Miller, Julia Ramona (2022). Sekundärprophylaxe in der Akutphase nach intra- und extrakraniellem Stent. PhD thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Stentimplantationen spielen neben medikamentösen Maßnahmen bei der Therapie von ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen eine große Rolle. Um mögliche Komplikationen wie Gefäßverschlüsse durch Thrombosierungen und Blutungen zu vermeiden, gilt es eine geeignete Gerinnungstherapie zu applizieren. Diese Arbeit dient zur Evaluation der Wirksamkeit und Sicherheit einer Tirofibangabe im Rahmen einer extra- oder intrakraniellen Stentimplantation im Vergleich zu der medikamentösen Standardtherapie zur Vermeidung von thromboembolischen Ereignissen, insbesondere zur Vermeidung von Stentverschlüssen in Notfallsituationen. Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Datenanalyse. Das Patientenkollektiv bestand aus Patienten, die einen Stent erhalten haben, nachdem sie aufgrund eines stenosierten Gefäßes, einer Aneurysmaruptur oder Gefäßdissektion einen ischämischen beziehungsweise hämorrhagischen Schlaganfall erlitten hatten. Es wurden drei Gruppen aus insgesamt 165 Patienten gebildet. Eine Gruppe erhielt zusätzlich zur standardmäßigen Thrombozyenaggregationshemmung (ASS oder Clopidogrel) während und nach der Stentimplantation Tirofiban (n=57), die Vergleichsgruppe erhielt eine Thrombozytenaggregationshemmung und Stentimplantation ohne Tirofiban (n=67). Als Referenzgruppe dienten 41 Patienten, die vor elektiver Stenteinlage ein 4-tägiges Loading erhalten hatte. Um relevante Gruppenunterschiede auszugleichen wurde die Methode des Propensity-Score Matching durchgeführt. In der Studie zeigte sich, dass die Tirofibangruppe gegenüber der Vergleichsgruppe ein etwa dreifach erhöhtes Mortalitätsrisiko hatte (OR: 3,06, KI 1,149 - 8,156). Darüber hinaus war die Tirofibaneinnahme mit einem etwa 2,5-fach erhöhtem Risiko assoziiert, mit einem höheren mRS (3-6) entlassen zu werden (OR: 2,483, KI 1,203 - 5,126). Zudem konnte keine signifikante Verringerung von Stentverschlüssen nachgewiesen werden. Als positiv gilt herauszustellen, dass die Tirofibangruppe kein erhöhtes Risiko für intrakranielle Blutungen hatte. Das deutlich schlechtere Outcome der Tirofibangruppe lässt sich dadurch erklären, dass diese Patienten bei Aufnahme in einem deutlich schlechteren klinischen Zustand waren und dadurch schon eine schlechtere Prognose hatten. Nach Durchführung des Matching bezüglich des ungleich verteilten Parameters NIHSS-Score bei Aufnahme und selektiver Betrachtung nur der Stentimplantationen mit der Indikation Stenose zeigte sich bei einem verkleinerten Datensatz, dass deskriptiv marginal mehr Patienten der Nicht-Tirofibangruppe in einem besseren mRS entlassen wurden als in der Tirofibangruppe und die Mortalität für die Tirofibangruppe allenfalls leicht erhöht war. Diese Unterschiede waren allerdings nicht signifikant. Zusammengefasst kann also die Tirofibangabe als sicher eingestuft werden und einem bestimmten Patientenkollektiv in Hoch-Risko-Situationen verabreicht werden. Die Wirksamkeit bei der Verhinderung von Stentverschlüssen sollte in künftigen Studien durch eine deutlich größere Fallzahl bestätigt werden.

Item Type: Thesis (PhD thesis)
Creators:
CreatorsEmailORCIDORCID Put Code
Miller, Julia Ramonajulia.ramona.miller@googlemail.comUNSPECIFIEDUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-646552
Date: 27 September 2022
Language: German
Faculty: Faculty of Medicine
Divisions: Faculty of Medicine > Neurologie > Klinik und Poliklinik für Neurologie
Subjects: Medical sciences Medicine
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
StentingUNSPECIFIED
TirofibanUNSPECIFIED
ThrombozytenaggregationshemmungGerman
neurovaskuläre InterventionGerman
SchlaganfallGerman
AneurysmarupturGerman
CarotisstenoseGerman
Date of oral exam: 27 September 2022
Referee:
NameAcademic Title
Onur, ÖzgürUniv.-Prof. Dr. med.
Deppe, Antje-ChristinPriv.-Doz. Dr. med.
Refereed: Yes
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/64655

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