SCD zum Stadium des MCI und/oder der Demenz begünstigen können. Diese beinhalten zusätzlich zu den SCDplus-Kriterien z.B. das Vorhandensein von Verwandten 1. Grades mit Demenzerkrankung, die episodische Gedächtnisleistung sowie eine mögliche Atrophie des medialen Temporallappens (MTA) der Betroffenen. Neben der sich im Verlauf der Krankheit aggravierenden Gedächtnisprobleme können Alzheimer-Erkrankte auch Probleme in anderen kognitiven Domänen aufweisen. Eine dieser Domänen ist die soziale Kognition. Diese wurde erst 2013 offiziell als Diagnosekriterium einer Demenz eingeführt. Die soziale Kognition beschreibt einen Prozess der Informationsaufnahme und Weiterverarbeitung, welcher das Individuum und seine Beziehungen umfasst und für das Verständnis von Emotionen und Intentionen sowie zwischenmenschliche Kommunikation und Interaktion unerlässlich ist (Wirtz, 2017). Man kann sie weiterhin in die Emotionserkennung (Facial Emotion Recognition, FER) sowie in die Theory of Mind (ToM) einteilen. Die Fähigkeiten der sozialen Kognition zeigen sich über den Verlauf der AK hinweg abnehmend und es gibt Hinweise darauf, dass leichte Beeinträchtigungen der soziale Kognition bereits im präklinischen Stadium der AK vorliegen können (Pietschnig et al., 2016; Roheger et al., 2022; Yildirim et al., 2020). Da die soziale Kognition ein vergleichsweise neues Kriterium in der Diagnose neurokognitiver Störungen ist, ist die wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema bislang jedoch begrenzt. Ziel dieser Arbeit war es, den Zusammenhang zwischen der sozialen Kognition sowie Risikofaktoren für die Entwicklung eines MCI oder einer Demenz bei Personen mit SCD zu untersuchen. Dafür wurden Korrelationsanalysen durchgeführt und Gruppenvergleiche zwischen Personen mit einem hohen Risiko (fünf oder mehr Risikofaktoren) und solchen mit einem niedrigen Risiko (vier oder weniger Risikofaktoren) durchgeführt. Schließlich wurde mithilfe von Regressionsanalysen untersucht, welche Risikofaktoren die Leistungen in Tests der sozialen Kognition am besten vorhersagen. Die Hypothese war, dass Personen mit SCD, die eine größere Anzahl an Risikofaktoren erfüllen, schlechtere Leistungen in der sozialen Kognition aufweisen als Personen, die weniger Risikofaktoren erfüllen. Diese Annahme konnte letztlich in den Untersuchungen bestätigt werden. Dabei stellten sich insb. die episodische Gedächtnisleistung sowie das Alter als zentrale Einflussfaktoren auf die soziale Kognition dar.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
Creators
Email
ORCID
ORCID Put Code
Zander, Isabel
isabelzander@hotmail.de
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-798531
Date: 2025
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Psychiatrie und Psychotherapie > Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Subjects: Psychology
Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Soziale Kognition
UNSPECIFIED
SCD
UNSPECIFIED
Risikofaktoren
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 24 November 2025
Referee:
Name
Academic Title
Jessen, Frank
Prof. Dr.
Richter, Nils
Privatdozent Dr.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/79853

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