Kolb, Katharina (2022). Mögliche Ursachen von Transplantatablösungen nach Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty bei Patienten mit Rebubbling an der Augenklinik der Uniklinik Köln. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Die DMEK ist im letzten Jahrzehnt zu einer zunehmend etablierten Methode der Hornhauttransplantation geworden, sie gilt in den ausführenden Zentren als Goldstandard für endotheliale Erkrankungen der Hornhaut. Über diese noch relativ neue Operationsmethode wurde in den letzten Jahren viel geforscht und die Überlegenheit der DMEK gegenüber anderen Arten der Hornhauttransplantationen in vielen Studien dargelegt. Auch über Komplikationen ist einiges bekannt. Die Transplantatablösung als häufigste postoperative Komplikation sowie das Rebubbling als ihre chirurgische Therapie sind ebenfalls Teil vieler Forschungsprojekte und Publikationen. Allerdings fehlen bisher standardisierte Kriterien, nach denen bei einer Transplantatablösung vorgegangen und die Indikation zum Rebubbling gestellt werden soll. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die an der Uniklinik Köln durchgeführten Rebubblings genauer zu analysieren, mögliche Risikofaktoren für eine Transplantatablösung festzustellen und typische Merkmale von Patienten, bei denen ein Rebubbling notwendig wurde, aufzuzeigen. Hierfür wurden 499 Fälle nach DMEK und anschließendem Rebubbling untersucht. Die Untersuchung erfolgte durch das Zusammentragen von Daten zu Augen und Patienten, die Vermessung von Transplantatablösungen auf postoperativen Bildern und durch eine abschließende statistische Auswertung. Die Ergebnisse lassen mehrere Aussagen bezüglich der zwei OP-Tamponaden SF6-Gas und Luft zu: So bleibt bei SF6-Gas trotz einem geringeren allgemeinen Risiko für Transplantatablösungen und Rebubblings die durchschnittliche Anzahl der notwendig gewordenen Rebubblings unbeeinflusst. Während in vorherigen Studien veröffentlicht wurde, dass in der Grundgesamtheit von Patienten mit DMEK bei SF6-Gas seltener zentrale und komplette Dehiszenzen auftreten und Dehiszenzen im Schnitt kleiner in ihrem Durchmesser und ihrer Tiefe sind, scheinen die Ergebnisse dieser Studie das komplette Gegenteil zu zeigen. Der Grund für diese bedeutsame Diskrepanz liegt in der Zusammensetzung der Kohorte, die in der hier vorliegenden Studie nur aus Patienten mit Rebubbling besteht. Kommt es also zu dem seltenen Fall, dass bei einer DMEK mit SF6-Gas als Tamponade ein Rebubbling notwendig wird, so sind bei jenen Patienten häufiger zentrale oder komplette sowie in ihrem Ausmaß größere Dehiszenzen zu finden. Bezogen auf die zeitliche Komponente liegt bei SF6-Gas zwischen DMEK und Rebubbling ein größerer Zeitraum, die Diagnose und somit auch die Indikation für ein Rebubbling wird also später gestellt. Das liegt vermutlich daran, dass SF6-Gas langsamer resorbiert wird, hat jedoch möglicherweise sekundär auch zur Folge, dass es bei SF6-Gas wie oben beschrieben zu größeren und zentralen Dehiszenzen kommt. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Auswertungen ist die deutlich erhöhte Rebubblingrate nach DMEK bei Patienten auf dem zweiten Auge, wenn am ersten Auge schon ein Rebubbling notwendig war. Somit sind individuelle patientenspezifische Risikofaktoren sehr wahrscheinlich. Zudem zeigen sich vor den ersten Rebubblings im Vergleich zu weiteren Rebubblings in ihrer Ausdehnung kleinere Dehiszenzen. Das könnte dafür sprechen, dass größere Dehiszenzen mehr Rebubblings bis zur ausreichenden Anlagerung des Transplantats erforderlich machen. Nicht alle zu Beginn formulierten Fragen konnten in der zugrundeliegenden Kohorte vollumfänglich und zufriedenstellend beantwortet werden. So könnte durch eine Untersuchung der Anzahl der notwendigen Rebubblings in Abhängigkeit von der Größe der primären Dehiszenzen die oben formulierte Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Größe der Dehiszenz und Rebubblinganzahl bestätigt werden. Außerdem bleibt weiterhin die Frage offen, welche individuellen und patientenspezifischen Mechanismen bzw. Risikofaktoren für Transplantatablösungen die Ursache für das erhöhte Risiko für ein Rebubbling auch am zweiten Auge sind. Diese Frage könnte Grundlage weiterer Untersuchungen sein. Hierfür wäre ein Vergleich von Patienten mit und ohne Rebubbling sowie eine Anpassung des Studiendesigns notwendig, um eine gezieltere Anamnese bezüglich Vorerkrankungen und Voroperationen erheben zu können. Erst damit wäre eine Aussage bezüglich gehäuft auftretender Erkrankungen oder typischer Merkmale in der Gruppe der Patienten mit Rebubbling möglich.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
CreatorsEmailORCIDORCID Put Code
Kolb, KatharinaKolb.Katharina@gmx.deUNSPECIFIEDUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-645474
Date: 6 September 2022
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Augenheilkunde > Klinik und Poliklinik für Allgemeine Augenheilkunde
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
RebubblingUNSPECIFIED
Descemet Membrane Endothelial KeratoplastyUNSPECIFIED
DMEKUNSPECIFIED
CorneaUNSPECIFIED
KeratoplastyUNSPECIFIED
Date of oral exam: 6 September 2022
Referee:
NameAcademic Title
Cursiefen, ClausUniversitätsprofessor Dr. med.
Schick, TinaPrivatdozentin Dr. med.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/64547

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