Aswadi, Mohammad Wasil
ORCID: 0000-0001-6512-3667
(2026).
Einfluss der prä-ECMO-Thrombozytenzahl auf die kurzfristigen Outcomes bei Patienten mit VA-ECMO-Therapie.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) bezeichnet die Anwendung eines modifizierten Herz-Lungen-Bypass-Kreislaufs, um temporäre zirkulatorische und/oder respiratorische Unterstützung bei schwer kranken Patienten* zu gewährleisten. Bei der ECMO-Therapie wird prinzipiell Blut aus dem venösen System entnommen, oxygeniert und decarboxyliert, bevor es je nach Indikation entweder venös (VV-ECMO) oder arteriell (VA-ECMO) in den Körper zurückgegeben wird. Im vergangenen Jahrzehnt verzeichnete die Technologie der ECMO-Therapie bedeutende Fortschritte, begleitet von einem erheblichen Anstieg ihrer Anwendung. Trotz technologischer Fortschritte birgt die ECMO-Therapie als invasiver Eingriff ein signifikantes Risiko schwerwiegender Komplikationen. Eine Vielzahl von Komplikationen manifestieren sich in diesem Kontext, darunter Blutungen, Thromboembolien, Infektionen, Nierenversagen, Leberversagen, Extremitätenenischämie und Schlaganfall, um nur einige zu nennen. Eine entscheidende Komponente des ECMO-Managements besteht darin, solche Komplikationen zu verhindern und rechtzeitig zu erkennen. Die vorbestehenden Patientenbedingungen könnten mit diesen Komplikationen in Zusammenhang stehen und sie verstärken, was sich auf den Verlauf der Therapie auswirken könnte. Eine dieser Pathologien ist Thrombozytopenie. Thrombozytopenie wird durch eine Thrombozytenzahl von weniger als 150.000/μL definiert und ist eine der häufigsten hämostatischen Störungen bei kritisch kranken Patienten. Die Prävalenz von Thrombozytopenie bei Patienten, die eine ECMO-Therapie erhalten, wird in der Literatur mit 21 % angegeben. Die prognostische Relevanz von Thrombozytopenie für kurz- und langfristige Outcomes wurde bereits bei ECMO-Patienten untersucht. In dieser Studie wurde der Einfluss von niedriger Thrombozytenzahl auf die kurzfristigen Ergebnisse bei Patienten bewertet, die einer VA-ECMO-Unterstützung unterzogen wurden. In Rahmen einer retrospektiven Analyse wurden 102 Patienten untersucht, die von Januar 2015 bis Dezember 2021 in verschiedenen peripheren Krankenhäusern von unserem ECMO-Team der Uniklinik Köln, Klinik für Herzchirurgie, mit mobiler VA-ECMO (Cardiohelp, Maquet, Rastatt, Deutschland) versorgt und dann in die Uniklinik Köln verlegt wurden. In dieser Analyse wurde mittels ROC-Kurven-Analyse ein Cut-off-Wert für die Thrombozytenzahl von 130 x 109/L ermittelt, der die höchste Sensitivität und Spezifität für die Krankenhausmortalität aufwies. Dadurch wurden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe mit Thrombozytenzahl < 130 x 109/L (n = 44) und eine Gruppe mit Thrombozytenzahl ≥ 130 x 109/L (n = 58) vor Beginn der ECMO-Therapie. Der primäre Endpunkt der Studie war die Krankenhausmortalität, während sekundäre Endpunkte den Erfolg des ECMO-Weanings sowie das Auftreten von begleitenden Komplikationen wie Blutungsrate, akutes Leberversagen, akutes Nierenversagen, Dialyse oder septischer Schock umfassten. Unsere Analyseergebnisse zeigten, dass die Krankenhausmortalität in der Gruppe mit Thrombozytenzahl < 130 x 109/L (n=34, 77,3%) im Vergleich zur Gruppe mit Thrombozytenzahl ≥ 130 x 109/L (n=27, 46,6%) signifikant höher war (p=0,002). Zusätzlich zeigte sich, dass Blutungen mit einem erhöhten Bedarf an Erythrozytentransfusionen und das Auftreten von Extremitätenischämie signifikant häufiger bei Patienten mit niedrigerer Thrombozytenzahl auftraten. Die Häufigkeit von akutem Leberversagen, akutem Nierenversagen und dem Bedarf an Dialyse war in ähnlicher Weise signifikant erhöht in dieser Gruppe. Zusammenfassend konnte in dieser retrospektiven Analyse gezeigt werden, dass eine vor Therapiebeginn mild erniedrigte Thrombozytenzahl mit einer signifikant höheren Krankenhausmortalität sowie vermehrtem Auftreten relevanter Komplikationen bei Patienten unter mobiler VA-ECMO-Therapie assoziiert ist. Die Thrombozytenzahl stellt damit einen potenziellen prädiktiven Parameter dar, der zur Risikostratifizierung herangezogen werden könnte. Diese Ergebnisse betonen die Bedeutung hämostaseologischer Ausgangswerte im präklinischen Management kritisch kranker Patienten und liefern eine wichtige Grundlage für zukünftige, prospektive Studien.
| Item Type: | Thesis (PhD thesis) |
| Creators: | Creators Email ORCID ORCID Put Code |
| URN: | urn:nbn:de:hbz:38-802518 |
| Date: | 2026 |
| Language: | German |
| Faculty: | Faculty of Medicine |
| Divisions: | Faculty of Medicine > Chirurgie > Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie |
| Subjects: | Medical sciences Medicine |
| Uncontrolled Keywords: | Keywords Language VA-ECMO German Thrombozytopenie German Intensivmedizin German |
| Date of oral exam: | 10 March 2026 |
| Referee: | Name Academic Title Djordjevic, Ilija Priv.-Doz. Dr. med. Hannes Max, Ecker Priv.-Doz. Dr. med. |
| Refereed: | Yes |
| URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/80251 |
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https://orcid.org/0000-0001-6512-3667