Dewald, Carla
ORCID: 0009-0005-3858-9652
(2026).
Hepatozelluläres Karzinom und eingeschränkte Leberfunktion: Risikostratifizierung in Bezug auf Resektion oder Thermoablation.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Beim hepatozellulären Karzinom (HCC) handelt es sich um die sechsthäufigste Krebserkrankung weltweit und gleichzeitig um die dritthäufigste karzinombedingte Todesursache, deren Inzidenz in den letzten Jahren stetig zunahm. Therapeutisch stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Oft ist die eingeschränkte Leberfunktion aufgrund der Leberzirrhose der limitierende Faktor bei der Therapie des HCC. Ausgedehnte Operationen im Sinne einer Hemihepatektomie können daher nur bei einem selektiven Patient*innenkollektiv zur Anwendung kommen. Alternative Therapiemöglichkeiten sind die Minor-Resektion und Thermoablation einzelner HCC-Tumorknoten. Postoperativ stellt insbesondere das Posthepatektomie-Leberversagen eine gefürchtete Komplikation dar. Die Behandlung des HCC in einer Leberzirrhose richtet sich vor allem nach der BCLC-Klassifikation. Wenn es um die Auswahl zwischen Resektion und Thermoablation geht, ist die Evidenz eingeschränkt. Darüber hinaus bestehen Limitationen bei der postoperativen Risikostratifizierung von Patient*innen, da keine standardmäßigen Biomarker oder Scores etabliert sind. Aus diesem Grund befasst sich diese Arbeit mit der Forschungsfrage, ob die Therapieoptionen Resektion und Thermoablation, nach Leberfunktion mittels ALBI-Score, CHILD-Pugh-Klassifikation, MELD-Score und Thrombozytenzahl stratifiziert werden kann und so mit einer Verbesserung des Überlebens assoziiert sind. Darüber hinaus hat diese Arbeit zum Ziel, die Möglichkeit der prä- und postoperativen Verwendung des MELD-Scores zu bewerten. Dafür wurde eine retrospektive Analyse von HCC-Patient*innen der Universitätsklinik Köln aus den Jahren 2003-2019, die mittels Resektion oder Thermoablation behandelt wurden, durchgeführt. Mit Hilfe von Cox-Regression und Stratifizierung nach ALBI-Score, CHILD-Pugh-Klassifikation, MELD-Score und Thrombozytenzahl wurden die 5-Jahres-Überlebensraten als primärem Endpunkt verglichen. Um die Möglichkeit der Verwendung des MELD-Scores für eine postoperative Risikostratifizierung zu nutzen, wurde eine ROC-Analyse durchgeführt. Insgesamt wurden 277 Patient*innen eingeschlossen. Das Durchschnittsalter betrug 67,3 10,03 Jahre, 75,5 % waren männlich, 24,5 % waren weiblich. 171 Patient*innen erhielten eine Resektion und 106 eine Thermoablation. Die Analysen zeigen, dass die 5 Jahres-Überlebensrate in der Resektionsgruppe höher ist als in der Thermoablationsgruppe (p=0,04). Nach Stratifizierung nach ALBI-Score, CHILD-Pugh-Klassifikation, MELD-Score und Thrombozytenzahl zeigte sich, dass in der Subgruppe der Patient*innen mit ALBI-Grad 2/3 5 Jahres-Überlebensrate der Patient*innen, die eine Resektion erhielten, signifikant höher war, als bei den Thermoablationspatient*innen (p=0,01). Bei der Stratifizierung nach CHILD-Pugh-Klassifikation, MELD-Score und Thrombozytenzahl zeigte sich kein signifikanter Unterschied der Überlebenswahrscheinlichkeit. Bei der Betrachtung der prä- und postoperativen Differenz des MELD-Scores zeigte sich, dass ein Anstieg des MELD-Scores von >5 Punkte mit einer deutlich erhöhten 30- und 90-Tage-Mortalität einherging (Spezifität 79,4 %, Sensitivität von 84,6 %). Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass ungeachtet der Leberfunktion die Resektion mit einem höheren Überleben assoziiert ist. Bei Patient*innen mit einer eingeschränkten Leberfunktion (ALBI-Grad 2/3), war die Resektion im Vergleich zur Thermoablation mit einem höheren Überleben assoziiert als die Thermoablation, während hingegen bei Stratifizierung nach den anderen genannten Leberfunktionsscores keine signifikanten Unterschiede zwischen Resektion und Thermoablation bestanden. Es konnten darüber hinaus Hinweise generiert werden, dass sich die Erhebung des prä- und postoperativen MELD-Scores möglicherweise als Instrument der postoperativen Risikostratifizierung nutzen lässt. Prospektive, kontrollierte und randomisierte Studien könnten diesbezüglich einen kausalen Zusammenhang herstellen und gegebenenfalls praxisverändernde Implikationen für Therapie- und Managementkonzepte bei HCC haben.
| Item Type: | Thesis (PhD thesis) |
| Creators: | Creators Email ORCID ORCID Put Code |
| URN: | urn:nbn:de:hbz:38-813355 |
| Date: | 2026 |
| Language: | German |
| Faculty: | Faculty of Medicine |
| Divisions: | Faculty of Medicine > Chirurgie > Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie |
| Subjects: | Medical sciences Medicine |
| Uncontrolled Keywords: | Keywords Language hepatozelluläres Karzinom UNSPECIFIED |
| Date of oral exam: | 10 June 2026 |
| Referee: | Name Academic Title Wahba, Roger Privatdozent Dr. med. Neumann-Haefelin, Christoph Universitätsprofessor Dr. med. |
| Refereed: | Yes |
| URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/81335 |
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https://orcid.org/0009-0005-3858-9652