Seitzer, Philipp (2017). Entscheidungsfähigkeit, Subjektivität und Behinderung. Theoretische Vorüberlegungen zu einem pädagogischen Problem. Masters thesis, Universität zu Köln.

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Abstract

Durch die Ratifizierung des 12. Artikels der UN Behindertenrechtskonvention wird Menschen mit Behinderung ein unhintergehbarer Subjektstatus zugewiesen, der ihnen Rechts- und Handlungsfähigkeit garantiert. Es liegt auf der Hand, dass die Ausübung dieser Fähigkeiten sich schwer ohne das vorausgesetzte Vermögen denken lässt, eigene Entscheidungen treffen und irgendwie artikulieren zu können. Einhergehend mit der Abwendung vom individuellen hin zum gesellschaftlichen teilhabeorientierten Blick auf Behinderung sind Einschränkung dieses Vermögens dem theoretischen Anspruch nach nicht mehr ausschließlich auf die Existenz und Beschaffenheit individueller Eigenschaften zurückzuführen, sondern auf die mangelnde Bereitstellung von Zugangs- und Unterstützungsangeboten, derer Menschen mit Behinderung bedürfen, um zum Treffen eigener Entscheidungen befähigt zu werden. Innerhalb der heil- und sonderpädagogischen Fachwelt resulitert dieses Umdenken in einer Radikalisierung der Kritik an der bei Menschen mit geistiger Behinderung bisher gängigeren Praxis der stellvertretenden und ersetzenden Entscheidung. Zahlreiche Konzepte und Methoden, die unter dem Stichwort "Unterstützte Entscheidungsfindung" entwickelt werden, können als Antwort auf diese Kritik verstanden werden. Jedoch schließen die meisten derartigen Konzepte Menschen mit Komplexer Behinderung aus, die sich nicht über konventionelle Verständigungskanäle und Symbolsysteme artikulieren und bei denen fraglich ist, ob sie intentional agieren. Die wenigen Versuche, diese Personengruppe konzeptionell zu berücksichtigen, verwenden einen vagen Begriff der Entscheidungsfähigkeit. Unter Berücksichtigung soziologischer, geistesphilosophischer, anthropologischer, ethischer und (leib-)phänomenologischer Aspekte wird in dieser Arbeit nach einem Begriff der Entscheidungsfähigkeit gesucht, der dem Bezugsphänomen angemessen erscheint ohne dabei exkludierend zu wirken.

Item Type: Thesis (Masters thesis)
Creators:
CreatorsEmailORCID
Seitzer, Philippphilipp.seitzer@uni-koeln.deUNSPECIFIED
URN: urn:nbn:de:hbz:38-79169
Subjects: Generalities, Science
Philosophy
Uncontrolled Keywords:
KeywordsLanguage
EntscheidungsfähigkeitUNSPECIFIED
BehinderungUNSPECIFIED
SubjektivitätUNSPECIFIED
LeiblichkeitUNSPECIFIED
PhänomenologieUNSPECIFIED
WillensfreiheitUNSPECIFIED
AnthropologieUNSPECIFIED
Faculty: Faculty of Human Sciences
Divisions: Faculty of Human Sciences > Department Heilpädagogik und Rehabilitation
Language: German
Date: 14 September 2017
Date of oral exam: 14 September 2017
Referee:
NameAcademic Title
Dederich, MarkusProf. Dr.
Fornefeld, BarbaraProf. Dr.
Full Text Status: Public
Date Deposited: 13 Mar 2018 12:19
Refereed: Yes
Status: Published
URI: http://kups.ub.uni-koeln.de/id/eprint/7916

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