Hadjer, Kerstin (2006). Geschlecht, Magie und Geld. Sozial eingebettete und okkulte Ökonomien in Benin, Westafrika. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

In vielen westafrikanischen Ländern wirtschaften Frauen und Männer hochgradig individualisiert. Die vorliegende Studie zu sozialem und wirtschaftlichem Handeln in Benin belegt, dass die Akkumulation von Geld und Besitz auch innerhalb von Haushalten getrennt verläuft, was innerhäusliche Wohlstandsunterschiede begünstigt. ���� Die Trennung von (Wissen um) Geld und Besitz vollzieht sich innerhalb einer patrifokal ausgerichteten Sozialstruktur. Sie ist für Frauen und Männer mit einem unterschiedlichen Zugang zu Ressourcen (z. B. Land) und verschiedenen Kapitalsorten (z. B. Geld) verbunden. ���� Die geschlechtsspezifische Strukturierung sozialer und ökonomischer Felder drückt sich unter anderem in Pflichten, Rechten und Aufgaben aus, die für Frauen und Männer unterschiedliche Dispositionen für die Praxis schaffen. Die Untersuchung dieser Praxis erfordert einen akteurszentrierten Ansatz, der seine Umsetzung in enger Anlehnung an Pierre Bourdieus Theorie der sozialen Praxis findet. Dies eröffnet neue Perspektiven auf ein Verständnis von Bedürfnissen, Handlungsoptionen und Strategien der Existenzsicherung. ���� Warum weiß auch innerhalb von Haushalten niemand so recht, wie viel Geld der oder die andere verdient? Als meist genannter Grund trat die Angst vor Neid und Missgunst hervor. Sie gelten als Vorboten für den Einsatz magisch-okkulter Praktiken als Konfliktlösungsstrategie. Unter anderem wird nachgewiesen, dass alltägliche Investitionen in magisch-okkulte Praktiken wie Glücks-, Schutz- und Schadenszauberei nicht nur sehr empfindlich in den Finanzhaushalt von Individuen und damit in die Existenzsicherung eingreifen. Darüber hinaus zeigt sich, dass hinter diesen Investitionen komplexe soziale und ökonomische Interessen stehen. Insgesamt treten Individualität, Reziprozität und Nivellierung als zentrale Funktionsweisen sozialer, ökonomischer und magisch-religiöser Felder hervor. ���� Geschlecht, Magie und Geld bedingen sich in der sozialen Praxis gegenseitig. Sie verhalten sich relational zueinander und tragen zur Genese sozial eingebetteter und okkulter Ökonomien bei, deren Textur in Analysen zur Vulnerabilität und Existenzsicherung nicht nur für Benin dringende Berücksichtigung erfahren sollte, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit für weite Teile Westafrikas. ���� Die Arbeit beruht auf einer 19-monatigen Feldforschung in Benin (2000-2004). Das qualitative und quantitative Datenmaterial setzt sich zusammen aus zahlreichen Interviews, teilnehmender Beobachtung, Mental Mapping, einem Haushaltssurvey, Lebensgeschichten, Baumwollstudien, Budgetstudien zu Einnahmen, Ausgaben und Konsumverhalten sowie einem statistisch repräsentativen Survey zur Existenzsicherung mit 839 Personen aus acht Gemeinden im ländlichen und urbanen Zentralbenin (22.260 km2).

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Translated title:
TitleLanguage
Sex, Magic and Money. Socially embedded and occult Economies in Benin, West-AfricaEnglish
Creators:
CreatorsEmailORCID
Hadjer, Kerstinkerstin.hadjer@gmx.netUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-18526
Subjects: Customs, etiquette, folklore
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
Ethnologie , Westafrika , Benin , Gender , Magie , Hexerei , Existenzsicherung , Vulnerabilität , Bourdieu , HaushaltGerman
Anthropology , West-Africa , Benin , Gender , Witchcraft , Livelihood Security , Vulnerability , Bourdieu , HouseholdEnglish
Faculty: Faculty of Arts and Humanities
Divisions: Faculty of Arts and Humanities > Department of Social and Cultural Anthropology
Language: German
Date: 2006
Date of oral exam: 12 July 2006
Referee:
NameAcademic Title
Michael Bollig (Prof. Dr.), UNSPECIFIED
Full Text Status: Public
Date Deposited: 25 Sep 2006 10:13
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/1852

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