Knörr, Vera
(2024).
Nutzung der Telemedizin im ambulanten Sektor während der Covid-19 Pandemie: eine Querschnittserhebung unter deutschen Ärzten/Ärztinnen.
PhD thesis, Universität zu Köln.
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Abstract
Hintergrund: Im Zuge der Coronavirus-Pandemie 2019 (COVID-19) wurden in Deutschland administrative Hürden für den Einsatz von Telemedizin abgebaut. Die Dissertation konzentriert sich auf die Analyse der Nutzung und Bewertung der Telemedizin durch ambulant tätige Ärzte/Ärztinnen unter Berücksichtigung der Perspektive verschiedener Facharztrichtungen während der COVID-19-Pandemie in Deutschland. Methoden: Die anonyme Online-Querschnittserhebung wurde im Rahmen der COVID-GAMS-Studie vom 16. November 2020 bis zum 1. Januar 2021 durchgeführt. Allgemeinmediziner/-innen, Kardiologen/Kardiologinnen, Gastroenterologen/Gastroenterologinnen, Pädiater/-innen, Gynäkologen/Gynäkologinnen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte/Ärztinnen (HNO) wurden randomisiert ausgewählt und zur Teilnahme an der Umfrage eingeladen. Gleichzeitig wurde eine offene Rekrutierung für die Online-Umfrage über die Fachgesellschaften durchgeführt. Auf der Grundlage der Daten von 1521 ambulant tätigen Ärzten/Ärztinnen, die an der Umfrage teilnahmen, wurden deskriptive Auswertungen und Regressionsanalysen durchgeführt. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Datenanalysen haben gezeigt, dass die Nutzung von Telefon- und Videosprechstunden während der Pandemie zugenommen hat. Ärzte/Ärztinnen, die im März/April 2020 bereits Telefon-/Videosprechstunden in Anspruch genommen haben, berichten eine Zunahme der Verwendung dieser Dienste. In der Allgemeinmedizin wurden Telefon- und Videosprechstunden häufiger in Anspruch genommen als in der Kardiologie, der Gynäkologie oder der HNO-Heilkunde und im Falle der Telefonsprechstunden zusätzlich in der Pädiatrie. Allgemeinmediziner/-innen bewerteten den subjektiven Nutzen höher als Gynäkologen/Gynäkologinnen und HNO-Ärzte/Ärztinnen. Der Anteil an Patienten/ Patientinnen, die telemedizinisch betreut werden, war bei den Allgemeinmedizinern/ Allgemeinmedizinerinnen höher als bei allen anderen Disziplinen. Der Standort der Praxis (ländlich vs. städtisch), die Art der Praxis (Einzel- vs. Gruppenpraxis) und das Geschlecht (männlich vs. weiblich) erwiesen sich ebenfalls als signifikante Einflussfaktoren auf die oben genannten Variablen. Als Hindernisse für die Nutzung der Telemedizin wurden von den Ärzten/Ärztinnen die fehlende Gleichwertigkeit mit dem persönlichen Kontakt und die geringe Nachfrage seitens der Patienten/Patientinnen genannt. Schlussfolgerungen: Die COVID-19 Pandemie hat zu einer erheblichen Zunahme der Nutzung von Telemedizin geführt, die in den verschiedenen Fachgebieten unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Individuelle und strukturelle Faktoren führen zu einer geringeren Nutzung der Telemedizin, und es gibt Barrieren auf Seiten der Ärzte/Ärztinnen und Patienten/Patientinnen, die verhindern, dass Telefon- und Videokonsultationen von den Ärzten/Ärztinnen akzeptiert werden. Diese Faktoren müssen angegangen werden, wenn telemedizinische Verfahren auf breiter Basis in der Zukunft eingeführt werden und Bestand haben sollen.
Item Type: | Thesis (PhD thesis) | ||||||||
Translated abstract: |
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Creators: |
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URN: | urn:nbn:de:hbz:38-751579 | ||||||||
Date: | 2024 | ||||||||
Language: | German | ||||||||
Faculty: | Faculty of Medicine | ||||||||
Divisions: | Faculty of Medicine > Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft > Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) | ||||||||
Subjects: | Medical sciences Medicine | ||||||||
Uncontrolled Keywords: |
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Date of oral exam: | 28 October 2024 | ||||||||
Referee: |
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Refereed: | Yes | ||||||||
URI: | http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/75157 |
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