Schröder, Charlotte (2025). Kardiochirurgisch relevante Tumore des Herzens auf Grundlage einer retrospektiven Studie von 2009-2021. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Kardiale Tumore sind seltene, heterogene pathologische Entitäten, die sporadisch auftreten können.1-3 Ihre Inzidenz in der Gesamtbevölkerung beläuft sich auf 0,001% - 0,3%.1-4 Aufgrund ihrer Seltenheit sehen Kliniker während ihrer beruflichen Laufbahn nur wenige Fälle und der Großteil der wissenschaftlichen Erkenntnisse basiert auf Fallstudien und retrospektiven Analysen mit vergleichsweise geringen Fallzahlen.1,3,5,6 Die vorliegende Arbeit analysiert ein, im Vergleich zu den bisher publizierten Arbeiten, großes Kollektiv von 183 Patient*innen mit benignen und malignen Herztumoren in Hinblick auf die klinische Präsentation und das Langzeitüberleben nach chirurgischer Resektion. Die Diagnostik und Therapie fanden zwischen 2009 und 2021 an der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der Uniklinik Köln statt. Der Großteil der Herztumore ist benigne (ca. 75%), es handelt sich zumeist um Myxome, die gehäuft im linken Vorhof lokalisiert sind, ausgehend vom Septum interatriale.6-9 Neben Myxomen sind papilläre Fibroelastome die zweithäufigste Gruppe der benignen Herztumore.10,11 Sie entspringen bevorzugt dem Endokard und sind am häufigsten an der Aortenklappe lokalisiert.12,13 Maligne Herztumore hingegen sind deutlich seltener und lassen sich in primär- und sekundär maligne einteilen. Die häufigsten primär malignen Herztumore sind Sarkome.1,14 Sekundär maligne Herztumore, kardialen Metastasen (Tochtergeschwülste) entsprechend,15 finden sich in 10% - 20% bei Patient*innen mit disseminierter Krebserkrankung und sind insgesamt häufiger als primärmaligne kardiale Tumore.16 Die klinische Präsentation von Betroffenen ist abhängig von der Größe und Lokalisation der kardialen Masse. Neben einer asymptomatischen Präsentation und unspezifischen Allgemeinsymptomen können hämodynamisch bedingte Symptome wie Dyspnoe, Angina pectoris (AP), Schwindel und thrombembolisch bedingte Symptome wie zerebrovaskuläre Insulte oder transitorisch ischämische Attacken (TIA) auftreten.1,5,7,17 Aufgrund der Heterogenität der Symptome und ihrer Rarität ist die Diagnostik der Herztumore eine große Herausforderung. In den meisten Fällen stellen sie einen Zufallsbefund dar. Klassische Diagnostika wie beispielsweise die röntgenologische Untersuchung des Thorax oder das Elektrokardiogramm zeigen meist keine spezifischen Auffälligkeiten. Die Diagnose eines Herztumors erfolgt durch die transthorakale (TTE) oder transösophageale Echokardiographie (TEE). Ergänzend dazu kommen die computertomographische Untersuchung des Herzens (Kardio-CT) oder die Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT) in Betracht.14,18 Der Goldstandard der Therapie ist die totale chirurgische Resektion.10,18 In 40% der Fälle findet mittels rechtsanteriorer Thorakotomie ein minimalinvasiver Zugangsweg Anwendung, der aufgrund einer schnelleren Genesung und einem kürzeren Krankenhausaufenthalt immer häufiger gewählt wird.19,20 Die chirurgische Tumorexstirpation sollte Teil einer interdisziplinären multiprofessionellen Therapieplanung und Behandlung sein und wird je nach Dignität des Tumors oder Grunderkrankung durch eine Strahlen- oder Chemotherapie ergänzt. In dieser Arbeit kann nun anhand einer retrospektiven Analyse bestätigt werden, dass die chirurgische Therapie bei sehr guten chirurgischen Ergebnissen, einer akzeptablen Dauer des Krankenhausaufenthaltes von 11 Tagen ± 6,5 Tagen und einer Gesamtmortalität von 14% nach 10 Jahren, weiterhin als Goldstandard anzusehen ist.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
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Email
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Schröder, Charlotte
schroedercharlotte@gmx.de
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-799284
Date: 2025
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Chirurgie > Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Herztumore
UNSPECIFIED
Chirurgische Therapie
UNSPECIFIED
Date of oral exam: 15 December 2025
Referee:
Name
Academic Title
Mader, Navid
Prof. Dr. med.
Adam, Matti
PD Dr. med.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/79928

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