Tanskanen, Sarah (2026). Vergleich von onkologischem Outcome, Morbidität und Lebensqualität bei Patientinnen mit nodal-negativem Vulvakarzinom (< 4 cm) nach Sentinellymphknotenbiopsie versus systematischer inguinofemoraler Lymphadenektomie. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Die inguinofemorale Lymphadenektomie (IFL) galt lange Zeit als das Standardverfahren zum Staging der inguinalen Lymphknoten beim Vulvakarzinom. Im Verlauf der späten 2000er und der frühen 2010er Jahre etablierte sich beim frühen Vulvakarzinom jedoch zunehmend die Sentinellymphknotenbiopsie (SNB) als weniger invasive Alternative. Die SNB weist bei gerin- gerer Morbidität eine ähnliche Sensitivität und eine vergleichbare onkologische Sicherheit wie die IFL auf. Die Studie, auf deren Grundlage die ersten Empfehlungen zur SNB beruhten, verglichen jedoch Patientinnen mit unterschiedlichen Risikoprofilen: SNB-Patientinnen mit tu- morfreien Lymphknoten versus IFL-Patientinnen mit tumorbefallenen Lymphknoten. Ziel der vorliegenden Studie war daher, Überleben, Rezidivraten, Morbidität und gesundheitsbezo- gene Lebensqualität (QoL) nach SNB und nach IFL bei Patientinnen mit Vulvakarzinom im Frühstadium und tumorfreien inguinalen Lymphknoten zu vergleichen. Einschlusskriterien waren ein Vulvakarzinom mit einem Tumordurchmesser < 4 cm, einer In- filtrationstiefe > 1 mm, tumorfreien inguinalen Lymphknoten sowie ein unifokales Tumor- wachstum. Insgesamt konnten 74 Vulvakarzinompatientinnen (58 SNB- und 16 IFL-Patientin- nen), die zwischen 2009 und 2019 an einer der drei teilnehmenden Kliniken operiert wurden, in die Studie eingeschlossen werden. Die Überlebensauswertung umfasste das Gesamtüber- leben (OS), das krankheitsspezifische Überleben (DSS) sowie das krankheitsfreie Überleben (DFS). Letzteres wurde in Abhängigkeit von der Rezidivlokalisation weiter unterteilt in DFS für Lokal- , Leisten- und Fernrezidive. Zur Morbiditätsanalyse wurden Komposite aus den häufigs- ten vulvären und inguinalen Komplikationen erstellt. Zudem wurden Lymphabflussstörungen wie Lymphozelen und Lymphödeme als separate Morbiditätsparameter ausgewertet. Die Er- hebung der gesundheitsbezogenen QoL erfolgte mittels des Fragebogens 12-Item-Short- Form-Survey (SF-12). Dabei wurden ein körperlicher (PCS) und ein mentaler Summenscore (MCS) gebildet. Für die statistische Auswertung wurde die Software SPSS verwendet. Kate- goriale Variablen wurden mithilfe des Fisher-Exact-Tests und des zweiseitigen Pearson-Chi- Quadrat-Tests analysiert. Gruppenvergleiche für nicht normalverteilte Daten wurden mittels Mann-Whitney U Test durchgeführt. Die Überlebensanalysen erfolgten mithilfe von Kaplan- Meier-Kurven und dem Log-Rank-Test. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 58,0 Monaten (Spannweite: 8–144 Monate) betrug das OS 90,9 % in der SNB-Gruppe und 93,8 % in der IFL-Gruppe (p = 0,430). Das DSS war im Median 59,1 Monate lang (Spannweite: 8–116 Monate) und lag bei 94,4 % (SNB), respektive 100 % (IFL) (p = 0,176). Das DFS unterschied sich nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 40,0 Monaten (Spannweite: 8–115 Monate) nicht signifikant zwischen den Gruppen (88,7 % nach SNB vs. 93,8 % nach IFL) (p = 0,417). Es konnten keine signifikanten Unterschiede im krankheitsfreien Überleben (DFS) für isolierte Leistenrezidive zwischen den Gruppen festgestellt werden (96,2 % nach SNB vs. 100 % nach IFL) (p = 0,374). In der Morbiditätsanalyse zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den Kompositen „Komplikationen jeglicher Art“ und „inguinale Wundheilungsstörungen“. Eine Ausnahme bildeten Lymphozelen, die bei SNB-Patientinnen signifikant seltener als bei IFL-Patientinnen auftraten (13,8 % vs. 50,0 %) (p = 0,020). Die Prävalenz von Lymphödemen unterschied sich nicht signifikant zwischen SNB und IFL (15,5 % vs. 25,0 %) (p = 0,439). Auch in Bezug auf die QoL zeigten sich keine signifikanten Unter- schiede zwischen den Gruppen: Der mediane PCS betrug 48,7 (Spannweite: 18,8–57,4) (SNB) respektive 51,6 (Spannweite: 42,6–55,9) (IFL) (p = 0,63). Der mediane MCS lag bei 55,2 (Spannweite: 30,0–66,9) (SNB) und 50,2 (Spannweite: 41,9–61,3) (IFL) (p = 0,84). Unsere Studie bestätigt die SNB auch in der Langzeitnachbeobachtung als onkologisch si- chere Alternative zur IFL. Für die SNB zeigten sich signifikant niedrigere Lymphozelenraten. Leistenrezidive traten in der SNB-Gruppe zwar häufiger auf als in der IFL-Gruppe. Dies war jedoch weder statistisch signifikant noch wirkte es sich negativ auf das OS, das DSS oder das DFS aus. Die QoL unterschied sich nicht zwischen den beiden Gruppen.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
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Email
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Tanskanen, Sarah
sarah.tanskanen@outlook.com
UNSPECIFIED
UNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-804543
Date: 2026
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Frauenheilkunde > Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
Keywords
Language
Sentinellymphknotenbiopsie
German
Inguinofemorale Lymphadenektomie
German
Vulvakarzinom
German
Date of oral exam: 17 March 2026
Referee:
Name
Academic Title
Forner, Dirk
PD Dr.med.
Zander, Thomas
Prof.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/80454

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