Radwan, Ömer
(2026).
Effektivität und Sicherheit der Re-Bestrahlung bei Rezidiven des Glioblastoma multiforme.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Die Diagnose Glioblastom ist trotz leitliniengerechter Therapie, bestehend aus Operation und Radiochemotherapie mit adjuvanter Chemotherapie, sprich kombinierter Radiochemotherapie, mit einer hohen Rezidiv-Rate und kurzen Überlebenszeiten verbunden. Daher kommt der Rezidiv-Therapie große Bedeutung zu, um die Prognose für betroffene Patienten zu verbessern. Eine standardisierte Rezidiv-Therapie besteht nicht und wird aufgrund der Datenlage zu Rezidiv-Behandlungen und insbesondere der Rezidiv-Bestrahlung diskutiert. Speziell bei der Re-Bestrahlung des Gehirns mit Einschluss relevanter Strukturen bei hohen Gesamtdosen ist die Sicherheit und Effektivität der Behandlung nicht ausreichend untersucht, wodurch behandelnde Zentren aggressivere Therapieansätze nur bedingt und für selektierte Patienten einsetzen. (1,2) Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung der Sicherheit und Effektivität einer Re-Bestrahlung mit höheren Gesamtdosen. Ebenso wurden prognostische Faktoren für ein längeres Überleben nach Re-Bestrahlung analysiert. Dazu wurden Daten zur Therapie von 60 PatientInnen gesammelt, die im Zeitraum 20.04.2012 bis 30.04.2020 in der Poliklinik für Radioonkologie, Cyberknife- und Strahlentherapie der Universitätsklinik Köln mit einem rezidivierten Glioblastom nach der WHO-Klassifikation von 2016 re-bestrahlt wurden. Dabei wurde eine mediane Gesamtdosis von 50 Gy appliziert. Folgende Ergebnisse wurden durch die Arbeit erzielt: Das Patientenüberleben bei rezidivierten Glioblastomen war signifikant mit der applizierten Strahlendosis, dem MGMT-Promotor-Methylierungsstatus sowie dem klinischen Status der Patienten assoziiert. Ebenso beeinflusst ein hohes BED10 > 60 Gy das Überleben nach der Re-Bestrahlung positiv. Außerdem konnte festgestellt werden, dass eine Dosiseskalation bei normofraktionierten und moderat hypofraktionierten Bestrahlungsschemata zur Re-Bestrahlung bis zu einem EQD2 von 120 Gy und ein großer Saum zwischen GTV und PTV hauptsächlich moderate therapieassoziierte Nebenwirkungen und selten schwergradige Nebenwirkungen (Grad ≥ 3) zur Folge hatten. Die Datenlage in Bezug auf die Rezidiv-Therapie des Glioblastoms bedarf insbesondere im Gebiet der Strahlentherapie weiterer Untersuchungen der Effektivität und Sicherheit einer Re-Bestrahlung. Die große Sorge, durch vermehrte Toxizität mehr Schaden als Nutzen bei PatientInnen anzurichten, die ohnehin eine kurze Lebenserwartung haben, ist weiterhin sehr ausgeprägt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Entwicklung hochmoderner Bestrahlungstechniken fortschreitet und immer präzisere Therapien ermöglicht werden, könnten Dosiseskalationen in der Zukunft an Bedeutung gewinnen. Diese Arbeit zeigt auf, dass eine Dosiseskalation sicher möglich ist. Für zukünftige Fortschritte in puncto Rezidiv-Therapie bei Glioblastomen ist eine Standardisierung in der Forschung nötig, um eine bessere Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit zu ermöglichen. Die European Society for Radiotherapy and Oncology und die Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) veröffentlichten hierzu Richtlinien zur Definition, Dokumentation und klinischen Arbeit zur Re-Bestrahlung. Die Implementierung von Immunotherapien und zielgerichteter molekularer Pharmakotherapie kann in Zukunft weitere Veränderungen in der Rezidiv-Therapie herbeibringen. (3)
| Item Type: | Thesis (PhD thesis) |
| Creators: | Creators Email ORCID ORCID Put Code Radwan, Ömer oradwan@smail.uni-koeln.de UNSPECIFIED UNSPECIFIED |
| URN: | urn:nbn:de:hbz:38-803433 |
| Date: | 2026 |
| Language: | German |
| Faculty: | Faculty of Medicine |
| Divisions: | Faculty of Medicine > Strahlentherapie > Klinik und Poliklinik für Radioonkologie, Cyberknife- und Strahlentherapie |
| Subjects: | Medical sciences Medicine |
| Uncontrolled Keywords: | Keywords Language Glioblastom UNSPECIFIED Re-Bestrahlung UNSPECIFIED Glioblastoma multiforme UNSPECIFIED Bestrahlung UNSPECIFIED Re-Irradiation UNSPECIFIED WHO Grade 4 UNSPECIFIED |
| Date of oral exam: | 17 February 2026 |
| Referee: | Name Academic Title Celik, Eren Privatdozent Meißner, Anna-Katharina Privatdozentin |
| Refereed: | Yes |
| URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/80343 |
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