Freihaut, Chris (2011). Community Forestry. Instrument des globalen Klimaschutzes oder lokale Maßnahme zu Empowerment? Bachelor thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Frau Freihaut beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit, die von Prof. Michael Bollig betreut wurde, mit einem Thema, dass die Ethnologie (wie auch andere Sozialwissenschaften) zunehmend beschäftigt. Wie reagieren lokale Gemeinschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern auf die vielfältigen Herausforderungen des Klimawandels? Dass der globale Klimawandel massive Veränderungen in der Bioproduktivität und in der agrarischen Nahrungsmittelproduktion mit sich bringen wird, ist heute nicht mehr umstritten. Es geht in der globalen Diskussion heute darum, wie Konsequenzen dieser nachteiligen Entwicklungen abgemildert werden können. Seit dem Kyoto-Protokoll ist weltweit akzeptiert, das lokale Anpassungsprogramme wesentlicher Bestandteil solcher Stratgien sein müssen. REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) und das Nachfolgeprogramm REDD+ sind wichtige srategische Bausteine in einem solchen Maßnahmenpaket. In sozialwissenschaftlichen Untersuchungen geht es daher auch darum, festzustellen, wie sich lokale Akteure ein global geschnürtes Maßnahmenpaket aneignen; sprich, wie sie aus dem globalen Format REDD(+) eine nationale Umweltpolitik und dann lokale Projekte formern. Um derartig komplexe, über verschiedene Skalenebenen verbundenen Prozesse zu beschreiben, muss Ethnographie multi-sited sein, d.h. die vielfältigen Institutionen und Organisationen, die auf globaler Ebene mit Anpassungspolitiken befasst sind, müssen dargestellt, in ihrem Gehalt reflektiert und in ihrer Anbindung an nationale Ebenen dargestellt werden. Folgerichtig beginnt Freihaut daher in ihrer Arbeit mit der Reflektion der auf globaler Ebene etablierten Konzepte Community-Based Natural Resource Management und Empowerment. Zielführend wird der Leser in die mit diesen Konzepten verbundenen Politiken eingeführt. Im folgenden Kapitel werden verschiedene für Forstpolitiken relevante globale Steuerungsmechanismen vorgestellt, wie etwa der Clean Development Mechanism (CDM) und das Programm REDD. Aus ethnologischer Perspektive sehr interessant stellt Freihaut den Konflikt zwischen Klimapolitik und den Ansprüchen indigener Gruppen auf Entscheidungsautonomie bezüglich der Ressourcenverwaltung dar. Es sind nämlich häufig indigene Gruppen, die die Tropenwälder bewirtschaften und die durch diverse Klimaschutzprogramme deutlich in ihren Freiheiten eingeschränkt werden. In Kapitel 4 und 5 verfolgt Freihaut die Übersetzung der Klimawandel-Programme auf die nationale Ebene am Beispiel Mexikos, und dann auch auf die lokale Ebene am Beispiel einer indigenen Gemeinschaft im Süden Mexikos. Sehr aufschlussreich werden dabei Probleme bei der Umsetzung globaler Klimapolitiken dargestellt. Mexiko gilt als ein erfolgreiches Beispiel eines solchen Transfers, und zahlreiche Analysen nehmen auf die Forstpolitik Mexikos Bezug.

Item Type: Thesis (Bachelor thesis)
Creators:
CreatorsEmailORCID
Freihaut, ChrisUNSPECIFIEDUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-43689
Journal or Publication Title: Kölner Ethnologische Beiträge
ISSN: 1611-4531
Volume: 37
Subjects: Customs, etiquette, folklore
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
Community based natural resource managementEnglish
ForestryEnglish
Climate changeEnglish
MexicoEnglish
Environmental policyEnglish
Indigenous peoplesEnglish
MA thesesEnglish
Faculty: Faculty of Arts and Humanities
Divisions: Faculty of Arts and Humanities > Department of Social and Cultural Anthropology
Language: German
Date: 2011
Date of oral exam: 2011
Referee:
NameAcademic Title
Bollig, MichaelDr.
Full Text Status: Public
Date Deposited: 27 Sep 2011 07:19
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/4368

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